Sonntag in den Gastfamilien

Klima der Kirchenfeindlichkeit

Von "Tag des Herrn"-Redakteurin Dorothee Wanzek

In einem großen bunten Zug zogen Jugendliche aus allen Kontinenten und einheimische Christen mit Fahnen und Trommelklängen am Abend von der Kathedrale zum Sportpalast am Rande von Murcia, um dort die heilige Messe zu feiern. In seiner Predigt machte der Bischofs von Murcia deutlich, welch große Hoffnungen die Kirche in Spanien auf den Weltjugendtag setzt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich hier ein Klima der Kirchenfeindlichkeit ausgebreitet. Nur noch eine kleine Minderheit von Katholiken beteiligt sich aktiv am kirchlichen Leben, der Altersdurchschnitt der Gottesdienstbesucher ist extrem hoch. Der Bischof ermutigte die spanischen Jugendlichen, sich von dieser Situation nicht zu beirren zu lassen. Sie sollten sich bewusst sein, dass sie mit dem christlichen Glauben über einen Schatz verfügten, der zu einem erfüllten Leben führe und Lösungen für viele Probleme der Menschheit berge.

Den Sonntag verbringen die Weltjugendtagspilger gemeinsam mit ihren Gastfamilien. Eine der Gruppen ist bei spanischen und lateinamerikanischen Schwestern in einem Franziskanerinnen-Mutterhaus untergebracht. Am Vormittag hat diese Gruppe gemeinsam mit den Schwestern einen Gottesdienst in der benachbarten Franziskanerkirche besucht. Nach einer Führung durch das Kloster – es war im 19. Jahrhundert gegründet worden, um überlebende Kinder einer Überschwemmungskatastrophe in Murcia aufzunehmen - sangen die Jugendlichen für ihre Gastgeber einige Lieder aus dem deutschen Pilgerheft. Spontan motivierte Schwester Esmeralda die Gäste daraufhin, gemeinsam mit ihr schwungvoll zur Ehre Gottes durch die Kirche zu tanzen.