21.04.2022

Görlitz: Markus Kurzweil löst Generalvikar Alfred Hoffmann ab.

Neuer Helfer für den Bischof

Während der österlichen Pontifikalvesper wurde eines der wichtigsten Ämter im Bistum neu besetzt. Generalvikar Alfred Hoffmann übergab seinen Posten an Markus Kurzweil.


Bischof Wolfgang Ipolt (Mitte) mit seinem alten und neuen Generalvikar: Alfred Hoffmann (rechts) und Markus Kurzweil.    Foto: Ines Eifler


In österliches Licht getaucht und getragen von der Botschaft eines Neuanfangs, vollzog sich der Wechsel im Amt des Generalvikars. Nach fast zehn Jahren scheidet Generalvikar Alfred Hoffmann aus dem Amt und übergab den „Staffelstab“ an den bisherigen Seelsorgeamtsleiter Markus Kurzweil.
Zur Pontifikalvesper an Ostern kamen zahlreiche Gläubige, um dem scheidenden Generalvikar zu danken und den neuen Generalvikar willkommen zu heißen. Bischof Wolfgang Ipolt begründete in einer kurzen Ansprache seinen Entschluss, diesen Amtswechsel mit dem Osterfest zu verbinden und verwies auf den Apostel Paulus, der in der Begegnung mit dem Auferstandenen die nötige Kraft erhielt, das Evangelium in die Welt zu tragen und sogar dafür zu sterben. Gemeinsam beteten der Bischof und die versammelte Gemeinde um Schutz, Segen und Begleitung – insbesondere für die beiden Amtsträger. Hoffmann bleibt dem Bistum auch nach seiner Entpflichtung als Dompropst erhalten. Mit einem Schmunzeln äußerte der Bischof, dass der bisherige Generalvikar als leidenschaftlicher Pilger ein Liebhaber des  heiligen Jakobus sei und deshalb der Kathedrale in einer ganz besonderen Weise verbunden bleibe.

Die wichtigsten Aufgabenbereiche
An die feierliche Pontifikalvesper schloss sich ein Empfang im benachbarten Otto-Stift an. Hier erfolgte die förmliche Entpflichtung per Dekret für den bisherigem Amtsinhaber und gleichzeitig die Überreichung der Anstellungsurkunde an den neuen Generalvikar. Dieser eher formale Akt wurde begleitet durch den Vortrag eines Gastes, den Bischof Ipolt eingeladen hatte: Monsignore Roland Batz, Generalvikar des Bistums Regensburg. Der zum ersten Mal in Görlitz weilende Domkapitular war selbst erst vor einem halben Jahr zum Generalvikar gewählt worden. Während einer Selbstreflexion schrieb er Gedanken auf und stellte sie in einem Buch zusammen. Darin formulierte er zehn Kernpunkte und die wichtigsten Aufgabenbereiche für einen Generalvikar. Diese zehn Grundsätze, die er als Impulse für die bevorstehenden Aufgaben des neuen Amtsträgers bezeichnete, brachte er in einem Vortrag den beim Empfang versammelten Gästen nahe. Dabei untermalte er seine Gedanken praxisnah mit eigenen Erfahrungen, die er als Generalvikar und Finanz-und Wirtschaftsökonom in Regensburg sammeln konnte.
Als ersten wichtigen Punkt formulierte er die Neuevangelisierung: Wie kann ich den Menschen unserer Zeit Wege zu Gott eröffnen? Dabei betonte er, dass die Theologie nicht zu vernachlässigen und das Gebet zu fördern sei. Es sei die zentrale Aufgabe eines Generalvikars, für eine zeitgemäße Evangelisierung zu sorgen. Dabei müsse er auch an durchaus ungewöhnlichen Orten die Botschaft von Christus verkünden und ein persönliches Zeugnis in einer heute verständlichen Sprache geben. „Unser Glaube“, so Batz, „muss Hand und Fuß bekommen und ein Gesicht haben.“

Helfen, Persönlichkeiten zu entfalten
Außerdem sei es wichtig, dass ein Generalvikar eine einladende Liturgie ermögliche und die Menschen, besonderes auch seine Mitbrüder im Bistum, priesterlich begleite. Dann stellte er den Dienst der Caritas heraus und erläuterte die Bedeutung kirchlicher Bildung: „Wir brauchen die Vermittlung eines christlichen Menschenbildes und damit die Begleitung von Kindern und Jugendlichen, damit diese sich als Menschen und Persönlichkeiten entfalten können.“
Zu den zahlreichen Aufgaben des Generalvikars gehöre auch die Erhaltung der Kirchen und kirchlichen Einrichtungen. In seinem Vortrag verband Batz damit das Ziel, das kulturelle Erbe der Region sichtbar zu machen. Das setze ein kluges Haushalten mit den Finanzen voraus.
Er ging auch auf das Thema „Sexueller Missbrauch“ ein und forderte eine umfangreiche Präventionsarbeit und lehnte zugleich eine Verjährung bei Aufdeckung von Straftaten, wie im rechtsstaatlichen Bereich üblich, ab.
Seine Ausführungen schloss er mit der Mahnung, die Strahlkraft der Kirche zu erhalten, denn „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Liebe und Besonnenheit“ (2 Tim 1,7).
Anschließend nutzte Bischof Ipolt die Gelegenheit, sich noch einmal bei seinem bisherigen Generalvikar für die Dienstjahre, die Treue und die Hilfe, die er ihm als Helfer im Bischofsamt war, zu bedanken.

Von Joachim Rudolph