23.10.2013

Tag des Herrn-Internetwettbewerb: Stephan Radig leitet Onlineredaktion im St. Benno-Verlag

Fast jede Pfarrei im Internet präsent

Wie wichtig ist eine eigene Internetseite für eine Pfarrgemeinde? Und was gilt es dabei zu beachten? Fragen an Stephan Radig, Leiter der Onlineredaktion im St. Benno-Verlag Leipzig.

Die Kommunikation einer Pfarrgemeinde ist ohne Internet heute kaum noch denkbar. Foto: kna

Leipzig (mh). „Im Gesamtkonzert der Kommunikationsmittel einer Pfarrei sollte die eigene Internetseite heute einen wichtigen Stellenwert besitzen“, sagt Stephan Radig. Der Leiter der Abteilung Neue Medien des Leipziger St. Benno-Verlages schätzt, dass es in den vier Tag des Herrn-Bistümern kaum noch eine Pfarrei gibt, „die im Internet gar nichts macht“. Was die Internetseite leisten kann, das hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab. Die altersmäßige Zusammensetzung der Pfarrei spielt hier genauso eine Rolle, wie die Frage der Netzabdeckung vor allem in ländlichen Flächenpfarreien.

Aktualität und Teamarbeit
„Die Stärke der Pfarr-Website liegt in der Möglichkeit der Informationsbeschaffung ohne an Pfarrbüro-Öffnungszeiten gebunden zu sein“, sagt Stephan Radig, der auch Mitglied  der Jury des Tag des Herrn-Internetwettbewerbs ist. Deshalb sollten auf der Internetseite zuerst die aktuellen Informationen und Termine zu finden sein. „Die Betonung liegt hier auf Aktualität. Nichts ist schlimmer als eine veraltete Website, die keiner mehr pflegt.“ Um Aktualität zu gewährleisten, ist es sinnvoll, dass möglichst mehrere Leute die Informationen einstellen können, auch wenn sie keine Computer- und Internetspezialisten sind. „Ein Projekt, das falsch angefasst wurde, weil ein Internetfreak aus der Pfarrei die Homepage mit exotischen Systemen aufgesetzt hat, die kein anderer bedienen kann, droht schnell zu scheitern.“ Die Pfarrwebsite sollte also möglichst eine Teamarbeit sein, in die verschiedene Talente einbezogen werden.
Grundsätzlich werden bei der Erstellung einer Internetseite zwei Möglichkeiten unterschieden, erklärt Stephan Radig: Einmal kann man am heimischen Computer die Internetseite so gestalten, wie sie dann eins zu eins ins Netz gestellt wird. Hierbei handelt es sich um so genannte statische Seiten.

Die zweite Möglichkeit ist ein Content Management System (CMS), zu deutsch: Inhalteverwaltungssystem. Hier werden die Inhalte für die Internetseite über Formulare am Computer in eine Datenbank eingegeben, die die Inhalte dann für die jeweilige Internetseite zur Verfügung stellt. Die erste Variante setzt ein höheres Maß an Internetkenntnissen und an Absprachen zwischen den Homepage-Machern voraus. Die Verwendung eines CMS ist dagegen etwas für gehobenere Ansprüche. Sie erleichtert dafür die Teamarbeit und die Datenpflege ist auch ohne spezielle Internetkenntnisse möglich. Allerdings sind Fachleute für Ersteinrichtung und Wartung notwendig. Wert sollte hier auf die regelmäßige Aktualisierung der Software gelegt werden, um Sicherheitsproblemen etwa durch Hacker-Angriffe vorzubeugen. Bei statischen Internetseiten spielt dieser Aspekt dagegen eher eine untergeordnete Rolle. Übrigens: Im Tag des Herrn-Internetwettbewerb werden die Preise in zwei Kategorien vergeben: für Websites aus statischen Seiten und für solche, die ein CMS nutzen.

Soziale Netzwerke und Newsletter
Eine Internetseite ist nicht nur für die Kommunikation in der Pfarrgemeinde hilfreich. „Das Internet ist heute für viele die erste Adresse, wenn sie Informationen suchen. Wer sich – aus welchem Grund auch immer – für eine bestimmte katholische Pfarrei interessiert, wird danach oft zuerst  im Internet suchen“, sagt Stephan Radig. Auch das sollte bei der Gestaltung der Pfarrwebsite im Blick sein. Für Außenstehende besonders wichtig sind Ansprechpartner und Kontaktdaten. Was die Homepage darüber hinaus für diese Gruppe anbietet, hängt von den Möglichkeiten ab: ein Blick in die Kirche ist ebenso denkbar wie etwas zur Geschichte der Pfarrei oder Infos zu Aktivitäten.
Ob eine Pfarrei über die Homepage hinaus andere Möglichkeiten des Internets nutzt, etwa soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+ ist von der Zielgruppe abhängig, sagt Stephan Radig. Auf diesen Wegen erreicht man vor allem jüngere Leute. „Eine oft unterschätzte, aber einfache Möglichkeit, Infomationen an den Mann zu bringen, ist ein regelmäßiger Newsletter.“
Die schönste Internetseite nutzt freilich wenig, wenn sie nicht bekannt ist. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass überall dort, wo die Adresse der Pfarrei steht, auch deren Internetseite angegeben ist – vom Briefpapier bis zum Schaukastenplakat, rät Stephan Radig. Auch im Internet gibt es Möglichkeiten für Bekanntheit zu sorgen: Andere Internetseiten mit Infos aus der Region, zum Beispiel die Website der Stadt, oder mit passendem thematischen Profil könnten die eigene Seite verlinken. „Wenn man nett fragt, setzen die Betreiber gerne einen Link auf die Pfarrei-Website.“

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