Katechese und Demo

"Für Gott ist der Tod des Menschen nicht das Schlimmste"

Von "Tag des Herrn"-Redakteurin Dorothee Wanzek

„Viele Menschen werden erwachsen, ohne dass auch ihr Glaube erwachsen wird“, stellte der österreichische Jugendbischof Stephan Turnovszky am Vormittag in seiner Katechese zum Thema „Das größte Abenteuer – der Glaube“ fest. Unter seinen Zuhörern und Gesprächspartnern waren junge Christen aus verschiedenen österreichischen und deutschen Diözesen, darunter auch die Magdeburger. „Gott ist nicht gemütlich“, betonte der Wiener Weihbischof dabei. Denen, die angesichts von Naturkatastrophen an der Existenz eines liebenden Gottes zweifeln, empfahl er, über ihr Gottesbild nachzudenken. Gott mute den Menschen zu, auf der abgekühlten dünnen Kruste einer glühenden Kugel zu leben, umgeben von einer zarten Sauerstoffschicht. Erwachsener Glaube an Gott und seine Liebe sei deshalb immer mit einem Wagnis verbunden. „Der Tod ist schlimm und schrecklich, aber für Gott ist der Tod von Menschen nicht das schlimmste“, lautete eine seiner Thesen, die die Jugendlichen anschließend zur Diskussion herausforderten. Das schlimmste sei für Gott, wenn ein Mensch seine Freiheit nutze, um sich endgültig gegen ihn und seine Liebe zu entscheiden. „Das ist der ewige Tod. Wir nennen das auch die Hölle.“

Den Nachmittag verbrachten die Jugendlichen mit Stadtbesichtigungen. Einige gerieten dabei in eine Demonstration gewaltbereiter linker Papstgegner. „Unsere Steuergelder nicht für den Papst“ war neben Protesten gegen kirchliche Machtansprüche und kirchliche Sexualmoral auf den Transparenten zu lesen. Die Pilger, die sich zufällig in dem Demonstrationszug bewegten, merkten plötzlich, dass die Situation zu eskalieren begann. Sie suchten Schutz in einem Restaurant, das aber gerade von der Polizei geräumt wurde und ergriffen die Flucht.