04.03.2015

"Ein lebendiges Bauwerk"

Diskussion zum Umbau der St.-Hedwigs-Kathedrale

Berlin. Der Entwurf für die Sanierung und Umgestaltung der St.Hedwigs-Kathedrale löst verschiedenste Reaktionen aus. Hier können Sie dieses Thema kommentieren.

So sieht der Entwurf für die Umgestaltung der Kathedrale aus. Foto: kna

Bereits Dompropst Prälat Ronald Rother sprach in einem Interview über den Umbau der St.-Hedwigs-Kathedrale. (Das vollständige Interview finden Sie hier.) Auch die Neue Züricher Zeitung bildete sich ein Urteil. Außerdem können auf der Homepage des Erzbistums die Fortschritte beobachtet werden. Doch hier können Sie Ihre persönliche Meinung kundtun und sich an der laufenden Diskussion beteiligen.

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Kommentare

<p>Schnelle Autos, neue Technik – neue Kirche?</p> <p>Berliner, die jedes Jahr ein neues Mobiltelefon brauchen und immer gern den aktuellsten Typ ihrer bevorzugten Automarke fahren möchten, können die Diskussionen um die St.-Hedwigs-Kathedrale nicht verstehen. Da träumt man von Terabyte, Megapixeln und Turboladern, doch dann kommen da Langweiler und erzählen etwas von der Kunst des 20. Jahrhunderts.</p> <p>Gut motorisierte Berliner haben im Umkreis von nur 10 Kilometern die Auswahl zwischen unterschiedlichen Kirchen vieler Kunstepochen. Liebhaber verschiedener Stile finden gut erhaltene Beispiele neoromanischer, neogotischer, aber auch modernster Formen. Wer gern auf Stühlen sitzt, fährt nach St. Canisius.</p> <p>Was sollen die Katholiken in Mecklenburg-Vorpommern, die bald 60 km fahren müssen, um überhaupt eine Kirche zu finden, in der noch ein Gottesdienst stattfindet, von dem Berliner Luxusproblem halten?</p> <p>Saniert die St.-Hedwigs-Kathedrale als gute Christen sparsam und baut Euch an anderer Stelle die gewünschte weiße Halle mit Stuhlkreisen!</p> <p>W. Joachim</p>

Bei seiner bevorstehenden Amtsübernahme wird unser neuer Erzbischof Dr. Koch gleich mit so schwerwiegenden Problemen konfrontiert, dass wir Gläubigen ihn nach Kräften unterstützen sollten. Die Strukturreform der Gemeinden ist ohne geografisches Wissen nicht zu leisten. Für Entscheidungen zur Zukunft unserer St. Hedwigs-Kathedrale muss sich unser neuer Oberhirte mit der Geschichte und Tradition der Bistums erst eingehend vertraut machen. Das braucht Zeit. Die Großbaustellen, die die Kathedrale umschließen, bieten bis mindestens Ende 2017 keine Gelegenheit, eine weitere Baustelle zu eröffnen. So wäre es eine kluge Entscheidung, den Amtsantritt mit der Verkündung eines Umbau-Moratoriums zu verbinden. Eine Zeit des Kennenlernens beginnt mit gegenseitigem Respekt. Der Erzbischof, die Gläubigen und die Kathedrale haben diesen Respekt verdient. Die theologischen Dimensionen des komplexen Kirchenraums unserer Kathedrale sind zu deuten, damit die einzigartige Gestaltung wieder gewürdigt und als Schatz erkannt werden kann. (Wunden an der Würde des Gotteshauses und den Gefühlen der Gläubigen sind zunächst zu heilen.) Dem Erzbischof bliebe in der hektischen Zeit des Beginns dann gelegentlich die nötige Ruhe, die Sorgen der Gläubigen zu hören und die Muße, sich in deren schriftlich vorgebrachte Anliegen zu vertiefen. „Scharfe, drohend scharfe“ Schreiben bleiben sicher eine Ausnahme. Jedenfalls habe ich mich nicht abhalten lassen, meinem neuen Erzbischof Material zusammenzustellen, über das die Verantwortlichen der zwischenzeitlichen Leitung wohl nicht verfügten. Viele wichtige Beiträge von Theologen und Wissenschaftlern, die in den Veröffentlichungen des Erzbistums seit ca. zwei Jahren fehlten, habe ich unserem Erzbischof zugesandt. Mein Begleitschreiben orientiert sich an der aktuellen Enzyklika unseres Papstes, die uns allen Richtschnur und Kompass sein kann. Wenn Oberflächliches der Vertiefung weicht, hat Zukunft eine Basis. Wer wird sich in Aktionismus treiben lassen, wenn er große Geschichte fortsetzen kann? Vertrauen wir dem Heiligen Geist, dass er uns einen starken, souveränen Erzbischof schenkte, der die traditionsreiche, unvergleichliche Kathedrale respektvoll sanieren und die Gläubigen besonnen führen wird. Monika Hoyer Dipl.-Geologin

Was ich vermisse, sind praktische Dinge der Glaubenspraxis: Kniebänke und Statuen und Bilder. Warum die Protestantsierung des Kirchenbaus? Der Glaube lebt von den Sinnen und nicht von Kahlheit. Besuchen Sie einmal die Pius-Brüder in St. Petrus in Berlin. Eine herrliche Kirche, wo einem das Herz aufgeht. Ich bin kein Anhänger der Pius-Brüder! Bitte schmücken die die Kirche mit religiöser Kunst!!!!

