26.09.2019

Bistumsweites „Netzwerk Gebet“ in Dresden-Meißen

Von Rosenkranz bis Taizé

Ein Jahr nach der Gründung eines bistumsweiten „Netzwerkes Gebet“ trafen sich Christen mit unterschiedlichsten Gebets-Vorlieben im Kloster St. Marienstern. Sie beteten mit Bischof Heinrich Timmerevers um geistliche Berufungen und tauschten sich aus. Zum Beispiel: Wie gründet man neue Gebetskreise?

Verschiedene Generationen und Gebetspraktiken waren vertreten beim Gebets-Netzwerktreffen im Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern.    Fotos: Schwester Cora Küfner

 

Katholiken beten sonntags in der heiligen Messe, ansonsten aber zumeist eher unspektakulär im Verborgenen. In den großen Städten, aber auch in kleineren Orten des Bistums haben sich Beter zusammengetan, um ihr Gebet vor lähmender Routine zu bewahren und einander zu bestärken – manche schon seit Jahrzehnten, andere erst seit kurzem. Die Bandbreite dabei ist groß und reicht von Hauskreisen bis zu Veranstaltern von Nightfever-Events, von Eucharistischer Anbetung über das Lobpreis-Gebet bis zu Taizé-Andachten. Die Gemeinschaft unter den Betern noch intensiver erfahrbar zu machen, ist ein Anliegen des „Netzwerk Gebet“, das sich im vergangenen Jahr gegründet hat. Bischof Heinrich Timmerevers, der damals alle Gläubigen, denen das Gebet am Herzen liegt, ins Kloster Wechselburg eingeladen hatte, ging es nicht zuletzt auch darum, den Schatz des Gebetes für die aktuellen Veränderungsprozesse im Bistum ins Bewusstsein zu rufen.
Für Martin Arnhold aus Dresden, der zu den Initiatoren des Netzwerks gehört und am Internetauftritt www.netzwerk-gebet.de mitarbeitet, ist der Wunsch nach Vernetzung noch aus anderen Gründen wichtig. Als er vor einiger Zeit von Leipzig nach Dresden zog, hat er beispielsweise selbst erfahren, dass es seine Zeit brauchte, um Gleichgesinnte zu finden, die Gebetsformen pflegen, die er in seinem bisherigen Leben als wohltuend erfahren hat. Doch auch der Austausch mit Betern, die sich in ganz anderen Gebetstraditionen zu Hause fühlen als er selbst, ist für ihn wertvoll und befruchtend. Zu erfahren, was anderen gut tut und was bei ihnen gut funktioniert, sei bereichernd. Zu den Anliegen des Netzwerkes gehört es beispielsweise auch, Initiativen, die neue Gebetsgruppen gründen möchten, konkret zu unterstützen.
All diese Anliegen bekamen beim Gebetstreffen am 22. September Raum. Eine kleinere Gruppe hatte sich bereits am Vorabend zu einer Gebetsnacht getroffen, die von Gebetskreisen und Einzelpersonen unterschiedlicher spiritueller Herkunft gestaltet war. Mehrfach gab es Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, etwa zur Frage: Wie gestaltet man eine Gebetsveranstaltung so, dass die Eingeladenen wiederkommen?

 

Bischof Heinrich Timmerevers legte den Betern nahe, im Gebet gut auf Jesus zu hören.

 

Höhepunkt des Gebetstreffens war Sonntagnachmittag eine Andacht in der Klosterkirche mit einem eucharistischen Gebet um geistliche Berufungen. Wesentlich dafür, seine Berufung erkennen und leben zu können, sei es, sich im Alltag auf Jesus auszurichten und auf ihn zu hören, machte Bischof Timmerevers in seiner Kurzpredigt deutlich. Eine junge Christin aus Sohland berichtete von den positiven Erfahrungen der Pfarrei Schirgiswalde mit einer 24-stündigen Anbetung, an der sich im Wechsel Beter an verschiedenen Orten der Pfarrei beteiligen.
„Das Netzwerk ist im vergangenen Jahr gewachsen“, berichtete Martin Arnhold erfreut. Zu den Gebetsinitiativen, die sich im vergangenen Jahr zusammenfanden, seien über dreißig weitere hinzugekommen. Auf der Internetseite konnte er in den vergangenen Monaten rund 1000 Gebetsveranstaltungen zusammentragen. „Wir sind uns sicher, dass die Vielfalt der Gebetsformen im Bistum noch größer ist als es das Netzwerk bisher widerspiegelt“, meint er und lädt dazu ein, sich am Netzwerk zu beteiligen und bestehende wie neue Initiativen zu integrieren.

Von Dorothee Wanzek