Don-Bosco-Fest in Chemnitz

Fröhlich, lebendig, anziehend

Seit einem Vierteljahrhundert leben die Salesianer Don Boscos in Sachsen. Sie wollen bleiben, ließ Pater Josef Grünner, verantwortlich für den Orden in Deutschland, vergangenen Sonntag beim Don-Bosco-Fest in Chemnitz wissen.

Pater Johannes Kaufmann nimmt sich Zeit für Kinder und Jugendliche. | Foto: D.Wanzek

„Unsere Standorte in den neuen Bundesländern haben für uns hohe Priorität“, sagte Provinzial Josef Grünner im Chemnitzer Don-Bosco-Haus. Selbstverständlich ist es keinesfalls, dass die Salesianer weiterhin in Burgstädt, Chemnitz, Heiligenstadt und Berlin-Marzahn präsent sein werden. Wie viele andere Ordensgemeinschaften hierzulande ist der Nachwuchs auch in der auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen spezialisierten Gemeinschaft rückläufig. Dass Niederlassungen in Deutschland geschlossen werden müssen, ist deshalb unausweichlich.
„Hier im Osten Deutschlands haben wir als Einrichtungsträger eine Menge gelernt für die Herausforderungen, die in wachsendem Maße auch im Westen auf uns zukommen“, sagt Pater Grünner. In einer Umgebung, die keine katholische Tradition hat, sei es den Salesianern überraschend gut gelungen, viele Mitarbeiter einzubeziehen, die sich mit Don Boscos Ideen identifizieren und offen für christliche Wertebildung sind, obwohl sie nicht konfessionsgebunden sind.

Ausstrahlung über Chemnitz hinaus
In der Berufsbildungsstätte in Burgstädt und im offenen Kinder- und Jugendzentrum in Chemnitz wird diese Erfahrung weitergehen. Auch als Pfarr-, Jugend- und Gefängnisseelsorger werden die Salesianer Don Boscos Chemnitz erhalten bleiben. Das freut nicht nur den Chemnitzer Propst. „Die Salesianer sind eine Bereicherung für die Stadt und nicht zuletzt auch für das kirchliche Leben in der Stadt“, betont er. Andreas Moch, Vorstandsmitglied des Chemnitzer Caritasverbands, kann sich die Gemeinschaft kaum noch wegdenken aus der Region. „Anfangs waren wir skeptisch, als wir hörten, Ordensmänner kommen nach Chemnitz und nach Wechselburg. Zu DDR-Zeiten gab es hier ja keine“, erinnert sich der Annaberger Katholik. 25 Jahre später ist von der Skepsis nichts übriggeblieben. Was er bei den Benediktiner- und Salesianer-Patres erlebt, wünscht er sich von allen Priestern: „Sie konzentrieren sich ganz auf ihre Aufgabe in der Seelsorge, Verwaltungsaufgaben werden natürlich auch erledigt, spielen aber eine nachgeordnete Rolle“.

Liebevoller Blick auf Jugendliche
„Die Salesianer stehen für ein lebendiges, fröhliches, anziehendes Christentum und sie behalten immer die Jugendlichen im Blick, auch die Benachteiligten“, sagt Bernhard Klose. Er gehört zur St.-Antonius-Gemeinde im Stadtteil Altchemnitz, in der die Ordenspriester vor 20 Jahren die Pfarrseelsorge übernahmen. Gemeinsam mit seiner Frau Barbara hat er sich den Salesianischen Mitarbeitern Don Boscos angeschlossen, einer Gemeinschaft von Laien, die in Familie, Beruf und Gemeinde im Geist des Ordensgründers Johannes Bosco leben. Familiärer Geist wird nicht nur in dieser Laien-Gemeinschaft groß geschrieben, sondern überall dort, wo Salesianer Don Boscos präsent sind.

Familiärer Geist für Kirche und Gesellschaft
„Wir sind Familie“ hieß denn auch das Motto des Festes, mit dem die Salesianer am Sonntag nach dem Todestag ihres Ordensgründers Johannes Bosco (31. Januar) ihre 25 Jahre lange Erfahrung in Sachsen gefeiert haben. Mit dabei waren ehemalige und aktuelle Stammgäste des Don-Bosco-Hauses, ehrenamtliche Helfer aller Salesianer-Einrichtungen und viele Chemnitzer Katholiken. Eröffnet wurde das Fest mit einer heiligen Messe in der St.-Joseph-Kirche unter Leitung des Dresdner Bischofs Heinrich Timmerevers. Auf vielfältige  Weise trugen Junge und Ältere zum Gelingen bei. Die Bäckerlehrlinge des Don Bosco-Jugendwerks Burgstädt zum Beispiel hatten spezielle „Brötchen zum Teilen“ gebacken, die am Ende des Gottesdienstes verschenkt wurden. 

Von Dorothee Wanzek