Ugali – das „täglich Brot“ in Tansania

Luise Binder (18) aus Leipzig ist seit September Freiwillige der Kolpingjugend-Gemeinschaftsdienste in Tansania. Was sie dort erlebt, darüber berichtet sie hier regelmäßig. Heute über die Eßgewohnheiten in Tansania.
Geht man in Tansania auf Nahrungssuche, so kommt man an einer Mahlzeit nicht vorbei: Ugali. Ugali ist ein Maisbrei und hierzulande das täglich Brot. Und das wortwörtlich, denn man isst ihn tatsächlich jeden Tag. So auch ich. Schmecken tut er eigentlich nach nichts weiter, daher gibt es dazu Milch oder verschiedenes Gemüse. Am Abend bemüht sich meine Gastfamilie allerdings etwas anderes zu kochen. So gibt es hier auch Nudeln, Reis, Kochbananeneintopf und etwas Ähnliches wie Fladenbrote.
Mir schmeckt ungelogen alles! Nur bei Fleisch bin ich vorsichtig. Da weiß man nie so richtig, welchen Teil eines Tieres man gerade isst. Schnell liegt ein Hühnerfuß samt Krallen auf dem Teller. Für mich sehr beeindruckend ist, dass nicht auf Vorrat eingekauft wird, sondern vor jeder Mahlzeit. Somit hat man jeden Tag die Möglichkeit über den Dorfmarkt zu schlendern und die schönsten Früchte zu betrachten.
 Zum Kochen sitzen wir meistens draußen, denn die kleine Küche befindet sich außerhalb. Es gibt keinen Elektroherd, alle Mahlzeiten werden auf Feuer und heißen Kohlen zubereitet. Das nimmt natürlich einige Zeit in Anspruch und so sitzt man mindestens zwei Stunden.
So lecker alles schmeckt, stört mich doch eines: alles wird mit einer Unmenge an Öl zubereitet. So nimmt man bei den ohnehin schon gewaltigen Gerichten jedes Mal unnötig viel Fett auf, was die ansetzenden afrikanischen Rundungen fördert.
Doch unser Aufenthalt hier wäre ja kein kultureller Austausch, wenn wir nicht auch etwas einbringen würden. Beim Nudeln-mit-Tomatensoße-Kochen konnten wir schon beweisen, dass man Spagetti auch nur mit Wasser und Salz kochen kann. Alles in allem wiederholen sich die Gerichte regelmäßig.
Ich hatte nie das Gefühl reich zu sein, aber eins merke ich hier jeden Tag: die interkulturelle Auswahl zu haben und essen zu können, was man will, das ist auch eine Form von Luxus.
Luise Binder
Hinweis: Luise Binder hat auch einen Internet-Blog: www.luise-in-tansania.blogspot.com

Kommentare

Liebe Luise ich bin der Vati vom Benjamin aus Wahren Werner, ich finde was ihr dort in Tansania macht ganz große Klasse habe mir heute euern Blog angesehen und lese jede Woche deinen Bericht im Tag des Herrn. Wie man sieht habt ihr auch auch Gelegenheit Land und Leute kennenzulernen. Wir fliegen auch bald nach Afrika und nehmen von eurer Begeisterung für das Land viel mit auf den Weg. Gott möge euch beschützen und macht weiter so. Werner