09.08.2017

Gottesdienst für Glaubenszeugen am 24. August

Gedenken an mutige Christen

Vor 75 Jahren wurden in Dresden fünf junge standhafte Glaubenszeugen hingerichtet. Im KZ Dachau kamen drei Priester aus dem Bistum Meißen ums Leben. Zwei Gedenkgottesdienste erinnern an die Märtyrer der Nazizeit.


Vor fünf Jahren wurde die Asche der Dachauer Märtyrer feierlich in die Kathedrale überführt. | Foto: Dorothee Wanzek

 

75 Jahre nach der Hinrichtung von fünf Jugendlichen aus dem Salesianer-Oratorium in Poznán gestalten Schüler des Dresdner Benno-Gymnasiums am 24. August um 18 Uhr einen Gedenk-Gottesdienst im Innenhof der ehemaligen Dresdner Hinrichtungsstätte am Münchner Platz. 1999 hatte  Papst Johannes Paul II. Edward Kaźmiersky, Edward Klinik, Franciszek Kęsy, Jarogniew Wojciechowski und Czesław Joźwiak als Märtyrer selig gesprochen. Die fünf verband eine sehr enge Freundschaft. In der NS-Besatzungszeit wurden sie der Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt, im September 1940 verhaftet, zum Tode verurteilt und am 24. August 1942 gegen 20.30 Uhr in Dresden hingerichtet. Aus Augenzeugenberichten und Briefen geht hervor, dass sie bis zum Schluss an ihrem Glauben festhielten und dem Hass keinen Raum in ihren Herzen einräumten.
Wenige Tage später, am 1. September, wird in Desden dreier Märtyrer gedacht, deren Tod sich ebenfalls zum 75. Mal jährt. Bischof Heinrich Timmerevers lädt um 18 Uhr zu einem festlichen Gottesdienst in die Kathedrale ein, der letzten Ruhestätte von Aloys Scholze, dem seligen Alojs Andritzki und Bernhard Wensch. All drei Priester des Bistums Meißen starben im Konzentrationslager Dachau. Aloys Scholzes Todestag war der 1. September.  Viele Mitglieder aus seiner Leutersdorfer Gemeinde nahmen am 7. Oktober 1942 an der Beisetzung auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden teil, trotz ihrer Angst vor der Überwachung und Verfolgung der Gestapo.
75 Jahre später pflegen die Leutersdorfer noch immer das Gedenken an den Pfarrer, der sich mutig und entschlossen gegen Menschenverachtung und für Frieden einsetzte. Peter Steurich ruft die schmerzlichen Todesumstände in Erinnerung: „Sein Bruder musste um die Herausgabe der Asche kämpfen. Schließlich erhielt er sie vom KZ Dachau in einer Konservenbüchse. Was für einen Schmerz musste die hochbetagte Mutter erleiden, als ihr der SS- Kommandant im September 1942 zynisch mitteilte,  dass der Sohn, von ihm selbst betrauert, trotz aller ärztlichen Bemühungen verstorben sei.“ Der Leutersdorfer Katholik ist überzeugt: „Unser persönlicher Beitrag für ein friedliches Miteinander – ob in der Familie, der Gemeinde oder im Land – bleibt unverändert gefragt.“
Wer Mitfahrgelegenheit ab Leutersdorf benötigt, sollte sich bis 15. August im Pfarrbüro melden (Telefon 0 35 86/38 62 50).