30.11.2017

Monsignore Gunkel als Leiter der Ökumene-Kommission in Erfurt verabschiedet

Mit Herzblut gearbeitet

Monsignore Heinz Gunkel wurde als Leiter der Ökumene-Kommission des Bistums Erfurt verabschiedet. Seine Nachfolge tritt zum 1. Januar Pfarrer Martin Gebhardt aus Sömmerda an.


Wechsel im Amt: Martin Gebhardt (links) wird neuer Leiter der Ökumene-Kommission des Bistums. Er tritt die Nachfolge von Monsignore Heinz Gunkel an. | Foto: Peter Weidemann

 

Nach knapp zwanzig Jahren Arbeit für die Einheit der christlichen Kirchen legt der Leiter der Ökumene-Kommission des Bistums Erfurt, Offizial Monsignore Heinz Gunkel (66), Ende Dezember sein Amt nieder. Langweilig wird ihm nicht werden, da er weiterhin als Kirchenrechtsexperte das Interdiözesane Offizialat in Erfurt leitet und in der Pfarrseelsorge arbeitet. Der 1978 zum Priester geweihte Gunkel möchte aber seine Arbeitsbelastung reduzieren. Bischof Ulrich Neymeyr kommt daher seinem Wunsch nach Entpflichtung als Ökumene-Beauftragter mit Wirkung zum 31. Dezember dieses Jahres nach und hat auch schon einen Nachfolger benannt: Pfarrer Martin Gebhardt aus der Kirchengemeinde St. Franziskus in Sömmerda.
Heinz Gunkel war es ein Anliegen, dass im neugegründeten Bistum Erfurt eine Ökumene-Kommission eingerichtet wurde, zu deren Leiter ihn Bischof Joachim Wanke am 1.8.1998 ernannte. Die eigentliche Arbeit geschah mit und zwischen den anderen Kirchen in Thüringen. Gunkel gehörte der ökumenischen Kontaktgruppe an, in der Bischöfe und Vertreter des Bistums Erfurt, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche und der Kirchenprovinz Sachsen zu regelmäßigen Gesprächen zusammenkamen. Große ökumenische Dokumente wie die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre wurden hier diskutiert und gewissermaßen für die Arbeit vor Ort geerdet. Diese Treffen der Kirchenleitungen finden heute mit der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands statt, die 2009 gegründet wurde.
Dass das Miteinander der Thüringer Kirchen schon zu Zeiten der DDR partnerschaftlich und fair gewesen war, hat eine gute Grundlage für das gemeinsame Tun geschaffen. Öffentlich wahrnehmbar wird diese Verbundenheit bei ökumenischen Gottesdiensten oder bei Veranstaltungen in Gedenkjahren großer christlicher Gestalten wie Bonifatius, Elisabeth von Thüringen, Meister Eckhart und, jüngst erst, Martin Luther.

Fachberater der deutschen Bischöfe
Heinz Gunkel wirkte an ökumenischen Weiterbildungsmaßnahmen für die Pastoral mit und engagierte sich in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Thüringen, die er dreimal als Vorsitzender leitete. Die Wiedervereinigung der ostdeutschen und der westdeutschen ACK erfolgte übrigens im Oktober 1993 in Eisenach. Die Arbeit von Monsignore Gunkel beschränkte sich nicht auf Landesebene. Die Mitarbeit in der Konferenz der Ökumene-Referenten aller deutschen Bistümer gehörte zu seinem Amt. Dass ihn die Deutsche Bischofskonferenz für zehn Jahre als Fachberater in ihre Ökumene-Kommission berief und sich von ihm bis heute in der Bundes-ACK vertreten lässt, hat wohl eher mit seiner Person und seinem Engagement zu tun. 2009 würdigte Papst Benedikt XVI. sein priesterliches Wirkenmit dem Titel eines Päpstlichen Hauskaplans, was sich mit der Anrede Monsignore verbindet.
Seine Aufgabe als Bischöflicher Beauftragter für die Ökumene habe er nur „mit Herzblut“ tun können, sagt Monsignore Heinz Gunkel rückblickend. Die Glaubwürdigkeit der Christen hänge auch von ihren Bemühungen um die Einheit der Kirchen und einem eindeutigen Zeugnis des Glaubens ab. „Wir sollten einander bestärken, und dazu gehört es auch, dass wir einander noch besser kennenlernen.“ (bip/tdh)