11.08.2022

Nach langer Corona-Pause

Neustart für die Kirchenmusik

Durch die Corona-Lockdowns haben auch im Bistum Magdeburg Kirchenchöre und Musikgruppen zahlreiche Mitglieder verloren oder sich komplett aufgelöst. Am 27. August soll auf dem Bistumskirchenmusiktag der Neustart gelingen.


Gemeinsames Singen ist wieder möglich – doch viele Kirchenchöre haben in der Pandemie Mitglieder verloren.    Foto: KNA-Bild

Eigentlich dürfen nach dem Wegfall der meisten Corona-Maßnahmen auch die Kirchenchöre wieder singen. Doch die pandemiebedingte Zwangspause war lang – fast zwei Jahre ging in der Chorarbeit, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, fast nichts mehr. Gemeinsame Proben waren lange Zeit unmöglich.

Die Folgen sind jetzt zu spüren, berichtet Pfarrer Richard Perner, Präses des Diözesancäcilienverbandes, im Gespräch mit dem „Tag des Herrn“. Waren vor der Pandemie noch über 1600 Personen im Bistum in irgendeiner kirchlichen Musikgruppe aktiv, sind es aktuell noch knapp über 1100. Um rund ein Drittel sei die Zahl der aktiven Sänger damit zurückgegangen, berichtet Pfarrer Perner. Haben vor Corona in rund 90 Gemeinden des Bistums Musikgruppen gleich welcher Art existiert – ob Kirchenchöre, Jugendbands oder Singekreise –, sind es aktuell laut Perner noch gut 40 Gemeinden, in denen musiziert wird. Klassische Kinderchöre gebe es derzeit gar nicht mehr.

Es soll wieder mehr gesungen werden

Doch in diesem Monat will der Cäcilienverband ein bistumsweites Signal für den Neuanfang setzen. Am Samstag, den 27. August, findet nach langer Zeit wieder ein Bistumskirchenmusiktag statt. Es ist laut Pfarrer Perner die erste Veranstaltung dieser Art seit 2018 – denn bereits vor Corona ruhte die Arbeit des Verbandes. Als Perner im Frühjahr 2020 das Amt des Präses übernommen hatte, begann nur wenige Tage später der erste Lockdown. Die Folge: Bis heute hat der Cäcilienverband keinen neuen Vorstand gewählt, das soll nun nachgeholt werden.

Neustart mit Schwierigkeiten

Und das Treffen soll Signale zum Neustart der Kirchenmusik setzen. Es soll ein Tag des Kennenlernens werden, sagt Richard Perner im Gespräch. Musikgruppen sollen bei Schwierigkeiten unterstützt werden. Doch der Neustart hat sich bisher als schwieriger erwiesen als gedacht, erzählt der Diözesanpräses. Obwohl die Einladung zum Kirchenmusiktag schon im Februar herausgegangen ist, hätten sich bis Juni gerade 14 Personen angemeldet.

Da hat Pfarrer Perner, wie er berichtet, die Initiative ergriffen und alle bis dahin bekannten 90 Gemeinden im Bistum angerufen, in denen vor Corona eine Musikgruppe existiert hatte. „Das war eine Arbeit von einer Woche, aber jetzt weiß ich, welcher Chor überhaupt noch existiert“, so Perner. Viele hätten von der Einladung zum Chortag noch gar nichts gewusst.

Jetzt sind es rund 20 Anmeldungen – eine immer noch geringe Zahl. Dafür wurde das Programm gestrafft: Es beginnt jetzt um 8:30 Uhr im Pfarrhaus von St. Sebastian in Magdeburg und endet gegen 13:00 Uhr. Im Vordergrund soll die Neuaufstellung der Kirchenmusik und des Cäcilienverbandes stehen. Eingeladen ist am 27. August jeder, der sich musikalisch im Bistum Magdeburg engagiert.

Von Oliver Gierens