27.09.2013

40 Jahre Maximilian-Kolbe-Werk

Einsatz für die Versöhnung

Dutzende KZ- und Ghettoüberlebende haben am Donnerstag in Auschwitz der Gründung des Maximilian-Kolbe-Werks vor 40 Jahren gedacht. Sie hielten vor der Todeszelle Kolbes im ehemaligen deutschen Vernichtungslager eine Schweigeminute ab. 

KZ- und Ghettoüberlebende bei der Gedenkfeier im
Konzentrationslager Auschwitz. Foto: kna-bild

Der deutsche Botschafter in Warschau, Rüdiger Freiherr von Fritsch, würdigte bei einer anschließenden Feierstunde im nahegelegenen Zentrum für Dialog und Gebet das Maximilian-Kolbe-Werk als "Vorreiter" der Versöhnung zwischen Polen und Deutschland. Als "die Politik noch sprachlos war", habe das Hilfswerk den Brückenbau über ideologische Grenzen hinweg begonnen, so der Botschafter. Diese Aufgabe sei jedoch noch nicht beendet. Er rief die katholische Organisation auf, auch weiterhin KZ-Überlebenden Hilfe zu leisten und Begegnungen von NS-Opfern mit jungen Menschen zu fördern. Der Präsident des Hilfswerks, der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß, betonte, diese Begegnungen gehörten zum "Wertvollsten, was es im Maximilian-Kolbe-Werk gibt".

Seit 1973 hilft das Kolbe-Werk - gegründet von Katholiken, die für die deutsch-polnische Aussöhnung eintraten - Überlebenden der Konzentrationslager und Ghettos im Osten Europas mit Geld und medizinischer Betreuung. Die vor allem aus Spenden und Kollekten getragene Organisation hatte zuletzt einen Etat von rund 1,6 Millionen Euro, der für Hilfsmaßnahmen für rund 5.500 KZ- und Ghetto-Überlebenden aufgewandt wurde. Unter anderem zahlt das Maximilian-Kolbe-Werk jährlich mehreren hundert KZ- und Ghettoüberlebenden Kuren. Zudem unterhält es ein medizinisches Zentrum in Lodz und eine Ambulanz in Krakau. Insgesamt wurden nach Angaben der Organisation in den vergangenen 40 Jahren Hilfsprojekte in Höhe von 70 Millionen Euro organisiert.

Namensgeber ist der 1941 von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Auschwitz ermordete Franziskaner Maximilian Kolbe (1894-1941). Er war anstelle eines Mithäftlings und Familienvaters freiwillig in den berüchtigten "Hungerbunker" gegangen. Kolbe wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt. Sitz der Hilfsorganisation ist Freiburg im Breisgau.

(kna)