21.06.2017

Katholische Marienkirche in Ebeleben

Osterweg bedeutet Lebensweg

In der Katholischen Marienkirche in Ebeleben befindet sich neben dem Kreuzweg ein Osterweg. Der Maler Hans Bark versetzt die österliche Botschaft ins Leben der Menschen in Thüringen.


Die sechste Station mit dem Titel „Gemeinsames Brotbrechen“. | Fotos: Holger Jakobi

 

„Der Osterweg ist ein aktiver Prozess, er lädt dich ein, komm, du bist gefordert, pack an, geh los“, so Alexander Terre, der die Broschüre „Der Ebelebener Osterweg“ verfasst hat. Vorgestellt wurde sie aus Anlass des 80. Geburtstages von Pfarrer Otto Thonhofer. Alexander Terre stellt die österlichen Bilder von Horst Bark vor, der für die Ebelebener Kirche auch einen Kreuzweg (Ausgabe 15) malte.

Glückwünsche für Pfarrer Otto Thonhofer zum 80. Geburtstag.

„Wo lebe ich für und mit anderen?“
Stationen des Osterweges sind: „Am Anfang war das Paradies“, „Durchzug durch das Rote Meer“, „Das leere Grab”, „Der Herr trocknet meine Tränen”, „Auf dem Weg nach Emmaus”, „Gemeinsames Brotbrechen”, „Begabung“, „Beweise mir den Glauben“, „Jesus offenbart sich“ und „Das Versprechen – Ich bin bei euch!“ In der Broschüre wird den Stationen die jeweilige Bibelstelle, eine Betrachtung, eine Meditation und ein Gebet an die Seite gestellt.
So werden zur zehnten Station „Das Versprechen“ – Jesus steht in einer Menschengruppe mit weit geöffneten Armen – beispielsweise folgende Mediationspunkte benannt: „Habe ich den Mut, meiner Berufung zu folgen? Verschließe ich meine Arme oder breite ich sie liebend aus? Mache ich Unterschiede unter den Menschen oder folge ich dem Gebot der Nächstenliebe? Wo lebe ich für und mit anderen?“ Und im Gebet heißt es: „Jesus, du hast versprochen, uns bis ans Ende der Tage nicht alleine zu lassen. Wir bitten dich, gib uns die Kraft, an dein Versprechen Tag für Tag zu denken und es mit Leben zu füllen, damit wir wie du, segnend und liebend die Arme ausbreiten können, allen Menschen gegenüber, die uns begegenen. Herr darum bitten wir dich.“
Mit dem Fertigstellen der Broschüre erfüllte Alexander Terre – der in Ottobeuren Sozialwissenschaft studiert – ein Vermächtnis von Pfarrer Dieter Lang, mit dem er befreundet war. Dieser war begeistert von den Bildern Hans Barks und wollte sie bekannter machen. Nach Langs Tod erschienen zunächst das Heft „Der Kreuzweg“. Beide Broschüren laden dazu ein, sich intensiv mit den Lebens- und Glaubensfragen zu beschäftigen, die sich aus der Passion Jesu und dem Ostergeschehen ergeben. Pfarrer Otto Thonhofer verweist zudem darauf, dass die kleine Gemeinde in Ebeleben  den Osterweg als Lebensweg angenommen habe.
Alexander Terre freut sich, dass er den „Osterweg“ Pfarrer Otto Thonhofer zum 80. Geburtstag als Geschenk überreichen konnte. „Pfarrer Thonhofer macht so viel für andere. Jetzt konnten wir etwas für ihn tun.“

Der Osterweg hat mit Lebensfreude zu tun
Der Maler Hans Bark wurde 1928 in Marl (Westfalen) geboren und ist in Ostpreußen aufgewachsen. Bis zu seinem Tod lebte er in Bad Sulza. Pfarrer Otto Thonhofer hatte Bark über seine Zirkusbilder kennengelernt. Auch im Ebelebender Kreuz- und im Osterweg finden sich Zirkusleute. Sie sind im Bild „Das leere Grab“ zu sehen. Eine junge Frau jongliert mit Reifen, Kinder schauen über einen Zaun gebeugt zu. Eine weitere Frau sitzt auf einem Esel. Eine besondere Reminiszenz an Pfarrer Thonhofer, der ein ausgewiesener Freund der Esel ist. Alexander Terre schrieb dazu: „Ausdruck der Lebensfreunde des Osterweges: Die Zirkusdarsteller und das besonders empfindsame und leider von uns Menschen oft unterschätzte kluge Tier, der Esel.“

Zikusleute und ein Esel fehlen als liebevolle Details nicht.

Konktakt zum Autor des Osterweges: alexander_terre90@gmx.de

Von Holger Jakobi