04.05.2017

Dresdener Schüler haben sich mit Luther und Benno beschäftigt

Luthers Blick auf Sankt Benno

Die Schüler des evangelischen Religionsunterrichtes im Dresdner St. Benno-Gymnasium haben sich mit Luther und dem Namenspatron ihrer Schule beschäftigt. Das Ergebnis ist in der Benno-Ausstellung in Meißen zu sehen.


Peter Dänhardt (links), Mitarbeiter im Klosterpark Altzella, half den Schülern, die historischen Texte besser zu verstehen. | Fotos: Andreas Golinski


Begeistert setzt sich Tilman im Tonstudio des Dresdner St. Benno-Gymnasiums die Kopfhörer auf und liest seinen Text ins Mikrofon. Gemeinsam mit seinen Mitschülern Joshua, Lena, Helene und Hilal gestaltet er den Inhalt für eine Hörstation, die Teil der Ausstellung „Ein Schatz nicht von Gold – Benno von Meißen – Sachsens erster Heiliger“ sein wird. Die Ausstellung ist vom 12. Mai bis 5. November in der Albrechtsburg in Meißen zu sehen. Inhaltlich geht es im Beitrag der Dresdner Gymasiasten um eine Flugschriftenkontroverse, die 1524 zwischen Martin Luther und verschiedenen Gelehrten seiner Zeit um die Feierlichkeiten zur Heiligsprechung Bischof Bennos in Meißen entbrannte. Diese waren dem  Reformator wohl ein besonderer Dorn im Auge.

„Toller Einblick in das Thema Reformation“
„Für uns als Schüler des evangelischen Religionsunterrichts an einem katholischen Gymnasium ist es besonders interessant, sich auf diese Weise mit dem Namenspatron unserer Schule auseinanderzusetzen“, sagt der Achtklässler. Auch Doris Oelke, evangelische Religionslehrerin an der Schule, sieht in dem Gemeinschaftsprojekt zwischen Albrechtsburg und St. Benno-Gymnasium eine Bereicherung des Unterrichts: „Es gibt uns gerade im Jahr des Reformationsgedenkens einen tollen Einblick in das Thema Reformation. Mir persönlich war diese Querverbindung zwischen Luther und Benno bis dahin gar nicht bekannt. Ich finde es gut, auf diese Weise gemeinsam mit den Schülern auch eine durchaus kritische Sicht auf das Thema Heiligenverehrung zu erarbeiten.“
Unterstützung bei der Bearbeitung der historischen Texte von Martin Luther, Hieronymus Emser, Augustin von Alveldt und Paul Bachmann erhielten die Schüler von Peter Dänhardt. Er ist Museologe  und historischer Mitarbeiter im Klosterpark Altzella. „Mir war es wichtig, den Schülern zu zeigen, dass eine historische Person, wie Benno, auch heute noch eine Bedeutung haben kann. Es macht besonderen Spaß, den schriftlichen Schlagabtausch zwischen Luther und seinen Kritikern für die Jugendlichen so zu bearbeiten, dass sie die Texte gut verstehen und sprechen können.“

Die Schüler beim Einsprechen der Texte für die Hörstation der Benno-Ausstellung in Meißen.

Einblick in Streitkultur zu Luthers Zeiten
Das sieht auch Joshua so. Den 14-Jährigen amüsiert vor allem die deftige, teilweise sogar recht derbe Sprache, die in der Kontroverse anklingt, wenn Luther etwa den Heiligen Benno verteufelt und die Kritiker Luther im Gegenzug selbst als meineidigen Mönch oder Reittier des Teufels betiteln. „Trotzdem vermitteln die Texte doch auch viel von der Art und Weise, wie man zu Luthers Zeiten Streitthemen ausgetragen hat und das finde ich an diesem Projekt besonders interessant“, bestätigt Hilal. „Es war schön, den Religionsunterricht mit den Aufnahmen im Studio einmal ganz anders zu gestalten.“ In jedem Fall wird die Hörstation mit den Tonaufnahmen der Bennonen einen frischen Akzent in der Meißner Ausstellung setzten.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Von Andreas Golinski