<p>Ich beziehe mich auf eine Pressemeldung auf der Internetseite des Erzbistums Berlin unter der Rubrik "Schlaglicht" vom 19.08.15 mit dem Titel "Hauptstadt und Provinz" von Norbert Zonka (KNA). Ein lesenswerter, kurzer Abriss zur Geschichte des (katholischen) Christentums auf dem Gebiet des heutigen Erzbistums Berlin. Ein Satz darin lässt aufmerken: "...Woelki startete in seiner kurzen Amtszeit eine einschneidende Strukturreform des Erzbistums und nahm eine Sanierung und Umgestaltung der Kathedrale in Angriff – beides nicht unumstrittene Projekte, die jetzt der Erzbischof Heiner Koch zu Ende bringen muss."</p> <p>Und das genau ist seit Monaten die Frage: "Muss er oder muss er nicht?"</p> <p>Stände dieser Satz in einer unabhängigen Publikation, wäre er als private Meinung zu akzeptieren. Er steht aber als eine Veröffentlichung der KNA in einem von der Pressestelle des Erzbistums verantworteten Medienerzeugnis mit dem Auftrag, eine gezielte Information der Nutzer herbeizuführen. Somit heißt also die offizielle Nachricht aus der Leitung des Erzbistums: "Der neue Erzbischof muss die Umgestaltung der Kathedrale beschließen und veranlassen."</p> <p>Das ist wohl keine neue Meinung der Bistumsleitung, das wurde alternativlos auch immer wieder mal verbreitet. Und es wurden bekanntlich auch praktische Maßnahmen ergriffen, um einen neuen Bischof dementsprechend unter Zugzwang zu setzen. Diese Drohung jedoch wenige Tage vor der Amtseinführung erneut zu veröffentlichen, ist erstaunlich und fragwürdig:</p> <ul> <li> Darf ein Entscheidungsträger sich solche Beeinflussung bieten lassen?</li> <li> Oder ist er in seiner Entscheidung in dieser Sache gar nicht mehr frei? Muss er wirklich?</li> <li> Wissen die KNA und die Bistumsleitung diesen Umstand schon lange, trotz aller bisherigen, gegenteiligen, dann wohl fadenscheinigen Informationen, dass der neue Bischof allein die Entscheidungen zu treffen habe?</li> </ul> <p>Diese Fragen sollen keine weitere Polemik schüren. Bischof Koch hat anlässlich seines Wechsels nach Berlin selbst bekannt, dass auch Bischöfe in Befehls- und Gehorsamsstrukturen eingebunden sind. Mir geht es hier lediglich darum, unsere Kathedrale vor willkürlicher Zerstörung zu bewahren. Und die sehe ich bei solcher Behauptung in akuter Gefahr. Es kann nicht oft und laut genug gesagt und immer wieder aufgeschrieben werden:</p> <p>Unsere Kathedrale ist in der Bausubstanz völlig intakt, in der Innengestaltung liturgisch und künstlerisch allen modernen Anforderungen gewachsen, darüber hinaus von einzigartiger religiöser und theologischer Sinnhaftigkeit und Schönheit, letztendlich steht sie auch noch unter Denkmalsschutz. Hier nun ohne gewichtige, offen und ehrlich kommunizierbare Gründe die Spitzhacke ansetzen zu lassen, verstößt nicht gleich gegen die Glaubens- und Sittenlehre unser Kirche, wohl aber gegen Glaubwürdigkeit und gute Sitten. Und es verursacht Trauer und Empörung bei einem Großteil des Berliner Kirchenvolkes, das von der Schönheit seiner Kathedrale überzeugt mit den Worten eines bekannten Wallfahrtsliedes beten kann: "Dein Haus ist wie ein Lobgesang, in dem die stummen Steine beten..."</p> <p>B.Schymalla</p>

<p>Sanierung ja, weil baulich notwendig!</p> <p>Umbau und Schließung der Treppe zur Unterkirche – nein! Die Kathedrale ist in der Bauform von Schwippert einmalig.</p> <p>Nein außerdem, weil die Kosten, die bislang nicht genannt wurden, sicherlich zu hoch für das Erzbistum sind. Wir haben auch noch Großkirchen (z.B. St.Pius oder Johannisbasilika), die für Bischofsgottesdienste mit sehr großer Beteiligung genutzt werden könnten.</p> <p>Clemens Samietz</p>

