30.11.2017

Bischof Gerhard Feige zur Personalie Ilse Junkermann

Irritiert und innerlich berührt

Bischof Gerhard Feige ist verwundert über die Entscheidung des Landeskirchenrates, die Amtszeit von Bischöfin Ilse Junkermann nicht zu verlängern.


Ilse Junkermann ist seit 2009 Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. | Foto: epd

Bischof Gerhard Feige hat sich irritiert darüber geäußert, dass die Bischöfin  der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, nicht über 2019 hinaus bis zu ihrer Pensionierung 2023 im Amt bleiben kann. „Ohne die genauen Hintergründe zu kennen und mich in die inneren Angelegenheiten der EKM einmischen zu wollen“, so der Bischof in einer am 27. November in Magdeburg verbreiteten Erklärung, „kann ich doch nicht verschweigen, dass mich die Entscheidung des Landeskirchenrates irritiert und innerlich sehr berührt. Noch vor kurzem habe ich beim 60. Geburtstag von Landesbischöfin Junkermann öffentlich meine Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht, dass Gott sie ,vor fast acht Jahren in unser Gebiet geführt hat‘, dass ,auch die Chemie zwischen uns ganz gut stimmt‘ und ich mir ziemlich sicher bin, dass wir uns auch weiterhin den Herausforderungen unserer Zeit vertrauensvoll, mit Herz und Verstand sowie auf Augenhöhe stellen werden‘", so der Bischof.
„Inzwischen ist unsere ökumenische Verbundenheit – ich schließe dabei auch Kirchenpräsident Joachim Liebig von der Landeskirche Anhalts mit ein – sogar noch intensiver und lebendiger geworden. Dafür bin ich sehr dankbar, und ich habe keinerlei Zweifel daran, dass sich dies in der noch verbleibenden Zeit ebenso segensreich auf unser gemeinsames Zeugnis für das Evangelium auswirken wird wie zuvor.“
Auf der Synode der EKM in Erfurt in der vorigen Woche hatte der Landeskirchenrat keinen Antrag auf die Amtsverlängerung von Landesbischöfin Ilse Junkermann gestellt. Es seien für die EKM „andere und neue Impulse der Konsolidierung und des Aufbruchs in die Gesellschaft wichtig“, hieß es zur Begründung. Junkermann selbst sprach von einer Entscheidung, die schmerze. Sie wollte nach Ende ihrer regulären Amtszeit 2019 noch vier Jahre bis zum Erreichen des Ruhestandsalters im Amt bleiben.
Junkermann war im März 2009 von der Landessynode für zehn Jahre zur Landesbischöfin gewählt worden. Im Bischofswahlgesetz der EKM sind mehrere Amtsperioden möglich. Liegen bis zum Eintritt in den Ruhestand weniger als fünf Jahre, kann die Landessynode die Amtszeit per Beschluss verlängern. Antragsberechtigt ist hierfür nur der Landeskirchenrat. Eine Wahl ist dann nicht notwendig. (ekm/pbm/tdh)