18.06.2020

Benno-Fest mit zwei Jubiläen

Blühender Verlag statt Unkraut

Die Bauten des St. Benno Verlages wurden planmäßig zum Benno-Fest fertiggestellt. Das sollte groß gefeiert werden. Corona hat das verhindert. Doch das kleinere Fest war inhaltlich bedeutungsschwer.

Bischof Wolfgang Ipolt überreicht dem Geschäftsführer des St. Benno Verlages Michael Birkner den päpstlichen Orden und die zugehörige Urkunde.    Fotos: Raphael Schmidt

 

Einen Tag vor dem Patronatsfest des St. Benno Verlages in Leipzig – dem Fest des heiligen Benno von Meißen am 16. Juni – wurden die soeben fertiggestellten Räumen des Verlags – darunter ein Andachtsraum – von Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) gesegnet. Während im alten Teil des Verlagsgebäudes, dessen Kernsanierung vor wenigen Tagen fertiggestellt wurde und der nun mit dem neuen Glasbau eine Einheit bildet, die Andacht mit Mitarbeitern und wenigen Gästen beginnt, ist durch die großen Glasfenster geschäftiges Arbeiten vor dem Gebäude zu sehen und das Geräusch einer Rüttelplatte zu hören.

Der Orden: „Pro Ecclesia et Pontifice – Für die Kirche und den Papst“

Licht des Evangeliums soll leuchten
„Komm Schöpfer Geist, kehr bei uns ein ...“ erklingt als Eröffnungslied. Den Abschnitt aus der Bergpredigt, in dem vom Salz der Erde und dem  Licht der Welt die Rede ist, deutet Bischof Ipolt in seiner Ansprache auf den St. Benno Verlag. Übertragen auf den  Verlag könne Salz der Erde und Licht der Welt bedeuten: „für unseren ostdeutschen Raum und darüber hinaus zu würzen und zu leuchten, mit der Botschaft des Evangeliums. Das ist der innerste Kern, warum Kirche einen solchen Verlag betreibt. Wir möchten, dass das Licht des Evangeliums leuchtet auf ganz verschiedene Weise. Jeder von Ihnen wirkt dabei mit. Diese Botschaft des Glaubens ist ein Schatz, den es lohnt zu präsentieren. Ob ihn jemand annimmt, bleibt immer eine freie Entscheidung“, sagte der Bischof.
Seit dem Vormittag tagten die Gesellschaftervertreter des Verlages aus den Bistümern Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg. Für die Andacht und die nachfolgende Feierstunde war die Sitzung unterbrochen worden. Auf dem Festprogramm standen neben der Einweihung zwei silberne Dienstjubiläen: Michael Birkner kann auf 25 Jahre als Verlags-Geschäftsführer zurückblicken; insgesamt ist er seit Mai 1984 im Verlag tätig. Und auch Matthias Holluba beging in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum als Chefredakteur des Tag des Herrn. Er ist seit September 1989 im Verlag tätig. Geplant war eine große Feier, „ein Riesending sollte es werden“, so Geschäftsführer Birkner. Corona machte einen Strich durch die Planung. Die Feier fiel kleiner aus. Dabei dankte Bischof Ipolt den Jubilaren. Dass die Stimme des Tag des Herrn im Chor der Kirchenzeitungen der Bistumspresse deutlich „zum Klingen kommt“ dafür dankte der Bischof Chefredakteur Holluba. An den Geschäftsführer gewandt, sprach Ipolt davon, dass der St. Benno Verlag für Michael Birkner immer „seine Herzensangelegenheit“ gewesen ist. „Es ist mir darum eine große Freude, dass ich Ihnen am heutigen Tag und im Kreis Ihrer Mitarbeiter im Namen der beteiligten Bistümer eine besondere Ehrung unseres Heiligen Vaters Papst Franziskus überreichen darf. Zu Ihrem 25-jährigen Jubiläum erhalten Sie heute den päpstlichen Orden ‚Pro Ecclesia et Pontifice – Für die Kirche und den Papst‘. Im Namen der Gesellschafterbistümer des St. Benno Verlages gratuliere ich Ihnen dazu recht herzlich und wünsche Ihnen weiterhin Kraft und Fantasie in der Arbeit, Gesundheit und persönliches Wohlergehen sowie Gottes Segen, der Sie allezeit begleiten möge“, so Ipolt. Das Ehrenkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“ ist eine der höchsten Auszeichnungen, die der Papst an Laien verleiht, und zeichnet besondere Verdienste um die Anliegen der Kirche und des Papstes aus.
Stephan Rether, der Sprechers der Gesellschafter des Verlages, der heute eines der größten kirchlichen Medienunternehmen im deutschen Sprachraum ist, sagte an Geschäftsführer Birkner gewandt: „Ohne Sie, Ihre Entscheidungen und Ihr Geschick würde hier in der Stammerstraße vielleicht immer noch das Unkraut blühen, jedenfalls aber nicht ein florierendes katholisches Medienunternehmen! Und genau dies, ein allseits anerkanntes, florierendes, katholisches Medienunternehmen haben Sie geschaffen. Mit einer beeindruckenden Marktpräsenz und besten Kontakten und Geschäftsverbindungen weit über Deutschland, Rom und die katholische Welt hinaus“, so Rether.

Bischof Wolfgang Ipolt hatte für Chefredakteur Matthias Holluba neben Dankesworten Bier aus der Landskron-Braumanufaktur Görlitz mitgebracht.

Stellvertretend für die Redakteure des Tag des Herrn überreichte Dorothee Wanzek dem Chefredakteur Gegenstände, die einen Bezug zu seinem Berufsleben haben. Ein kleines Kreuz steht für den Seelsorger, der er ursprünglich werden wollte, und erinnerte an „das Beichtgeheimnis, das du immer gut wahrst“. Mit einem kleinen Trabant verband die Redakteurin die Erlebnisse bei der wöchentlichen Verteilung des kleinen Fuhrparks: „Darin kommt deine Bescheidenheit zum Ausdruck – du nimmt bei der Autoverteilung für dich immer die mühseligste Variante“. Ein Kochbuch steht für „immer gute Rezepte für unsere Zeitung. Aus den vorhandenen Zutaten machst du immer etwas, entwickelst ständig neue Rezepte für Menüs, die unseren Lesern schmecken“. Eine Gießkanne übergab Dorothee Wanzek dem „Gärtner, der nicht mit Baumsäge und Heckenschere arbeitet, sondern mit der Gießkanne vorsichtig gießt. Du förderst Talente und schenkst Vertrauen. Für all das und mehr danken wir dir.“

Von Raphael Schmidt