07.09.2017

Gesprayte Kirchenpatrone in Leinefelde

Erwünschte Graffiti

Die Gemeinschaft der Kirchorte stärken: Junge Leute stellten Graffiti ihrer Kirchenpatrone her, die zur neuen Pfarrei St. Maria Magdalena Leinefelde gehören. Alle fanden Platz an der Wand des Pfarrhauses.


Zwei Ergebisse der Leinefelder Kunstaktion der jungen Leute. | Foto: Christine Bose

„Wir gehören zu Wingerode“. „Ich brauche noch Handschuhe.“ „Kann ich jetzt auch mit aufs Gerüst?“ Christoph Hackel, Gemeindeassistent in der Pfarrei St. Maria Magdalena Leinefelde und Jugendseelsorger im Dekanat Leinefelde-Worbis, wechselte am 19. August immer mal wieder schnell seinen Platz. Er erklärte hier, schaute dort, stand mit einigen Schülerinnen und Schülern auf dem Gerüst am Pfarrhaus der Gemeinde, informierte sich auf der Wiese über den Stand der Dinge, beantwortete Fragen und war sichtlich froh über die tolle Beteiligung „seiner“ Jugendlichen am Kunstprojekt.

Die Anregung gab Pfarrer Gregor Arndt
„Diese Veranstaltung der Jugendpastoral unserer Pfarrei soll die Gemeinschaft der Kirchorte stärken“, erläuterte er. Angeregt hatte das Projekt „Kirchenpatrone“ Pfarrer Gregor Arndt als zuständiger Seelsorger. Die Patrone aller Gotteshäuser der Pfarrgemeinde sollten von den Jugendlichen der jeweiligen Orte im Bild festgehalten werden, das heißt je ein Bild, das in der Kirche aufgestellt wird. Zusätzlich war vorgesehen, ein großes Wandbild (ebenfalls Grafitti) mit allen sieben Kirchenpatronen als Zeichen der Zusammengehörigkeit auf der bisher weißen Fassade des Leinefelder Pfarrhauses zu schaffen.
Eine anspruchsvolle Aufgabe angesichts der zahlreichen Kirchen und Kirchorte der Pfarrgemeinde: St. Maria Magdalena und St. Bonifatius in Leinefelde, St. Martin in Kallmerode, St. Margaretha in Breitenbach, St. Mariä Heimsuchung in Breitenholz, St. Johannes der Täufer in Birkungen, St. Pankratius in Beuren und St. Johannes der Täufer in Wingerode.
Bevor alle gemeinsam ans Werk gehen konnten, hatte sich Christoph Hackel an Christine Boës gewandt. Die Kunstlehrerin vom Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt verfügt über viel Erfahrung zum Thema „Grafitti“, half nicht nur als Beraterin und bei den Vorarbeiten; sie schaute auch am Sonnabend mal vorbei. Beide hatten sich für die „Stencil-Methode“ entschieden. „Dabei kann wenig schiefgehen, denn die Beteiligten sprayen nicht frei Hand, sondern arbeiten mit vorbereiteten Schablonen, wenn sie die Farbe auf den Untergrund auftragen. Für die mit der Spraydose entstehenden Einzeldarstellungen haben wir Holzplatten verwendet“, erklärte der Jugendseelsorger. Und er fügte hinzu, dass seine Erwartungen übertroffen wurden. Er habe mit fünfzehn Teilnehmern gerechnet, als er das Projekt vorgestellt und gefragt habe, wer mitmachen möchte. Es habe sofort Zustimmung gegeben. Am Projekttag zählte er etwa 45 Aktive aus den Klassen 5 bis 10 sowie sechs Betreuerinnen und Betreuer.
Und Hackel hatte noch eine Idee. „Wer als Erinnerung ein Bild der Patronin, des Patrons seiner Kirche gern zu Hause haben möchte, bringt eine kleine Holzplatte oder eine Pappe mit.“

Von Christine Bose