15.10.2014

Italienisch im Grünen

Bei einem Sprachenkurs bereiten sich die Neuen auf ihre weitere Ausbildung zum Priester am Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom vor. Foto: Phillip Fuhrmann

 

Ein Jahr Rom ist um. Schwupps, ist das Auslandsjahr zu Ende. Doch Zuhause in der Lausitz war ich nur kurz, seit einem Monat sitze ich nun wieder in Italien und lerne Vokabeln. Ich besuche einen Kurs für Fortgeschrittene, denn mein Aufenthalt an der Universität in Rom hat sich außerplanmäßig verlängert. Ich werde mein Studium nicht in Erfurt beenden, sondern hier in der ewigen Stadt im Collegium Germanicum et Hungaricum. So hat es sich Bischof Wolfgang Ipolt gewünscht und ich habe natürlich freudig zugesagt. Oder eher – mit lachendem und mit weinendem Auge. Denn meine wichtigste Erfahrung in diesem freien Jahr in Rom war: Ich habe das Priesterseminar in Erfurt richtig vermisst.  Und ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas je sagen würde! Viel zu eingeengt habe ich mich immer gefühlt, viel zu weit ab von der Lebenswirklichkeit von Menschen, die nicht Theologie studieren, viel zu genervt von den Gesprächen, die sich immer nur um Kirche drehen. All das Positive, dass ich genoss, sah ich erst, als es weit weg war: Die Witzeleien am Tisch, die lustigen Abende im Garten, das Rumgealbere in den Vorlesungen … Wir waren eine echt tolle Truppe. Und auch wenn ich dem einen oder anderen bei theologischen Disputen gerne das nächstgelegene Buch an den Kopf geschmissen hätte, freue ich mich schon, jeden einzelnen im Pastoralkurs wiederzusehen.
Nun ist mein Platz für die nächsten Jahre erst einmal hier. Weltkirche kennenlernen, den Horizont erweitern, Blickwinkel wechseln, Erfahrungen sammeln – und damit dann hoffentlich das Bistum versuchen zu bereichern. Schön, wieder in einer Gemeinschaft zu sein. Nicht so schön, wieder jeden Morgen so früh aufzustehen. An den fest geregelten Tagesablauf muss ich mich von Neuem gewöhnen, da hat es der gemeine Student entspannter. Wobei ich zurzeit auch sehr entspannt bin. Ich befinde mich mit den anderen Neuaufgenommenen zum Sprachkurs auf dem Sommer- und Wochenendsitz des Kollegs eine knappe Autostunde entfernt von Rom. Mitten im Grünen, weitab vom Rummel der Metropole bereiten wir uns auf das kommende Semester vor. Soweit alles super. Ich bin gespannt auf das, was kommt.