09.07.2020

Erzbistum Berlin bietet Alltags-Reisen an

Ganz ohne Kofferpacken

Es ist Sommerferienzeit und doch kommt aufgrund der aktuellen Umstände bei vielen keine Urlaubsstimmung auf. Mitarbeiter des Erzbistums Berlin möchten das ändern und haben verschiedene Alltags-Reisen organisiert.

„Die eigentlichen Entdeckungsreisen bestehen nicht im Kennenlernen neuer Landstriche, sondern darin, etwas mit anderen Augen zu sehen“ – diese Erkenntnis des französischen Schriftstellers Marcel Proust gilt aktuell in besonderer Weise. Denn wenn (Auslands-) Reisen in diesem „Corona-Sommer 2020“ nur eingeschränkt möglich sind, möchte das Erzbistum Berlin Lust machen, umso mehr die Vielfalt und Lebendigkeit der Hauptstadt sowie die Weite Brandenburgs mit seinen Wanderwegen, historischen Sehenswürdigkeiten und stillen Erinnerungsorten zu entdecken und dabei – ganz im Sinne von Proust – Dinge aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen.
Die Angebote sollen es ermöglichen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, Altbekanntes in neuem Licht zu sehen. Sie sollen helfen, Gottes Spuren mitten im Leben zu entdecken und ihnen zu folgen. „Die eigentlichen Entdeckungsreisen bestehen nicht im Kennenlernen neuer Landstriche, sondern darin, etwas mit anderen Augen zu sehen“ – dazu haben Mitarbeiter des Erzbistums eine kleine Auswahl an „Alltags-Reisen“ zusammengestellt, für die man keinen Koffer packen muss, kein Visum braucht und auch keine Unterkunft buchen muss und doch in verschiedene Welten eintauchen kann.
Das Angebot enthält Touren für Interessierte an Natur und Wandern, zeitgeschichtlichen Zusammenhängen, Kunst und Kultur, Kirchenbau und interreligiösem Austausch, urbanen Lebensweisen und gelebtem Glauben. Ganz bewusst werden auch Besuche von Gedenkstätten und Mahnmalen angeboten, die zu stiller Erinnerung einladen, denn 2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal. Begleitet werden die Teilnehmer bei den Touren von „Reiseführen“, die mit Fachkenntnis und Herzblut für das jeweilige Thema ungewöhnliche Einblicke ermöglichen.

Heiße Eisen, Exerzitien, Pilgern und mehr
Auch umstittene Projekte werden nicht gemieden. So widmet sich der Kunst-und Kulturbeauftragter des Erzbistums Berlin, Jesuitenpater Georg Maria Roers, am 15. Juli dem goldenen Kreuz auf dem Berliner Stadtschloss. Unter der Überschrift „Das Kreuz mit dem Kreuz – Führung am Schloss“ bietet Pater Roers einen Dialog zu dem Kreuz, das die Gemüter erregt, da das Schloss, das das Humboldt-Forum beherbergt, keine Kirche ist. Ab 15 Uhr lädt der Jesuit zum Austausch ein (Treffpunkt: Schloßplatz 1; maximale Teilnehmerzahl: 20 Personen).
Ein ganz anderes Angebot folgt am nächsten Tag. Dorothea Hofmann bietet am 16. Juli von 15 bis 18 Uhr für maximal zwölf Teilnehmer den Übungsnachmittag „Exerzitien auf der Straße: Gott auf den Straßen Berlins entdecken“ an. Nach einer kurzen Einführung kann sich jeder Teilnehmer für sich auf den Weg durch die Straßen Berlins machen, der je eigenen Sehnsucht auf der Spur. Nach etwa anderthalb Stunden treffen sich alle zum Erfahrungsaustausch, um im Erlebten die Spuren Gottes zu entdecken. Ausgangspunkt ist der Gemeindesaal von St. Canisius (Witzlebenstraße 30, Berlin-Charlottenburg).
Auch Generalvikar Pater Manfred Kollig beteiligt sich an den Alltags-Reisen des Erzbistums. Er leitet am 20. Juli eine Pilgerwanderung zum Achorhof. Dort steht die Projektleiterin Claudia Paulin für ein Gespräch zur Verfügung. Der in Brandenburg gelegene Achorhof ist eine alternative christliche Begegnungs-, Erholungs- und Bildungsstätte im Aufbau, die dazu einlädt, Möglichkeiten der Selbstversorgung und der tätigen eigenverantwortlichen Mitgestaltung zu erproben. Treffpunkt ist um 11 Uhr an der Haltestelle Thyrow-Bahnhof (mögliche Anfahrt mit dem Regionalexpress 3: 10.41 Uhr ab Berlin Südkreuz). Nach der Besichtigung des Achorhofs, einem Gespräch, dem Mittagsimbiss und einer Andacht machen sich die maximal 20 Teilnehmer auf den Rückweg zum Bahnhof (Rückfahrt: 15.55 Uhr, Ankunft in Berlin Südkreuz: 16.14 Uhr). An diesem Tag wird ungefähr eine Stunde gewandert. Kosten: Fahrkarte in Eigenregie, kleine Spende für den Imbiss erbeten
Ebenfalls am 20. Juli führt Diakon Gregor Bellin durch „Die goldene Kapelle im Berliner Olympiastadion“. Angeblich ist sie die schönste Stadionkapelle der Welt: In einem Oval aus purem Gold bietet sie Besuchern aus aller Welt mit Bibelversen in 18 verschiedenen Sprachen ein Stück Heimat. Seit der Fußballweltmeisterschaft 2006 steht die Kapelle Sportlern und Fans zur Verfügung. Diakon Bellin erschließt diesen außergewöhnlichen Andachtsraum (14 bis 15.30 Uhr, Treffpunkt: Osttor, maximal 20 Teilnehmer). Nach der Besichtigung der Kapelle folgt eine kleine Andacht und ein Gespräch mit Diakon Bellin. Im Rahmen dieser Veranstaltung ist jedoch keine Besichtigung des gesamten Stadions möglich! (pib)

Anmeldungen unter www.erzbistumberlin/alltagsreisen oder unter 0 30 / 32 68 45 26. Bitte beachten, dass bei den meisten Angeboten nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmern möglich ist und Angebote aufgrund einer zu geringen Anmeldezahl abgesagt werden können.