31.12.2015

Anstoß 01/2016

Lied der guten Wünsche

Am Beginn eines neuen Jahres haben wir meist viele Wünsche. Wir wünschen einander alles Gute, Gesundheit, Gottes Segen für alles, was uns so erwarten mag.

Beim Wünsche-Aussprechen zu besonderen Anlässen begleitet mich oft ein Lied. Mal schreibe ich es auf eine Karte, manchmal sing ich es auch, das „Lied der guten Wünsche“. Manche Wünsche sind auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewöhnlich, aber alle zusammen eigentlich genau das, was wir brauchen könnten, damit Leben erfüllt, lebendig und auch glücklich wird.
Das Lied habe ich als Jugendliche in den 80er Jahren auf einer Kassette gefunden. „Lieder junger Christen“ stand darauf, aber nicht, von wem es geschrieben wurde oder wo es herkommt. Auf jeden Fall ist es für mich ein Begleiter geworden und am Beginn des neuen Jahres möchte ich es Ihnen mitgeben:

Ich wünsch dir offne Türen / und Platz in deinem Haus / für jene, die dich suchen / mach du das Beste draus: mit allen deinen Träumen / mit deiner ganzen Glut / mit deiner ganzen Liebe / mit deiner ganzen Wut.

Ich wünsch dir die Erregung / doch auch Gelassenheit / ein jedes Ding in Maßen /und je zu seiner Zeit: die kleinen Nichtigkeiten / das eine klare Ziel / das Reden und das Schweigen / die Arbeit und das Spiel.

Ich wünsch dir, dass die Quelle / die deine Hoffnung speist / nicht trüb wird mit den Jahren, im Winter nicht vereist / vielleicht auch ein paar Falten / wie, wer viel lacht, sie trägt / ein Herz, das zwar beständig / doch nicht im Gleichtakt schlägt.

In den letzten Wochen des alten Jahres waren meine Gedanken viel bei Menschen, die noch ganz frisch um den Verlust eines lieben Menschen trauern. Auch wenn zum Teil durch Krankheit bedingt, der Tod vor Augen stand, bleibt es ein großer Verlust, wenn der liebste Mensch geht oder einer, der ein Leben lang da war. Erst recht, wenn der Verlust ganz unerwartet eintrat, wie bei einem Unfall oder Flugzeugabsturz.
Beim Schreiben und Wünschen denke ich auch an viele andere, die bedrückt in das neue Jahr starten: weil Krankheit sie quält, weil Schwierigkeiten sich auftürmen, weil sie ihre Heimat verlassen mussten, weil ihr Leben durch Krieg und Terror in Gefahr ist ... Nicht nur, aber besonders für sie, sei der Wunsch am Schluss des Liedes gedacht:

Ich wünsch dir, dass der Eine / der unsre Schritte lenkt / dir auch an trüben Tagen / ein Stückchen Himmel schenkt / ein Stückchen Himmel schenkt.

Angela Degenhardt, Sangerhausen