11.09.2011

Warten auf den Papst

Proteste sind eher eine Randerscheinung

Von "Tag des Herrn"-Redakteurin Dorothee Wanzek

Jugendliche aus Osnabrück, die mit uns auf die Ankunft des Papstes warten, berichten von Anrufen ihrer besorgten Eltern, die in deutschen Medien von chaotischen Verhältnissen und befürchteten Anschlägen durch Weltjugendtagsgegner erfahren haben. In unserer Wahrnehmung sind die Proteste eher eine Randerscheinung. Die nicht genehmigte Demonstration, in die einige aus unserer Gruppe gestern gerieten, hatte laut spanischen Zeitungsberichten rund 5000 Teilnehmer. Nicht unbedeutend, aber im Verhältnis zu der mehr als eine Million Pilger, die derzeit das Stadtbild prägen, eher eine Randerscheinung. Als wir gestern abend auf die Ankunft des Papstes warteten, fiel uns die Anspannung der Polizisten und Sicherheitskräfte auf. Wir beobachteten, wie eine Stunde vor Ankunft des Papstes eine kleine Gruppe von Demonstranten am Rande eines Platzes in Erscheinung tritt, auf dem die Papstankunft per Großleinwand zu sehen sein wird. Sofort treten rund zwanzig bewaffnete und gepanzerte Uniformierte auf den Plan, die die Störer einkreisen und schließlich abführen. Sofort sind auch Fernsehkameras zur Stelle, die das Geschehen festhalten. Die freiwilligen Helfer, die in ihren grünen T-Shirts den geordneten Ablauf der Versammlung sichern, wissen nicht genau zu sagen, ob der Papst nach seiner Begrüßungsansprache den Platz passieren wird, an dem wir warten. Offenbar wird die genaue Fahrtroute erst kurzfristig festgelegt. Nach Ende der Veranstaltung sind aus Sicherheitsgründen alle U-Bahnstationen in der Nähe des Veranstaltungsorts gesperrt. Die Pilger lassen sich von diesen und anderen Unannehmlichkeiten ihre Freude nicht beeinträchtigen. Als die Metro endlich wieder fährt, werden wir von einer Gruppe winkender Spanierinnen freundlich in einen bereits völlig überfüllten Wagen eingeladen.