25.03.2014

Gehört der Heilige Josef schon ins Hochgebet?

Im vergangenen Sommer hat der Papst bestimmt, dass im Hochgebet der Messe auch der heilige Josef genannt werden soll. Ab wann gilt das denn? W. M., Berlin

Am 19. Juni 2013 hat die Kongregation für Gottesdienst- und Sakramentenordnung den Erlass veröffentlicht, Josef solle in allen Hochgebeten nach Maria genannt werden (bislang nur im ersten). Diesen Wunsch hätten viele Gläubige an Papst Benedikt XVI. gerichtet; sein Nachfolger habe dies nun so verfügt.

Im zweiten Hochgebet etwa soll der Passus lauten: „Vater, erbarme dich über uns alle, damit uns das ewige Leben zuteil wird in der Gemeinschaft mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit dem seligen Josef, ihrem Bräutigam, mit deinen Aposteln ...“

Der Frage, ab wann der neue Einschub gilt, widmet sich gerade die Zeitschrift „Gottesdienst“. Demnach soll er etwa in den Bistümern Würzburg, Eichstätt und Paderborn erst gebetet werden, wenn die deutsche Übersetzung der dritten Auflage des Messbuchs eingeführt ist. Auf die bezieht sich das Dekret vom vergangenen Sommer. Nur: Die deutschen Bischöfe haben die Neuübersetzung auf Eis gelegt, weil sie sprachlich nicht geglückt ist.

In anderen Diözesen wie Regensburg oder Linz ist es den Priestern freigestellt, Josef im Hochgebet zu erwähnen. Fulda, Mainz und Augsburg veröffentlichten das Dekret ohne Kommentar.


Das Erzbistum Köln stellt die Verwendung auch frei, übersetzt aber „... mit ihrem Bräutigam, dem heiligen Josef …“. Hier wird kritisiert, dass die aus Rom mitgelieferte Übersetzung vom „seligen Josef“ spricht, während bei uns meist vom „heiligen Josef“ die Rede ist. Da aber verweist die Gottesdienstkongregation auf eine Regelung der Instruktion „Liturgiam authenticam“ von 2001. Die besagt, dass römische Übersetzungen gelten.


Jedenfalls, so schreibt die Zeitschrift „Gottesdienst“, erhielten Priester, die in Rom anfragten, die Antwort: Josef gilt ab sofort. Papst Franziskus mache es schon, obwohl auch die italienische Übersetzung der dritten Auflage des Messbuchs noch nicht fertig ist.

Von Roland Juchem