24.08.2017

Don Bosco Schwester Rita Breuer

Einfach helfen

Aus christlicher Haltung heraus arbeitet Don Bosco Schwester Rita Breuer dort, wo sie gebraucht wird. Als Seelsorgerin versucht sie, Menschen Impulse aus dem Glauben anzubieten – damit ihr Leben gelingt.


Schwester Rita Breuer, hier neben der Priorin der Zisterzienserinnen von Kloster Helfta, Christiane Hansen, bei der jährlichen Frauenwallfahrt des Bistums Magdeburg nach Helfta/Lutherstadt Eisleben. | Fotos: Eckhard Pohl

 

„Das ist meins. Da fängt es in mir zu rattern an: Was kann ich Menschen an geistlichen Impulsen für ihr Leben mitgeben? In welchem Rahmen? Wie kann ich das am besten gestalten?“ Don Bosco Schwester Rita Breuer FMA ist leidenschaftliche Seelsorgerin. Im Laufe ihres Lebens hat die 61-jährige Ordensfrau schon oft Besinnungstage für Mitglieder der Don Bosco Familie, für Jugendliche, Frauen oder Mitbrüder gestaltet. Im Bistum Magdeburg, wo sie jetzt 15 Jahre tätig war, hat sie zunächst in der Pfarrpastoral in Magdeburg gearbeitet, sich im dortigen Kinder- und Jugendzentrum Don Bosco engagiert und im Fachbereich Pastoral des Ordinariats unter anderem „Exerzitien im Alltag“ für Gemeinden für die Österliche Bußzeit erarbeitet. Zehn Jahre lang hat sie mit Gruppen die Frauenwallfahrten vorbereitet und geleitet, zudem Frauenabende und Besinnungstage in Pfarreien gestaltet. In den letzten zwei Jahren war sie auch als Referentin im Ökumenischen Haus der Begegnung und Stille in Mühlberg (Elbe) tätig. „Ich hatte dort oft unser Haus des Gebetes und der Gastfreundschaft in Subiaco/Rom vor Augen – ein Ort, an dem Gäste mit den Schwestern eine Weile mitleben, einen einfachen Lebensstil pflegen und für ihr Leben auftanken können.“

Jeder hat den Auftrag, sich mit seinen Fähigkeiten einzubringen
„Jede und jeder hat Fähigkeiten von Gott geschenkt bekommen, um sich damit im eigenen Lebensumfeld einzubringen“, sagt die Ordensfrau. „Mir ist es wichtig,  für Menschen dazusein und ihnen zu helfen, dass ihr Leben gelingt. Einfach zu helfen. Ich glaube, dass ich diese Haltung schon aus meiner Familie mitbringe. Meine Eltern haben mir das vorgelebt“, so Rita Breuer, die mit zwei Schwestern und einem Bruder in Biemenhorst/Bocholt aufwuchs und in jungen Jahren aktive Sportlerin (Diskus- und Speerwerfen) war. „Wenn ich an meine Berufung denke, dann wurde sie sicher in Familie und Pfarrei grundgelegt“, fährt Schwester Rita fort. „Ich habe mich in der Pfarrjugend engagiert, und wir wurden von Don Bosco Schwester Bernardine Berger und Pfarrer Albert Bettmer, mit dem ich bis heute geistlich tief verbunden bin, unterstützt und geformt. Und irgendwann habe ich mich gefragt: Was machst du mit deinem Leben?“
Rita Breuer entschloss sich, zu den Don Bosco Schwestern zu gehen. „Mit dem Ordenseintritt hat das Fragen nicht automatisch aufgehört. Manches bleibt offen, etwa, warum mein Bruder schon mit 27 Jahren sterben musste“, sagt Schwester Rita. Bei ihrer Entscheidung habe sie „eine innere Sicherheit“ gespürt. „Mich hat von Anfang an die Mitbegründerin unseres Ordens, Maria Mazzarello, angesprochen. Sie war eine bodenständige Frau, von einer tiefen Liebe zu Christus geprägt, marianisch orientiert und engagiert im konkreten Leben. Sie wollte eine Heilige werden, war einfach und unkompliziert und ohne Standesdünkel. Und als es darum ging, ihre an Typhus erkrankten Verwandten zu pflegen, hat sie dazu ja gesagt und die Aufgabe übernommen.“

Schwester Rita Breuer liegt das Wohl ihrer Mitmenschen am Herzen.

Mehr partnerschaftliches Miteinander zwischen Männern und Frauen
„Ja“ gesagt hat Schwester Rita nicht nur zum Ordensleben, sondern auch, als sie 2002 von München nach Magdeburg gehen sollte, um in einer Region mit 15 Prozent Christen in der Seelsorge zu arbeiten. Gern erinnert sie sich an einen „Regenbogen“ auf der Fahrt in die Elbestadt: „Das war für mich ein Zeichen Gottes, eine Zusage: Hey, Gott ist auch in Magdeburg!“ Ihr „Ja“ war erneut gefordert, als es jetzt darum ging, ab Herbst in Benediktbeuern die dortige Schwesterngemeinschaft zu leiten und in der ordenseigenen Jugendherberge „Miriam“ mitzuarbeiten. „Wir wollen miteinander schauen, wie wir unsererseits spirituell fundierte Angebote für Kinder, junge Menschen, Frauen und Familien machen können. Und wir möchten noch enger mit den Salesianern und ihrem Zentrum für Umwelt und Kultur kooperieren.“
Für die Kirche allgemein wünscht sich Schwester Rita, „dass wir immer mehr zu einem partnerschaftlichen Miteinander von Männern und Frauen finden. Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen – und es war sehr gut. Wir sind vor Gott gleich. Insofern würde ich mich sehr über die Einführung des Diakonats für Frauen freuen.“ Ihrer Gemeinschaft – auf Italienisch heißt sie „Figlie di Maria Ausiliatrice“ (FMA, Töchter Mariä, Hilfe der Christen) ist es wichtig, dass das Leben vor allem junger Menschen gelingt. „Verfügbar zu sein für Gott und die Welt, auch wenn es manchmal nicht ganz leicht fällt, das gehört zu unserem Auftrag als Christen“, sagt Schwester Rita. Und: „Mir gefällt da gut das Motto des Bistums Magdeburg: ,Um Gottes und der Menschen willen‘.“

Zur Sache: Don Bosco Schwestern
Die Don Bosco Schwestern sind eine weltweite katholische Ordensgemeinschaft mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit. Darüber hinaus engagieren sie sich in der Familien- und Frauenseelsorge. Grundlage ihrer Spiritualität und Pädagogik sind die Zeugnisse der Ordensgründer Johannes Bosco (1815–1888) und Maria Mazzarello (1837–1881). In Deutschland/Österreich leben 127 Schwestern an 14 Standorten. Sie begleiten junge Menschen in Kindergärten, Schulen und Wohnheimen und sind in Pfarreien und der außerschulischen Jugend- und Familien-
pastoral tätig. Mehr Infos: www.donboscoschwestern.net

Von Eckhard Pohl