06.12.2018

Ausstellung zur Errichtung des Erzbistums Magdeburg 968

Gott. Macht. Zukunft.

Anlässlich der Errichtung des Erzbistums Magdeburg vor 1050 Jahren ist derzeit im Landtag in Magdeburg eine kleine Ausstellung zu sehen. Sie berichtet von Anfängen, Entwicklung und Leben der Kirche(n) in der Region.

Bischof Gerhard Feige spricht bei der Eröffnung der Ausstellung anlässlich von 1050 Jahre Gründung des Erzbistums Magdeburg im Landtag Sachsen-Anhalts. | Foto: privat
 
Der Titel der Ausstellung, der gleichzeitig auch die Klammer um alle Veranstaltungen anlässlich der Gründung des Erzbistums Magdeburg vor 1050 Jahren war, sage alles, so der Hallenser Professor und Kurator Harald Schwillus zur Eröffnung der kleinen Schau „Gott.Macht.Zukunft.“ am 28. November im Landtag von Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Die Gründung am Weihnachtstag 968 war hochpolitisch und reiche mit ihrer Existenz und Wirkkraft bis in die heutige Zeit hinein, so Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch. „Mit der Errichtung des Erzbistums erhielt das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts zum ersten Mal Verfassung und Format.“
Auch Bischof Gerhard Feige erinnerte daran, dass zu Gründungszeiten das Erzbistum zu den wichtigsten Bistümern im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation gehörte. „An die jahrhundertelange Geschichte und Kultur des Erzbistums Magdeburg knüpfen jedoch nicht nur die Katholiken dieser Region an; auch das Land Sachsen-Anhalt, die Stadt Magdeburg und die Evangelische Kirche stehen in seiner Tradition.“
 
Klöster und Pfarreien, Romanik und Gotik
„Unzählige Klöster und Pfarreien entstanden, Romanik und Gotik prägen die Landschaft bis heute als Stein gewordene Zeugen des Glaubens. Von hier wurde das Magdeburger Stadtrecht zum Vorbild für das Recht vieler Städte bis nach Osteuropa hinein. Zugleich lebten hier große Persönlichkeiten, die schon bald als Heilige verehrt wurden. Dazu gehören zum Beispiel auch so bedeutende Frauen wie die mittelalterlichen Mystikerinnen Gertrud von Helfta, Mechthild von Hackeborn und Mechthild von Magdeburg sowie Jutta von Sangerhausen oder Königin Mathilde“, so Bischof Feige.
Die Ausstellung besteht aus  acht Schauwänden, einigen Ausstellungsobjekten und einem Bildschirm. Informiert wird über die Errichtung des Erzbistums vor 1050 Jahren, über bedeutende Erzbischöfe wie Norbert von Xanten oder Kardinal Albrecht von Brandenburg, über entstandene Klöster, Schulen und Hospitäler und das soziale Engament der Kirche auch heute. Eine weitere Tafel ist mit „Kirchliche Pracht und Politik“ überschrieben und handelt von den Auseinandersetzungen und Veränderungen in der Reformationszeit. Zudem geht es um die reiche Frömmigkeitstradition in der Region wie Reliquienverehrung oder die bis in die Gegenwart reichende Wallfahrtspraxis, aber auch um protestantische Frömmigkeit, die etwa in der Verbindung von Glaube und sozialem Engagement in den Franckeschen Stiftungen in Halle deutlich wird.
Unter der Überschrift „Zwei Dome in Magdeburg. Aus Geschichte Zukunft gestalten“ ist von den Entwicklungen der katholischen und der evangelischen Kirche seit der Reformation die Rede. Ein Bild von einer Begegnung von Bischof Gerhard Feige, Landesbischöfin Ilse Junkermann und Kirchenpräsident Joachim Liebig mit Papst Franziskus in Rom zeugt vom gewachsenen guten ökumenischen Miteinander. Per Bildschirm können Ausstellungsbesucher ein Gespräch zwischen Landesbischöfin Junkermann und Bischof Feige verfolgen.
Konzipiert wurde die Ausstellung von Professor Schwillus und Mitarbeitern des Instituts für Katholische Theologie und ihre Didaktik der Universität Halle-Wittenberg. Sie ist bis zum 21. Dezember montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unentgeltlich zu besichtigen.
 
(kna/sus/tdh)