08.05.2019

Alpine Ziele für Pilger

Seven Summits für Christen

Für Gipfelstürmer und andere Pilger: Sieben Berge, die speziell für Christen in Europa interessant sind.

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Die höchstgelegene Kapelle: Auf dem Rocciamelone im Piemont ist eine Marienkapelle. Foto: kna


Der höchste Kreuzweg: Führt in Osttirol über 14 Stationen in drei Etappen auf eine Höhe von 3.300 Metern. Gestartet wird in Prägraten im Virgental. 30 Kilometer und rund 2.800 Höhenmeter sind zu absolvieren. Das Kernstück erfordert absolute Trittsicherheit und besondere Sicherungsmittel, zum Beispiel ein Klettersteigset. Eingerichtet wurde der Weg von Bergfreunden aus Bochum.

Die höchstgelegene Kapelle: Befindet sich auf dem Rocciamelone im Piemont (3.538 Meter). Besonders groß ist der Andrang jeweils am 5. August, dem Fest «Maria Schnee». Papst Johannes Paul II. war 1991 zu Besuch - allerdings mit dem Hubschrauber. Auf Normalsterbliche wartet ein technisch nicht zu schwieriger Aufstieg über 1.500 Höhenmeter. Die doppelte Distanz überwinden bei einem Wettkampf die schnellsten Bergläufer aus dem Tal in Susa in weniger als zwei Stunden.

Die härteste Wallfahrt: Der Vierbergelauf in Kärnten: 52 Kilometer und 1.500 Höhenmeter am Stück, Gehzeit 16 Stunden, drei Andachten, fünf Heilige Messen. Zugleich eine der ältesten Wallfahrten im Alpenraum. Findet seit mehr als 500 Jahren jedes Jahr am zweiten Freitag nach Ostern, dem «Dreinagelfreitag», statt, benannt nach den drei Nägeln, mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Stets mehrere tausend Teilnehmer.

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Oberhalb der Kapelle steht eine Marienfigur auf dem Rocciamelone.
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Das größte begehbare Gipfelkreuz der Welt: Ist die Attraktion auf der Buchensteinwand in den Kitzbüheler Alpen in 1.456 Metern über dem Meer. Es ist knapp 30 Meter hoch, eine Bergbahn bringt die Besucher vom Pillersee problemlos hinauf. Auch die Aussichtsplattformen sind barrierefrei über einen Aufzug erreichbar. Im Innern warten mehrere Räume «für Seminare, Hochzeiten, Lesungen oder besinnliche Projekte», wie es im Prospekt heißt.

Der höchste "christliche" Gipfel: Der Mönch im Berner Oberland ist mit knapp 4.100 Metern zwar ein respektabler Kandidat, muss den Vortritt aber eindeutig dem Dom im Wallis überlassen. Mit einer Gipfelhöhe von 4.545 Metern ist der Eisriese außerdem der höchste Berg, der vollständig in der Schweiz liegt. Erreichbar nur von versierten Hochtourengehern mit Seil, Pickel und Steigeisen.

Das frömmste Gestein: Ist zweifellos der Nagelfluh, ein Konglomerat, das durch Schlamm, Schutt und Geröll entstanden vor allem im Allgäu zu finden ist und dort im Volksmund scherzhaft «Herrgottsbeton» heißt. Die zusammengebackenen runden Kiesel erinnern an schlecht gerüttelten Waschbeton, aber Vorsicht: Nicht immer ist das Material so bombenfest, wie es klingt. Von der Nagelfluhkette über dem Gunzesrieder Tal prächtiger Ausblick auf das Gottesackerplateau.

Die beste Kirche für Kletterer: Ist ein 2.778 Meter hoher Urgesteinszapfen über der Darmstädter Hütte im Verwall und wartet mit fünf Routen in den Schwierigkeitsgraden 5 bis 7- auf: Ministrantenrennbahn, Priesterweihe, Großinquisitors Frühgymnastik, Messweinorgie und Sakrileg. Bis zu sieben Seillängen, Bohrhaken. 

kna