05.10.2017

Ausgezeichnetes Umweltmanagement

Grüner Hahn auch in Roßbach

Die Jugendbildungsstätte St. Michaels-Haus wurde kürzlich erfolgreich für ihr Umweltmanagement mit dem „Grünen Hahn“ zertifiziert. Nicht nur die Mitarbeiter, auch die Jugendlichen sind dadurch herausgefordert, sich mehr für die Bewahrung der Schöpfung zu engagieren.


Bei der Übergabe (von links): Jugendbildungsreferent Stephan Schmitz-Tekaath, Auditor Hartmut Spring, Hausleiterin Katharina Exner, Martina Langer, Christina Laske und Klaus Popko vom Hauspersonal, Barbara Lohfink (Familienbildungsstätte Naumburg) und Gemeindereferentin Franziska Scherf (Naumburg) als Gäste, Diözesanjugendseelsorger Christoph Tekaath, Prüfer Bernd Brinkmann und Hausgeistlicher Johann Storzer. | Foto: JuPast

 

Nach fünf Jahren war es Anfang September soweit. Wie in manchen kirchlichen Regionen und deren Einrichtungen bereits üblicher, wird nun auch das Jugendhaus St.-Michaels-Haus in Roßbach den Grünen Hahn führen. Und zeigt damit, dass man hier am kirchlichen Umweltmanagementsystem teilnimmt.
Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen sind dazu aufgerufen, die Bewahrung der Schöpfung in ihren Alltag ganz bewusst mit Taten und mit System umzusetzen. Diese Möglichkeit war es auch, die Diakon Christoph Tekaath, seit fünf Jahren Diözesanjugendseelsorger im Bistum, damals gereizt hat. Nun durfte er in Vertretung des Umweltbeauftragten des Bistums, Wendelin Bücking, das Zertifikat an seine Mitarbeiter im Jugendhaus überreichen. In der Umwelterklärung sagt Tekaath: „Am Tisch beim Essen, in der Ausstattung der Räume, durch die Wärme der Heizung, bei der Gestaltung der Flure, durch die Einkaufslieferung und so weiter soll etwas deutlich werden von der Botschaft, für diese Welt Sorge und Verantwortung wahrzunehmen und sich um die Bewahrung der Schöpfung zu mühen.“

Managementsystem für Umweltaspekte
Wie kam es dazu? Bei einem Treffen der Kommission für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung wurde der sogenannte Grüne Hahn vorgestellt. In Kontakt mit Hartmut Spring, der selbst Auditor und damit so etwas wie ein Prozessberater für den Grünen Hahn ist, war die Idee schnell geboren, das Jugendhaus auf diesen Weg zu bringen. Hausleiterin Katharina Exner war sofort sehr angetan, und nach einer Mitarbeitervollversammlung wurde der Beschluss gefasst, ein Umweltmanagementsystem einzuführen.
Als erstes wurde ein Umweltteam gegründet und in einem Ideenspeicher Möglichkeiten gesammelt, in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen etwas für den Umweltschutz und für mehr Nachhaltigkeit zu tun. Nebenbei begann bereits eine Reihe von Umstellungen und Veränderungen im Haus, angefangen vom Bezug von Biolebensmitteln über den Einbau einer neuen Pelletheizung bis zur Nutzung von Ökostrom.
Aber ein Umweltmanagementsystem braucht seine Zeit und auch viele Schritte. Ein Grünes Handbuch musste geführt werden. Ein großer Check der Einrichtung stand an. Das Umweltteam aus Bereichsleitern im Haus musste lernen, miteinander zu überlegen und sich abzustimmen. Schließlich mussten Schöpfungsleitlinien verfasst und ein Umweltprogramm zusammengestellt werden. Auch eine Erfassung der Daten vom Verbrauch von Strom über die Heizenergie bis zum Müllaufkommen stand an. Auditor und Nachbar des Jugendhauses, Hartmut Spring, war dabei anfangs eine große Hilfe, später wurde als Umweltmanagementbeauftragter Stephan Schmitz-Tekaath, im Jugendhaus als Jugendbildungsreferent tätig, ernannt. Er koordinierte diese Dinge und führte das Handbuch.
Nun wurde die letzte Hürde genommen und der externe Prüfer Bernd Brinkmann kam zu Prüfung und Zertifizierung nach Roßbach. Und als er grünes Licht gab, konnte Hausleiterin Katharina Exner das Zertifikat entgegennehmen. Zukünftig gibt ein Hahn in Roßbach also den Weckruf zu mehr Umweltschutz.

Schöpfungsbewahrung ist christlicher Auftrag
Bischof Gerhard Feige wird es freuen. Auch er hatte in den letzten Jahren immer wieder appelliert, sich der Bewahrung der Schöpfung zu widmen und konkret zu werden. Im Sinne des Bischofs leistet das Jugendhaus des Bistums nun einen Beitrag dabei.
Übrigens: Ausruhen ist beim Zertifikat Grüner Hahn nicht angesagt. Denn nun muss die systematische Arbeit weitergehen und das Umweltprogramm in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden. Auch für Gäste im Haus ist Mittun angesagt. Wie? Das können die Mitarbeiter im Sankt-Michaels-Haus in Zukunft bei der Begrüßung am besten erklären.

Mehr Infos: www.jung-im-bistum-magdeburg.de

Von Stephan Schmitz-Tekaath