18.09.2011

Verzwickte Vorbereitungen: "Swahili – Deutsch, Deutsch – Swahili"? Fehlanzeige!

Impfungen, Einkaufen angemessener Kleidung, Sammeln von Spenden, Beantragungen eines Reisepasses, Finden von Gastgeschenken, Material beschaffen für die Arbeit vor Ort - das alles sind Vorbereitungsmaßnahmen auf meinen Freiwilligendienst in dem Dorf Iguguno. Diese sind so komplex, dass ich mit Problemen gerechnet hatte. Dankbar, dass diese Probleme nicht weiter aufgetreten sind, habe ich mich nun den einfacheren Vorbereitungen zugewandt. Doch wer hätte gedacht, dass ich ausgerechnet bei der Suche nach einem Wörterbuch erste Probleme bekommen würde! Das Lernen der Sprache Swahili ist wichtig, um in der Schule des Dorfes unterrichten zu können. Auch mit der Gastfamilie kommuniziert es sich so besser, da die Mitglieder selten Englisch sprechen können. Ein Wörterbuch scheint da sehr hilfreich, besonders für die ersten Wochen im Gastland. Beim Blick ins Internet und nach dem Anrufen der verschiedensten Leipziger Buchhandlungen, war erschreckend klar, dass ich keines bekommen würde. Die Nachfrage sei zu gering, daher wird es nicht mehr verlegt und ein breites Angebot gäbe es schon gar nicht. Mit dieser kleinen, aber doch schwerwiegenden Hiobsbotschaft wurde mir bei jedem Anruf die Hoffnung genommen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Von einer Sprache, die mehr als 80 Millionen Menschen in 12 Länder des afrikanischen Kontinents sprechen, soll es kein Wörterbuch geben? Oder ausreichend Interesse daran? Auch wenn diese Erkenntnis erschütternd war, ich hatte Interesse. Mit Mühe und Not konnte ich ein Buch ausfindig machen, dass Sprachführer, Wörterbuch und Grammatiklehrbuch zugleich ist. Wie gut dieses Buch ist, wird sich noch herausstellen, aber Alternativen gibt es nicht. Bedenke ich das gründlich, fällt mir auf, dass dies wohl die beste Vorbereitung war: Die Konfrontation nicht immer die Auswahl, keine Alternativen zu haben. Ab nun ist für 10 Monate Improvisation gefragt.

Luise Binder