09.11.2017

Interview mit dem Apostolischen Nuntius Nikola Eterović

Gebet ist unser gemeinsames Fundament

Der Apostolische Nuntius Nikola Eterović antwortet am Rande der Brückepreisverleihung auf Fragen des Tag des Herrn.


Zwei Erzbischöfe im Gespräch, links Alfons Nossol, rechts Nuntius Nikola Eterović. | Foto: Raphael Schmidt


Die Stadt Görlitz ehrt mit dem Internationalen Brückepreis der Europastadt Görlitz-Zgorzelec Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die europäische Verständigung verdient gemacht haben. Das Lebenswerk des ehemaligen Erzbischofs von Opole/Oppeln Alfons Nossol ist überschrieben mit dem Wort „Versöhnung“, insbesondere zwischen Deutschen und Polen.

Herr Nuntius, was gibt es aus Ihrer Sicht auf diesem Gebiet noch zu tun?

Sehr wichtig war der Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischofskonferenzen: Wir bitten um Versöhnung und wir gewähren Versöhnung. Diesen Weg konsequent weiterzugehen ist sehr wichtig für die Menschen beider Staaten und für ganz Europa. Ich glaube, es ist Gottes Gnade, an der wir mitarbeiten müssen. Dies ganz besonders in der derzeit nicht einfachen Situation in unserer Welt.

Brücke sein zwischen Deutschen und Polen, das ist der Auftrag, den Papst Johannes Paul II. dem Bistum Görlitz bei dessen Gründung gegeben hat. Wie kann dem aus Ihrer Sicht noch besser entsprochen werden?

Die gestrige Brückepreis-Verleihung war sehr schön. Über diese Zeremonie, dieses Event hinaus muss das, was der Preisträger in seinem Leben gewirkt hat, beispielgebend weitergetragen werden. Die guten Beziehungen zwischen den beiden Völkern müssen weiter verstärkt werden. Und: Wir Christen haben als Fundament unserer Beziehungen das Gebet. Das ist sehr wichtig. Wir beten für die Kirche, die Welt und  für immer besser werdende deutsch-polnische Beziehungen.  Und der Dialog ist sehr wichtig, zwischen den Hirten der Kirche, den Politikern, aber auch den Menschen, den Christen auf beiden Seiten der Neiße.  

Die europäische Union – das christliche Europa – „wackelt“ aufgrund von Unsicherheiten, Nationalismen ... Wie kann dem entgegengewirkt werden?

Wir müssen unsere christlichen Werte immer wiederholen und hoffen, dass auch die verantwortlichen Politiker daran denken. Alle Christen Europas, das sind etwa 80 Prozent, egal wie verschieden wir sind, haben dieselben christlichen Werte. Das ist das Fundament unserer europäischen Zivilisation und das muss es auch in der Zukunft bleiben.

Von Raphael Schmidt