27.04.2017

Sommersemester der Theologischen Fakultät Erfurt

Zu aktuellen Fragen der Zeit

Katholisch-Theologische Fakultät Erfurt widmet sich im Sommersemester besonders der Zukunftskraft des Christentums, dem Thema Christentum-Islam und Aspekten der Ökumene.


Akademische Veranstaltung der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt. | Foto: E. Pohl


Erfurt (bk/tdh). Mit der Begrüßung einer neuen Kollegin und einiger neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter eröffnete die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt am 3. April das Sommersemester. Mit Dogmatikerin Julia Knop ist das Erfurter Professorenkollegium wieder komplett. Ein Drittel der Professuren in Erfurt ist mit Frauen besetzt. Das sei, so der Dekan der Fakultät, Professor Michael Gabel, ein wichtiger Beitrag, um die Rolle von Frauen in der Wissenschaft, aber auch in Theologie und Kirche zu stärken.

Für Interessierte über Ostdeutschland hinaus
Gabel stellte im Anschluss an den Semestereröffnungsgottesdienst im Erfurter Priesterseminar das Semesterprogramm vor. Der Fakultät gehe es um ein für Studentinnen und Studenten attraktives Studium, aber auch um die Präsenz wissenschaftlicher Theologie in der Gesellschaft, so der Dekan. Damit wolle die Fakultät Studierende weit über Ostdeutschland hinaus ansprechen, die Theologie unter den spezifischen religiös-kirchlichen Bedingungen der Bistümer und der Gesellschaft in der Region kennenlernen und studieren wollen. Dafür setze die Fakultät auch im Sommersemester wieder vielfältige Akzente.
Bei den öffentlichen Kreuzgang-Gesprächen, die traditionell im Mai stattfinden, steht in diesem Jahr das Thema der Zukunftskraft des Christentums im Mittelpunkt: Welche Erfahrungen aus der Geschichte des Christentums können fruchtbar gemacht werden, um die Zukunftsfragen der Gesellschaft gemeinsam zu bewältigen? Was ist das Gemeinsame, für das die verschiedenen Konfessionen einstehen wollen? Neben der grundsätzlichen Diskussion des Themas sollen die Aspekte „Einsatz für globale Gerechtigkeit“ und die „Bewältigung der demografischen Entwicklung“ besonders bedacht werden. Als Referenten konnten bereits der ehemalige Bundesminister Professor Klaus Töpfer (3. Mai) und der Theologe und Publizist Christian Heidrich (10. Mai) gewonnen werden.
Eine Tagung über die Kardinalsvisite von Nikolaus Cusanus im Jahr 1451 in Erfurt findet am 19./20. Mai statt. Sie erinnert an den vor zehn Jahren verstorbenen Erfurter Professor Fritz Hoffmann.
Zu einigen Gastvorlesungen lädt das Erfurter Theologische Forschungskolleg ein, das aus der Fakultät heraus organisiert wird. So wird der Bonner Erziehungswissenschaftler Professor Volker Ladenthin diskutieren, ob und warum die demokratische Gesellschaft Religion braucht (8. Mai). Die Berliner Theologin Professor Anja Middelbeck-Varwick  widmet sich dem Verhältnis von Christentum und Islam: „Der Gott Israels ist der Vater Jesu  - und der Gott des Koran. Von der Israeltheologie zur Islamtheologie? Religionstheologische Überlegungen“ (26. Juni).

Beiträge zum Reformationsgedenkjahr
Die Fakultät ist mit einer Reihe von Angeboten in der katholischen Kirche Ostdeutschlands aktiv. Sie wird sich mit einem umfangreichen Programm an einem „Kirchentag auf dem Weg“ in Erfurt beteiligen, der im Jahr des Reformationsjubiläums stattfindet (25. bis 27. Mai). Themen der Workshops und Vorträge befassen sich mit der Geschichte der Reformation. So wird nach Luthers Umgang mit den Katechismen seiner Zeit ebenso gefragt wie nach dem Theologiestudium zur Erfurter Zeit Luthers. Ein Vortrag befasst sich mit Liturgien des Reformationszeitalters. Aber auch das heutige Verhältnis der Konfessionen bewegt die Erfurter Theologen, wenn es beispielsweise um Seelsorge bei Krankheit und Tod in konfessionsverbindenden Ehen geht.
Aus der Fakultät wird die universitäre Ringvorlesung im Sommersemester mitorganisiert, in der es um die Reformation und ihre Bedeutung für die heutige Gesellschaft und Kultur geht. Unter den Referentinnen und Referenten sind der Rechtswissenschaftler Professor Michael Stolleis, der Soziologe Professor Hartmut Rosa, die Historikerin Professor Luise Schorn-Schütte und die Schriftstellerin Dr. Felicitas Hoppe (jeweils dienstags, 18 Uhr, Rathausfestsaal).
Für die Fakultät, so Dekan Gabel, haben die Ökumene und die Beschäftigung mit anderen christlichen Kirchen besonderes Gewicht. Das präge die Erfurter Theologie heute, sei aber auch Teil ihrer Geschichte. Gerade im Jahr des Reformationsgedenkens wollen die Erfurter Theologinnen und Theologen vor allem mit Blick auf die religiöse Situation in Ostdeutschland ihren Beitrag zum ökumenischen Dialog leisten.

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