30.11.2017

Gebetsaktion der Benediktiner

Eine Brücke nach Betlehem

Jedes Jahr in der Heiligen Nacht tragen Benediktiner eine Rolle mit den Namen von Menschen, für die sie besonders beten, an die Geburtsgrotte in Betlehem. Wer will, kann sich an der Aktion beteiligen.


Vorstellung einer besonderen Weihnachtsaktion: Jugendseelsorger Kochalski, Benediktinerbruder Nathanael aus Jerusalem, Bischof Timmerevers und Pfarrer Stelten (Dormagen). | Foto: Michael Baudisch


Eine besondere Weihnachtsaktion der Benediktinerabtei in Jerusalem haben Vertreter der Ordensgemeinschaft Bischof Heinrich Timmerevers bei einem Besuch in Dresden vorgestellt. Die Benediktinermönche der Dormitio-Abtei haben es sich zur alljährlichen Aufgabe gemacht, zu Heiligabend nach dem Mitternachtsgottesdienst von der Basilika ihrer Abtei aus zu Fuß  – so wie die Hirten vor 2000 Jahren – nach Betlehem zu wandern. Auf diesem nächtlichen Pilgerweg hat jeder, der mitgeht, stets auch Menschen und Gebetsanliegen im Herzen und im Sinn. Menschen, für die er in dieser besonderen Nacht und an diesem besonderen Ort in den Grotten Betlehems beten möchte.
In der heiligen Nacht an die Geburtsgrotte
Die Ordensmänner sammeln inzwischen seit Jahren die Namen der Menschen, die – im nicht nur übertragenen Sinne – mit nach Betlehem gehen, auf einer Schriftrolle. Die Überschrift ihrer Weihnachtsaktion lautet daher auch: „Ich trage Deinen Namen in der Heiligen Nacht nach Betlehem“. Zuletzt waren es 63 599 Namen und Geschichten, mit denen die Gemeinschaft zum Stern in der Geburtsgrotte pilgerte.
Benediktinerbruder Nathanael – Ordensmann der Dormitio-Abtei – erklärt die Idee der Aktion: „Hinter jedem Namen steht ja die Geschichte einer konkreten Person, die uns als Mönche anvertraut wird und die wir auch mittragen bis nach Betlehem. Die Namen und somit die Personen werden Teil unserer Gebetsgemeinschaft: die Namensrolle wird das ganze Jahr über im Kapitelssaal, einem für uns wichtigen Ort im Kloster aufbewahrt.“
Dass diese Aktion die Menschen in Deutschland bewegt, davon berichtete Peter Stelten dem Dresdner Bischof. Peter Stelten ist Pfarrer in Dormagen nahe Köln und als Oblate der Benediktinerabtei in Jerusalem besonders verbunden: „Durch die Aktion konkretisieren wir das Weihnachtsevangelium, wir werden gleichsam Teil dieses Evangeliums wie die Handelnden damals. Auch wir sind Teil dieser Bewegung zur Krippe hin. Die Menschen meiner Pfarrei sagen mir, dass ihnen diese Aktion das schönste Weihnachtsgeschenk für ihre Angehörigen ist, denn dann feiern wir Weihnachten nicht nur zu Hause, sondern sind an der Krippe in Betlehem. Die Aktion hat eine Brückenfunktion zwischen dem Heiligen Land und unserem Zuhause.“

Beteiligung im Bistum Dresden-Meißen
Pfarrer Martin Kochalski ist Jugendseelsorger im Bistum Dresden-Meißen und unterstützt die Aktion. Weshalb, das erläutert er so: „Als Oblate der benediktinischen Gemeinschaft ist das Kloster zu meiner geistlichen Heimat geworden. Ich freue mich, diese Aktion in unserem Bistum mit unterstützen und eröffnen zu können. Die Weihnachtsaktion gibt die Möglichkeit, viele Menschen mit an diesen Ursprungsort unseres Glaubens zu nehmen.“
Die Benediktiner haben es sich zum Brauch gemacht, mit der „Namensaktion“ auch eine Spendenaktion zu verbinden. Die Spenden kommen einerseits der Ordensgemeinschaft und ihren  Diensten zugute. Vor allem aber werden soziale Projekte und Einrichtungen in Betlehem unterstützt: Schulen für Kinder mit Behinderung, Pflegeheime, Day-Care-Programme, Werkstätten und Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Behinderung sowie Familienprojekte.

Hinweis: Wie kann ich mitmachen?
Wenn Sie einen oder mehrere Namen schicken möchten, damit sie die Mönche bei ihrem Hirtengang in der Heiligen Nacht begleiten – alle Informationen dazu finden Sie im Internet: www.dormitio.net/weihnachtsaktion. Am einfachsten können Sie die Namensliste per Brief an Dormition Abbey; P.O.B. 22, 9100001 Jerusalem; Israel oder als Mail an weihnachtsaktion@ dormitio.net schicken.

Von Michael Baudisch