21.09.2017

Treffen der Metropolie Berlin

Geistliche Wurzeln sind wichtig

Die Bischöfe und Generalvikare der Metropolie Berlin tagten im St. Otto-Stift in Görlitz. Der Vorsitzende, Erzbischof Heiner Koch, informiert darüber.


Von links: Pfarrer Andreas Kutschke (Generalvikar des Bistums Dresden-Meißen), Pater Manfred Kollig (Generalvikar des Erzbistums Berlin), Weihbischof Matthias Heinrich (Erzbistum Berlin), Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen), Erzbischof Heiner Koch (Erzbistum Berlin), Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz) und Pfarrer Alfred Hoffmann (Generalvikar des Bistums Görlitz). | Foto: Raphael Schmidt


Die Konferenz der Bischöfe und Generalvikare der Metropolie (Kirchenprovinz) Berlin mit seinen (untergeordneten) Suffragan-Diözesen Görlitz und Dresden-Meißen, fand am 15. September im St. Otto-Stift in Görlitz statt. Vor Beginn der Tagung beteten der Berliner Erzbischof Heiner Koch und sein Weihbischof Matthias Heinrich, die Bischöfe aus Dresden und Görlitz, Heinrich Timmerevers und Wolfgang Ipolt, sowie die Generalvikare Pater Manfred Kollig SSCC, Andreas Kutschke und Alfred Hoffmann in der Kathedrale St. Jakobus das Stundengebet der Kirche, die Terz.
Erzbischof Koch, der die Konferenz leitete, sagte am Ende der Tagung unter anderem: „Wir haben zunächst über die Situationen, Vorhaben und Planungen in den Diözesen gesprochen. Es ging um die Strukturen der Orts-Seelsorge und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, auch für die Weiterentwicklung des Personals. Um den Abbau von Personal geht es dabei in keiner Weise, sondern, wenn es zur Gründung neuer Pfarreien kommt, was dabei alles zu beachten ist, wie wir hier im Osten die besten Lösungen finden können.  Das wird allerdings das Schwerpunktthema bei unserer nächsten Zusammenkunft sein“, so der Erzbischof.
Neuzelle war das zweite Thema: „Bischof Ipolt hat darüber berichtet, wie freudig die Mönche aufgenommen wurden –  und die Chance missionarischer Kraft, zur Vitalisierung christlichen Lebens an diesem Ort, der durch die Wiederbesiedelung durch Zisterzienser bereits jetzt schon ausgeht und weiterhin ausgehen soll. Er sprach aber auch davon, was noch geplant werden muss, in Fragen der Räumlichkeiten und der finanziellen Ausstattung beispielsweise. Das unterstützen wir sehr – und mit großer Freude.“ Der Erzbischof ließ erkennen, dass er bei den offiziellen Feierlichkeiten im nächsten Jahr gern dabei sein möchte.
Das dritte Thema war die Situation der Priesterkandidaten. Es ging darum, die Ausbildung und Qualifizierung zukunftsfähig zu machen. Und um das Miteinander der Ausbildungen von Diakonen, Priestern, Gemeinde- und Pastoralreferenten sowie Priesterkandidaten. „Neben der wissenschaftlichen Ausbildung geht es dabei vorrangig um die spirituelle Ausbildung, Formung und Ausrichtung.  Es ist uns ein großes Anliegen, nicht nur fachlich gut ausgebildetes Personal zu haben, sondern vor allem geistlich gut geschultes. Die geistliche Verwurzelung ist unheimlich wichtig“, sagte Erzbischof Koch.

Wie den Menschen helfen, Gott zu finden?
Das zu Ende gehende Gedenkjahr der Reformation war ein weiteres Thema der Tagung – und wie es nach diesem Jahr weitergeht. Die Zusammenarbeit auch mit den orthodoxen Kirchen werde man „ganz stark wieder in den Blick nehmen müssen“. Das Reformations-Gedenkjahr wird man gemeinsam mit den evangelischen Kirchen abschließen. „Wir sind dankbar für die Einladungen und das Miteinander – und wir sind dankbar dafür, dass bei uns hier die Ökumene solide getragen wurde und wird. Die Frage, die Martin Luther gestellt hat – Wie finde ich einen gnädigen Gott? – sei „in unsere Situation weiter zu übersetzen und um die Frage zu erweitern: Wie helfen wir Menschen, Gott überhaupt zu finden? Und. Wie kommen wir Menschen näher, die Gott überhaupt nicht suchen?“, sagte der Erzbischof. Dies „ist die große Aufgabe und Herausforderung, die über das Reformationsjahr jetzt bleibt, besonders in unserer Diasporasituation“.
Die Situation in den Grenzregionen, in die viele polnische Katholiken übersiedeln, war ein weiteres Thema. „Das ist für unsere Gemeinden neben den Chancen, die sich dadurch auftun, auch eine pastorale Herausforderung. Wie können wir ihnen, ihrer Geschichte und religiösen Tradition gerecht werden, aber gleichermaßen verhindern, dass sich Parallelgemeinden bilden. Wir wollen Gemeinden, in denen sich Deutsche und Polen gleichermaßen zu Hause fühlen, es keine Abgrenzungen gibt“, sagte Erzbischof Koch, der insgesamt von einem „intensiven und offenen Austausch“ sprach: „Es ist wichtig, dass wir uns in vielen Dingen abstimmen. Allein der räumlichen Nähe wegen und der vergleichsweise geringen Zahl der Katholiken hier“.

Von Raphael Schmidt