14.12.2017

Verein der Freunde und Förderer des Klosters Neuzelle

Mönche wollen klare Zusagen

Bei der ersten Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Neuzelle wurde auf die gute Entwicklung des Vereins verwiesen. Einige offenen Fragen müssen dringend gelöst werden.


Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Neuzelle. | Foto: Winfried Töpler


Die Freunde und Förderer des Klosters Neuzelle trafen sich am 25. November im evangelischen Gemeindehaus in Neuzelle zu ihrer ersten Mitgliederversammlung. Sie kamen bis aus Berlin und Leipzig; sogar aus Süddeutschland war ein Teilnehmer angereist. Sie wurden vom Vorstand und den Patres begrüßt.
Die Versammlung begann mit einem geistlichen Wort von Zisterzienserpater Simeon Wester. Er sagte, dass ein Kloster ein Hinweis auf Gott sein will und dessen Barmherzigkeit in die Welt weitergeben möchte. In den folgenden Rechenschaftsberichten konnten der Vorsitzende Lothar Bretterbauer und der Schatzmeister Thomas Wilke auf die überaus positive Entwicklung des Vereins verweisen. Aus den 40 Gründungsteilnehmern sind nun 160 Mitglieder geworden. Neben den großzügig eingegangenen Mitgliedsbeiträgen sind auch schon nahmhafte Spenden zu verzeichnen, so dass das Konto bei 19 700 Euro steht. Mit diesen Mitteln sollen zwei Drittel der Anschaffungskosten eines Kleinbusses getragen werden. Den braucht das Kloster künftig für die Seelsorgearbeit. Die anwesenden Mitglieder sprachen dem Vorstand ihren Dank und die Entlastung von ihrer Aufgabe aus.

Verhandlungen bisher ohne klare Lösung
Nach dieser vereinsorganisatorischen Arbeit stand der bisherige und künftige Weg des Klosters, der zu seiner Gründung führen soll, im Mittelpunkt der Gespräche und Diskussionen. Pater Kilian Müller berichtete über die bisherigen Etappen und Verhandlungen, die aber noch zu keiner klaren Lösung geführt haben. Die Reise der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Martina Münch (SPD), nach Heiligenkreuz belegt das große Interesse der Landesregierung am Zustandekommen der Klostergründung. Doch vor Ort tun sich immer wieder neue Hindernisse auf. Ein Grund liegt darin, dass Bischof Wolfgang Ipolt, der die Mönche eingeladen hatte, nicht Eigentümer der Gebäude und Liegenschaften ist, also nicht darüber verfügen kann. Dies macht deutlich, dass die Entscheidung richtig war, zunächst eine Vorhut nach Neuzelle zu schicken. Es ist leichter, von Neuzelle aus anstatt von Heiligenkreuz aus die Verhandlungen mit der Landesregierung zu führen. Die Mönche benötigen klare Zusagen, anstatt um jede Kleinigkeit ringen zu müssen. Die Mitglieder sprachen sich dafür aus, bei verschiedenen Politikern Hilfe zu suchen, um die Idee der Klostergründung breiter in die politische Öffentlichkeit zu tragen. Es wurde jedoch immer wieder betont, dass ebenso die geistliche Unterstützung wichtig sei. Aus verschiedenen Orten wurde berichtet, dass die Kirchengemeinden das Klostergebet in ihre Gottesdienste einbinden.

Klostergründung ist keinesfalls sicher
Insgesamt zeigte sich während der Mitgliederversammlung, dass die Klostergründung keinesfalls sicher ist –  zumindest nicht so, wie die Mitglieder es sich bisher vorgestellt hatten. So wurde die Versammlung geschlossen in dem Wissen, dass noch viele Mühen zu bewältigen sind.
Die Mitglieder und Gäste gingen nach der Versammlung zum katholischen Pfarrhaus, um sich bei Kaffee und Kuchen zu stärken. Zum Abschluss beteten sie gemeinsam mit den Zisterziensern in der Klosterkirche die Vesper. Und darin war die Hoffnung zu spüren, dass zisterziensisches Leben in Neuzelle weitergeht, nachdem es vor 200 Jahren bereits unsanft zu Ende gegangen ist.

Weitere Informationen zur Wiederbesiedelung des Klosters in Neuzelle im Jahr 2018 unter: www.bistum-goerlitz.de und: www.neustart.zisterzienserkloster-neuzelle.de

Von Winfried Töpler