Sprungbrett zu Gott

Zeltlager im Wiesental in Thalwenden

Thalwenden. Im Zeltlager der Schönstatt-Mannesjugend (SMJ) ist immer was los. Von der spannenden Schnitzeljagd über sportliche Wettbewerbe bis zum Singen am Lagerfeuer. Ein Besuch im Wiesental bei Thalwenden.

Richtige Indianer mal ganz unter sich: In jedem Jahr lädt die Schönstatt- Mannesjugend zu einem Zeltlager nach Thalwenden ein. Teilnehmen können Jungen im Alter zwischen neun und 13 Jahren. In diesem Jahr stand das Leben der Indianer im Mittelpunkt. Foto: Mattias Burghardt

 

 Der zwölfjährige Lukas Kuczmik ist begeistert: „Als unsere Gruppe die Nachtwache hatte, habe ich plötzlich einen fremden Indianer im Lager herumschleichen sehen. Mit meiner Vuvuzela habe ich dann die anderen geweckt. Zusammen haben wir ihn im Wald verfolgt. Es war finster und wir wurden ganz schön erschreckt.“ Diese Mutprobe und weitere Abenteuer, Spiel und Spaß prägten das Zeltlager der Schönstatt-Mannesjugend, das vom 8. bis 18. Juli im Wiesental bei Thalwenden im Eichsfeld unter dem Motto „DU - Im Auge des Adlers“ stattfand. Dabei lernten die Jungen eine Menge über die Indianer Noramerikas und schlüpften selbst in die Rollen der tapferen Krieger.

 Federn für Maria als Dank, als Zeichen für ein Gebet

 Mit dabei die beiden Gruppenleiter Christian Hufnagel aus Heiligenstadt und Ludwig Hildebrandt aus Lengenfeld unterm Stein. Beide kennen die Schönstatt- Zeltlager aus ihrer eigenen Kindheit. „Heute helfen uns die Erfahrungen von einst, selbst eine Gruppe zu leiten“, freut sich Christian Hufnagel, den die Jungen einfach nur Juri nennen. Zusammen mit Lukas Kuczmik und anderen Kindern ist er unterweg zum geistlichen Zentrum des Jugendlagers. An einem Felsen finden sich ein Kreuz, eingeritzt von einer der ersten Zeltlager-Generationen, und ein mit Federn umschmücktes Marienbild. „Jede der Federn steht für einen Dank, eine Bitte, ein Gebet füreinander“, berichtet Christian Hufnagel. Inzwischen ist Pfarrer Eberhard Jacob aus dem benachbarten Uder eingetroffen, der im Wechsel mit Pater Hans- Martin Samietz die geistliche Betreuung der Tage übernahm. Zusammen mit den Jungen und allen Helfern wird er an diesem Nachmittag einen Gottesdienst feiern, in dem die, die es wünschen, ein Liebesbündnis mit Maria schließen können. „Die Jungen sind in einem Alter, in dem sie sich langsam vom Elternhaus lösen, und da kann das Liebesbündnis eine gute Möglichkeit sein, das eigene Leben zu gestalten“, sagt Pfarrer Jacob.

 Mit dem Herzen in Gott verankert bleiben

 Und Ludwig Hildebrandt ergänzt: „Das Liebesbündnis mit Maria ist unser Schlüssel zu einem lebendigen Glauben. Wir haben sie gern und setzen uns für sie ein.“ Was in der Taufe Grund gelegt ist, wird in der Beziehung zu ihr tagtäglich vertieft. Ludwig Hildebrandt: „Wir binden uns an die Mutter und Erzieherin Jesu und wollen in ihrer Begleitung lernen, als Christen zu leben. Wir wollen mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und zugleich mit dem Herzen in Gott verankert bleiben.“ Es kommt darauf an, dass der Glaube alltagstauglich ist. Alles, was der Einzelne erlebt, kann so für ihn ein Sprungbrett zu Gott sein. Es ist eine Spiritualität, die alle Lebensbereiche durchdringen kann.“

 Im Zeltlager gelingt es ihm und den anderen Helfern aus dieser Haltung heraus, den Jungen den Glauben nahezubringen und vorzuleben. „Nur so ist es möglich, Begeisterung für Christus zu wecken.“ Weiter weist Ludwig Hildebrandt darauf hin, dass auch nichtchristliche Jungen am Zeltlager teilnehmen. „Das Christliche bildet bei uns den Rahmen, aber es ist nicht die Voraussetzung zur Teilnahme.“

 Insgesamt wurden den 27 teilnehmenden Jungen elf Tage Ferien angeboten. Organisation und Betreuung waren ehrenamtlich organisiert. Ludwig Hildebrandt: „Es ist der besondere Reiz der Zeltlager, dass wir uns alle freiwillig engagieren. Keiner wird gezwungen, jeder kann seine Fähigkeiten einbringen.“ Und die Jungen ihrerseits sind dazu eingeladen, eigene Begabungen zu entdecken und ein Stück weit Selbstständigkeit zu erlernen.

 Die Schönstatt-Mannesjugend versteht sich zudem als eine Lebensschule, die den jungen Leuten bei ihrer Entfaltung und Entwicklung hilft. Ziel ist eine feste, freie, christliche Persönlichkeit. Und je mehr der einzelne Mensch weiß, wer er ist, desto mehr wird er fähig, sein Leben zu meistern. So kann der Einzelne die Erfahrung machen, wertvoll zu sein.

 Von Holger Jakobi



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