Augustinuswerk in Wittenberg: 20 Jahre Engagement für Menschen mit Behinderung / Wechsel in der Geschäftsführung

Fest in der Region verwurzelt

Lutherstadt Wittenberg. Bernd Keitzl hat 20 Jahre lang die Geschicke des Wittenberger Augustinuswerkes gelenkt. Beim diesjährigen Neujahrsempfang der Einrichtung für Menschen mit Behinderung wurde Rückschau gehalten. Zugleich übergab Keitzl offiziell die Aufgabe des Geschäftsführers an seinen Nachfolger Matthias Monecke.

 

Der neue Geschäftsführer des Wittenberger Augustinuswerkes Matthias Monecke, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, Bernd Keitzl, Superintendent in Ruhe Albrecht Steinwachs und Frau.                   Foto: privat

 

Von Eckhard Pohl

Lutherstadt Wittenberg. In diesem Jahr war der  Neujahrsempfang des Augustinuswerks in Lutherstadt Wittenberg vom Rückblick auf das 20-jährige Bestehen (2011) der Einrichtung für Menschen mit Behinderung und zugleich auf 20 Jahre Geschäftsführung durch Bernd Keitzl (63) geprägt. Bereits seit 1. November werden die Geschicke des Augustinuswerkes durch Matthias Monecke gelenkt Bernd Keitzl, der die Führungsposition aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, übergab die Geschäftsführung jetzt offiziell seinem Nachfolger.

Verschiedene Einrichtungen für hilfebedürftige Menschen

Nicht zuletzt Bernd Keitzls Verdienst ist es, dass unter dem Dach des Augustinuswerkes heute eine ganze Reihe von Einrichtungen für hilfebedürftige Menschen in Lutherstadt Wittenberg, aber auch in Bad Schmiedeberg und in Jessen bestehen. In den Einrichtungen erfahren Menschen mit Behinderungen vom Kleinkind bis zum Greis die für sie notwendige Hilfe. Zum Angebot gehören zum Beispiel eine integrative Kindertagesstätte, Werkstätten für behinderte Menschen, Betreutes Wohnen, Wohnheimplätze, ein Altenpflegeheim und altengerechte Wohnungen.

Nach dem Erfolgsrezept der über Jahre stabilen Arbeit des Augustinuswerkes gefragt, verweist Bernd Keitzl in seiner bescheidenen Art auf die engagierten Mitarbeiter und den kollegialen Geist und betont: „Wir sind im Landkreis verwurzelt, sind harmonisch gewachsen und decken heute ein breites Spektrum der Arbeit mit Menschen mit Behinderung ab“. Ausschließlich in der Region engagiert, wohnen und arbeiten im Augustinuswerk heute über 600 Menschen mit Behinderungen. Sie werden von 200 Mitarbeitern begleitet.

Dankbar für Begegnungen mit Menschen mit Behinderung

„Ich bin für viele Begegnungen mit unseren Menschen mit Behinderungen sehr dankbar“, sagt Keitzl ausdrücklich.  „Es ist bemerkenswert, wie sich Menschen bei intensiver Förderung und Begleitung positiv entwickeln können.“ Bei seiner Arbeit sei immer auch der Kontakt zu den politisch Verantwortlichen wichtig gewesen, so das langjährige Mitglied im Stadtrat und im Kreistag. Aber: 20 Jahre als Geschäftsführer in einem Unternehmen tätig zu sein, das sei zu lange, fügt Keitzl hinzu.

Wichtige Impulse für die Gründung des Augustinuswerkes seien unter anderem bereits im Dezember 1989 bei einem Besuch von Vertretern der Pfarrei St. Marien in der Partnergemeinde St. Augustinus in Gelsenkirchen aufgenommen worden, so Keitzl, der von Jugend an aktives Mitglied der Pfarrei St. Marien ist. Wurzeln lägen nicht zuletzt in den Friedensgebeten von 1989, als gefordert wurde, dass die Gebäude des Staatssicherheitsdienstes sozialen und karitativen Zwecken zugute kommen sollten, so Keitzl.

Daran erinnerte auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, der zum Neujahrsempfang gekommen war. Haseloff, selbst Wittenberger, würdigte Keitzls Arbeit, aber auch die des früheren Superintendenten Albrecht Steinwachs. Beiden wurde jetzt die Ehrenmitgliedschaft des Augustinuswerkes verliehen. „Die letzten Jahrzehnte sind ohne Herrn Steinwachs in Wittenberg nicht denkbar – und auch das Land schuldet ihm großen Respekt“, so der Ministerpräsident über den Mann, der in der Wendezeit als erster den Wittenberger Runden Tisch leitete und wichtige Weichen stellte, die dann auch zur Gründung des Augustinuswerkes als ökumenischer Einrichtung des Evangelischen Kirchenkreises, der katholischen Pfarrei St. Marien  und des Franz-von-Sales-Hauses in Essen führten. Pfarrer Markus Lorek dankte Bernd Keitzl für sein langjähriges Engagement.

Keitzls Nachfolger Matthias Monecke (36) ist studierter Wirtschaftsingenieur. Der gebürtige Heiligenstädter hat seit 2004 als Verwaltungsleiter des Caritativen Pflegedienstes Eichsfeld (180 Mitarbeiter) Erfahrungen gesammelt. Die jetzigen Mitstreiter in Wittenberg haben ihn mit offenen Armen empfangen, betont Monecke.