24.05.2017

Programm „Katholisch in Lutherstadt“ in Wittenberg

Ein katholisches Geschenk

Als Zeichen ökumenischer Verbundenheit beteiligt sich die Katholische Kirche mit ihrem Programm „Katholisch in Lutherstadt“ an den Angeboten im Reformationsgedenkjahr in Lutherstadt Wittenberg.


Im Einkaufszentrum „Arsenal“ in Wittenberg wurde am 19. Mai die kleine Schau „Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen“ eröffnet. Sie besteht aus zehn Stelen und einer Info-Tafel. Schlaglichtartig wird die Geschichte der im 19. Jahrhundert in Wittenberg wieder entstandenen katholischen Gemeinde erzählt. Kleine Exponate ergänzen - oft mit einem Augenzwinkern - die Texte und Fotos an den Stelen.  Foto: E. Pohl


Am Vorabend des Beginns der „Weltausstellung Reformation“ hat die Katholische Kirche am 19. Mai ihren Beitrag zum Reformationsgedenken in Lutherstadt Wittenberg eröffnet. Unter dem Leitthema „Katholisch in Lutherstadt“ sollen verschiedene Angebote dazu beitragen, über die katholische Kirche und die Reformation ins Gespräch zu kommen. Katholischerseits will man damit während der „Weltausstellung Reformation“ (20. Mai bis 10. September) ein Zeichen der ökumenischen Verbundenheit setzen.
Stellvertretend für das Gesamtangebot wurde im Einkaufszentrum „Arsenal“ die Ausstellung „Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen“ eröffnet, die – auch mit Augenzwinkern – vom katholischen Leben in der Stadt seit dem 19. Jahrhundert erzählt. Im Anschluss fand in der nahen katholischen Pfarrkirche St. Marien unter Leitung des Vorsitzenden der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Magdeburger Bischofs Gerhard Feige eine Vesper statt, an der auch der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und Bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sowie weitere ökumenische Gäste teilnahmen.

Bistümer und katholische Hilfswerke beteiligt
Bischof Feige hob bei der Eröffnung hervor, dass die katholische Kirche Gastgeber und Gast zugleich ist: „Als Gastgeber heißen wir alle Besucher der Stadt Wittenberg und der Weltausstellung zu unseren Angeboten willkommen.“ Gleichzeitig sei die katholische Kirche auch gern Gast: „Als Gast bringt man zu einer Feier Geschenke mit. Unseres ist die katholische Tradition, die in der Wittenberger Gemeinde gelebt wird.“
Neben der Ausstellung „Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen“, die ab Ende Mai weiter im Lutherhaus und später im Rathaus gezeigt wird, erschließt die kleine Schau „Katholisch den Glauben feiern“ in der Pfarrkirche den katholischen Kirchenraum und darüber auch den Glauben. Beide Ausstellungen wurden von einem Team um Professor Harald Schwillus vom Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg konzipiert.
Neben den Ausstellungen gibt es im Gesamtprogramm von „Katholisch in Lutherstadt“ eine Reihe weiterer Angebote. Sie werden vier Monate lang wochenweise von (Erz-)Bistümern und katholischen Hilfswerken ermöglicht: Täglich laden Kurzmeditationen zu jeder vollen Stunde und eine abendliche Vesper in der katholischen Kirche zum Innehalten und Gebet ein. Sonntags 10.30 Uhr ist Eucharistiefeier. Das Gesprächsangebot „Was ich schon immer einen Katholiken fragen wollte“ bietet jeweils 15 Uhr Besuchern die Möglichkeit, sich mit katholischen Christen auszutauschen. Kulturelle und akademische Veranstaltungen an den Wochenenden runden das Programm ab. Außerdem gibt es ein Kirchencafé, das vom ökumenisch getragenen Augustinuswerk betreut wird.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) würdigte bei der Eröffnung den katholischen Beitrag zum Reformationsgedenken. „Es ist ein entscheidendes Signal, dass wir uns in einem ökumenischen Geist an die Reformation erinnern und heute mehr das Verbindende suchen als das, was uns trennt“, betonte der Katholik Haseloff.

Professor Harald Schwillus, Bischof Gerhard Feige und Ministerpräsident Reiner Haseloff. | Foto: E. Pohl

Für die Geschenke des Christusfestes dankbar
Bischof Feige dankte den (Erz-)Bistümern und katholischen Hilfswerken, ein ansprechendes Programm entwickelt zu haben, und sprach von einem Zeichen „deutschlandweiter Solidarität“. Im Blick auf die Ökumene betonte der Magdeburger Bischof: „Dass Katholiken und Protestanten in Wittenberg so gut miteinander kooperieren, war – wie wir aus der Geschichte wissen – nicht immer der Fall. Von Herzen bin ich darum für die vielen ökumenischen Geschenke dankbar, die uns das Christusfest schon beschert hat, und hoffe, dass wir mit den katholischen Angeboten ein weiteres Geschenk hinzugeben können.“

Mehr Infos: www.katholisch-in-lutherstadt.de

Von Eckhard Pohl