28.09.2017

Katholischer Thesenanschlag

Kabarettistischer Anschlag auf Reformationsgedenken

Kurz vor Ende des Reformationsgedenkjahres hat Manfred Lütz in Wittenberg „9+5“ humoristische Thesen an die Tür der evangelischen Stadtpfarrkirche geschlagen.


Foto: Matthias Holluba

Lütz – Psychiater, katholischer Theologe, Bestsellerautor und vor allem auch Kabarettist –  fordert darin unter anderem „flächendeckende Einführung von Karneval in allen evangelischen Regionen“ und die „Einführung des Zwangszölibats für humorlose, besserwisserische, aber diensteifrige evangelische Pfarrer, die für Ehefrauen und Kinder eine Zumutung darstellen würden“. – Im Anschluss an den Thesenanschlag sagte Lütz: Kirche dürfe nicht immer nur jammern. „Wir dürfen auch stolz sein auf das, was wir in 2000 Jahren erreicht haben“. In der Ökumene gehe es nicht darum, „dass wir alle gleich werden, sondern wir müssen lernen, die Unterschiede wertzuschätzen“. Am Thesenanschlag nahm auch der evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer teil, der den „Originalhammer“ mitgebracht hatte, mit dem Martin Luther seinerzeit seine 95 Thesen an das Portal der Schlosskirche genagelt haben soll. Diesen habe er beim Aufräumen im Keller gefunden.