14.12.2017

Ostdeutsche Bischöfe warnen vor Wegfall der West-Zuschüsse

Hilfe ist weiter nötig

Katholische Bischöfe in Ostdeutschland warnen vor Wegfall der West-Zuschüsse: Falsch angesichts des missionarischen Auftrags der Kirche.


Ostdeutschlands katholische Bischöfe halten weitere Finanzhilfen aus den West-Bistümern für unabdingbar. „Angesichts unseres missionarischen Großauftrags in Ostdeutschland und der Herausforderung, die Kirche in die Öffentlichkeit zu bringen, wäre ein Wegfall der Zuschüsse für unsere Bistümer eine völlig falsche Entwicklung“, sagte der Berliner Erzbischof Heiner Koch am Montag in Leipzig nach einem Treffen mit den anderen ostdeutschen Bischöfen. Zahlreiche Kindergärten, Schulen und katholische Angebote wären dann nicht mehr finanzierbar. Derzeit laufen Verhandlungen, ob und wie der sogenannte Strukturbeitrag ab 2020 weitergezahlt wird.
Zudem drängen die Ost-Bischöfe bei der Priesterausbildung auf neue Konzepte. „Wir begeben uns in den Prozess mit der Deutschen Bischofskonferenz, allerdings mit einer gewissen Ungeduld, da wir uns in personeller und konzeptioneller Hinsicht einem deutlichen Handlungsbedarf ausgesetzt sehen“, so Koch. Bei der pastoralen Ausbildung müsse es künftig tragfähige Lösungen geben. Als weiteres Thema diskutierten die Bischöfe Wege, wie in der ländlichen Diaspora Seelsorge und pastorale Strukturen aufrecht erhalten werden können. Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wird Prognosen zufolge die Zahl der Katholiken weiter sinken und sich dadurch die Situation verschärfen.
Die Bischöfe haben außerdem das Verbrennen von Israel-Fahnen bei Protesten gegen die Israel-Politik der USA scharf kritisiert. „Wir stellen uns ganz vehement dagegen, dass Israel, die jüdische Gemeinschaft und die Juden auf diese beschämende Weise beleidigt werden“, heißt es in einer Erklärung. „Wir sind uns der besonderen Lage im Nahen Osten bewusst und bedauern alle Schritte, die zu einer Verschärfung des Klimas dort führen.“ Weiter betonten die Bischöfe: „Gerade in Deutschland darf kein Platz für Hass sein und die Infragestellung des Existenzrechts Israels.“
An der zweitägigen Zusammenkunft nahmen außer Koch die Bischöfe Gerhard Feige (Magdeburg), Ulrich Neymeyr (Erfurt), Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) und Wolfgang Ipolt (Görlitz) teil, zudem Erzbischof Stefan Heße vom Erzbistum Hamburg, dem Mecklenburgs Katholiken angehören. (kna)