19.10.2022

Montessori-Schule Leipzig besuchte Rom

Fahrt unterm Regenbogen

In der ersten Oktoberwoche haben 620 Schüler und 60 Begleiter der Leipziger Montessori-Schule Rom besucht. Gemeinschaft, Kultur und geistliche Momente prägten die Reise.


Rom – Monte alla fonte (Montessorischüler an der Quelle) steht auf den T-Shirts der Schulreisegruppe.     Foto: Montessori-Schulzentrum Leipzig

Die Schüler des Bischöflichen Maria-Montessori-Schulzentrums Leipzig haben einen ganzen Rucksack mit Erfahrungen mitgebracht von ihrer Romreise. Da sind die Erinnerungen, immer müde zu sein, aber trotzdem eine tolle Stimmung zu erleben, wie Pauline aus der zwölften Klasse erzählt. Im Bungalow-Camp saßen die Großen oft abends mit der Gitarre in den lauen Spätsommernächten. Gestartet waren die elf Busse in Leipzig nach einem Regenguss am Nachmittag des 2. Oktober geradezu biblisch unter einem Regenbogen – für Schulleiter Sebastian Heider ein „richtiger Gänsehaut-Moment“.

Die 18-stündige Fahrt sei schneller vorbei gewesen als erwartet, sagt Theresa Brekle, Lehrerin und Mit-Organisatorin der Reise. Mika aus der sechsten Klasse erzählt, dass er nur etwa eine halbe Stunde auf der Fahrt schlafen konnte. Die Aufregung war bei allen groß. Nachdem am Montag zum Start abends im Camp eine Andacht mit Bischof Timmerevers gefeiert wurde, wartete in den nächsten Tagen ein vollgepacktes Programm auf jede Klasse. Kein Wunder, dass Lena aus der sechsten Jahrgangsstufe die Reise „ganz cool“ fand, aber auch „anstrengend“. Highlight war für sie ein Tag am Strand in der Vorstadt Ostia. Für Mika war es „beeindruckend, das Kolosseum in echt zu sehen.“

Theresa Brekle erzählt, dass die schönsten Momente für sie die Gottesdienste gewesen seien: „Als Teil des Organisationsteams konnte ich nie abschalten. Da waren es für mich intensive Augenblicke, wenn alle Schüler zusammen andächtig gesungen haben.“

Gemeinschaft mit allen aus aller Welt erlebt

„Eine interessante Erfahrung war auch, dass wir an einem Abend den Bischof treffen konnten“, erzählt Zwölftklässlerin Pauline. Heinrich Timmerevers, der separat nach Rom gereist war, traf sich nach einem Schulgottesdienst mit den Ältesten, um mit ihnen ins Gespräch kommen.

Ins Gespräch kamen auch die unterschiedlichen Klassenstufen. Die Gemeinschaft unter den Schülern sei während der Fahrt gewachsen, erzählt Schulleiter Heider. Und dann war da noch die Papstaudienz, zu der alle wirklich früh aufbrechen mussten. Als die Leipziger Schule auf dem Petersplatz von der Bühne aus Willkommen geheißen wurde, standen viele Schüler noch in der Sicherheitskontrolle. Siebtklässlerin Hannah erlebte die Audienz nah an der Bühne, und fand gut, dass sie auf den Bildschirmen das Gesicht von Franziskus sehen konnte.

Sie erzählt, wie alle Nationen vom Pontifex gesegnet wurden – auch die Deutschen. Schulleiter Heider beschreibt es als ein Erlebnis, das wohl kein Mitreisender vergisst, egal ob mit oder ohne katholischen Hintergrund. „Wir erlebten Gemeinschaft mit Menschen aus der ganzen Welt, keinen Personenkult.“ Lehrerin Brekle beeindruckte die Stimmung, die Ruhe auf dem Petersplatz – trotz der großen Menschenmenge.

Für Sebastian Heider war es auch Gottes Segen, dass es bei 680 Reisenden keinen einzigen Unfall gab und niemand verloren ging. Mit nach Hause nahmen die Schüler am 8. Oktober nicht nur ihre Rom-T-Shirts und die Programmhefte mit Liedern, sondern auch die gemeinsame Erinnerung an ein großes Erlebnis.

Ruth Weinhold-Heße