Erinnerung an 13. Februar 1945

Gedenken in Dresden

Der 13. Februar stand in Dresden ganz im Zeichen des Gedenkens an die Bombardierung der Stadt  in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges.

Menschenkette vor der Synagoge. Foto: Matthias Holluba

Dresden (mh). Mit Gottesdiensten, einer Menschenkette um die Altstadt, weißen Rosen und Kerzen haben die Dresdner an die Bombardierung ihrer Stadt am 13. Februar 1945 erinnert. Mehrere tausend Gegendemonstranten haben sich außerdem einem Fackelzug von etwa 1500 Neonazis entgegengestellt, die das Gedenken für ihre Zwecke instrumentalisieren wollten.  An der Menschenkette haben sich nach Veranstalterangaben rund 13.000 Menschen beteiligt. Dresdens katholischer Bischof Joachim Reinelt zeigte sich beeindruckt, wie die Dresdner angesichts dieser Herausforderung zusammenwachsen. Zugleich mahnte der Bischof, „Nazi-Parolen dürfen nicht im Kleinsten bei uns Wurzeln schlagen“. Alle seien aufgefordert den jungen Menschen zu helfen, „dass sie diese unsinnigen Ideen nicht aufnehmen“. In einem ökumenischen Gottesdienst rief der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer dazu auf, Rechtsextremisten entschlossen entgegenzutreten. Niemand „von diesen verirrten und irritierenden Menschen“ dürfe allerdings vorzeitig aufgegeben werden. "Versuchen wir, Verirrte zurückzugewinnen statt sie bloß zu stigmatisieren."


Dresden setzt ein Zeichen

Kommentar von Matthias Holluba

Dresden hat ein Zeichen gesetzt: Das Gedenken am Jahrestag der Bombardierung der Stadt in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges verlief friedlich. Die Menschen versammelten sich nicht nur zu den traditionellen Gottesdiensten und Feiern des stillen Gedenkens. 13 000 bildeten eine Menschenkette um die Altstadt. Diese Menschenkette ist ein starkes Symbol gegen die Nazis, die versuchen, das Gedenken für ihre Zwecke zu missbrauchen. 1600 Neonazis waren dazu in die Stadt gekommen, um einen Fackelmarsch durchzuführen. Dass dieser stark verkürzt werden musste, ist den 2000 Gegendemonstranten zu danken.

Manche, vor allem ältere Dresdner, bedauern, dass der 13. Februar nicht mehr nur ein Tag des stillen Gedenkens ist. Doch dort, wo die menschenverachtende Ideologie, die letztlich die Ursache für die Zerstörung der Stadt und den Tod Tausender Dresdner in der Bombennacht 1945 war, wieder propagiert wird, ist es die Pflicht aller, dagegen aufzustehen. Und wenn in der Auseinandersetzung damit unser Rechtsstaat seine Grenzen erreicht, können auch Aktionen des Zivilen Ungehorsams notwendig sein. Nur friedlich muss es dabei bleiben. Und das ist in Dresden diesmal gelungen.