<p>Solange die Spitzhacke in unserer Kathedrale noch nicht geschwungen wird, kann es nicht oft genug wiederholt werden: Zu einem Umbau unserer St.-Hedwigs-Kathedrale besteht keine Notwendigkeit, weder liturgisch und noch ästhetisch-künstlerisch.</p> <p>Die jetzige Struktur des Innern von St. Hedwig wird von Liturgen, Architekten und Künstlern als genial und weltweit einmalig bezeichnet und nicht zuletzt von den Gläubigen des Bistums als geistlicher Raum des gottesdienstlichen Feierns und der Stille wahrgenommen und geliebt. Sie entspricht in vollem Umfang allen liturgischen Erfordernissen und bietet hinlänglich Platz auch bei festlichen und hauptstädtisch-repräsentativen Anlässen, zumal die Unterkirche ein ergänzendes Platzangebot hat. Und sogar der Bebelplatz könnte bei Bedarf per Public-viewing, wie heute weithin üblich, in außergewöhnliche Veranstaltungen einbezogen werden.</p> <p>Für hochkarätige kirchenmusikalische Veranstaltungen mit sehr großem Chor und Orchester bieten sich hier in Berlin viele andere dafür bestimmte und besser geeignete Konzerträume an. Für die im normalen Gottesdienst benötigten liturgisch-kirchenmusikalischen Erfordernisse werden auch weiterhin die Möglichkeiten der Kathedrale ausreichen.</p> <p>Der zeitliche Ablauf eines Umbaus würde einen unüberschaubaren Zeitraum (siehe die benachbarte Staatsoper!) beanspruchen. Dem Bistum und seinem Bischof würde für viele lange Jahre das sakrale räumliche Zentrum fehlen.</p> <p>Der sog. Siegerentwurf des Realisierungswettbewerbs ist keine Konzeption für einen ausschließlich sakralen Raum. Er ist an Beliebigkeit kaum zu übertreffen. Die Kosten für einen solchen unbegründbaren Umbau würden jedes der Öffentlichkeit vermittelbare Maß übersteigen und im Hinblick auf den Limburger Skandal und die Forderungen unseres Papstes nach Armut und Armenfürsorge nur weiteren Vertrauensverlust in die Glaubwürdigkeit der Kirche auslösen, egal woher die Mittel kommen. Diese sollten besser gegenwärtig für die Sorge um die vielen hilfsbedürftigen Flüchtlinge, für den Weiterbestand der von der Auflösung durch das Zusammenlegen von Pfarreien bedrohten Gemeinden sowie für die Lösung personeller Probleme (Löhne und Gehälter für Pastoralreferenten, Kirchenmusiker u.ä.) und den Erhalt der für die Seelsorge wichtigen Immobilien in unserem Bistum eingesetzt werden.</p> <p>Unbestritten ist die Notwendigkeit einer maßvollen Sanierung der Kathedrale, die lediglich dem Erhalt und der weiteren gebäudetechnischen Funktionsfähigkeit dieses Gotteshauses dienen müsste. Die hierfür notwendigerweise zu erbringenden finanziellen Aufwendungen werden die Leistungsfähigkeit unseres ohnehin hochverschuldeten Bistums weit übersteigen und könnten ohne Hilfen von außen – wie schon beim Wiederaufbau der Kathedrale nach der Zerstörung im Krieg – kaum geleistet werden. Ich hoffe auf eine gute Lösung dieses Problems und wünsche unserem neuen Erzbischof Gottes Segen und eine dem Bistum und seiner Kathedrale wohltuende Entscheidung, unabhängig von allen vielleicht schon im Vorfeld tätigen »Wegweisern«.</p> <p>Peter Well</p>

Es ist wirklich erfreulich, wie die Freunde der Hedwigs-Kathedrale in der Öffentlichkeit Gehör finden: im RBB-Fernsehen: https://www.rbb-online.de/himmelunderde/archiv/20150905_1800/hedwig.html im RBB-Radio: https://www.kulturradio.de/programm/sendungen/150913/gott_und_die_welt_0904.html auf der RBB-Webseite: http://www.rbb-online.de/kultur/beitrag/2015/09/aufruf-gegner-umbau-hedwigs-kathedrale-berlin.html im Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/berlin/umbau-der-st-hedwigs-kathedrale-in-berlin-tun-sich-abgruende-auf/12313010.html im Domradio: http://www.domradio.de/themen/bist%C3%BCmer/2015-09-07/sanierung-der-berliner-kathedrale-bleibt-kontrovers Vielen Dank für Ihre segensreiche Initiative!

Ohne dass im Erzbistum eine ergebnisoffene Diskussion um die Neugestaltungspläne von Kardinal Woelki für unsere Kathedrale stattgefunden hat, befasst sich inzwischen der Haushaltsausschuss des Bundestages mit der Bereitstellung von Steuergeldern, um die Realisierung des Entwurfs von Sichau & Walter/Leo Zogmayer zu finanzieren. http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-778-78316--f444057.html#q444057 Vielleicht sollten wir die Protestbriefe, die wir früher an den "Tag des Herrn" geschrieben haben, inzwischen an unsere Wahlkreisabgeordneten im Bundestag schicken?

Anders als der vorstehende Post suggerieren mag, stehen noch nicht einmal die rückwärtsgewandten Linken hinter der derzeitigen Gestaltung Ihrer Hedwigs-Kathedrale. Eine einfache Recherche ergibt, dass die Abgeordneten Wawzyniak http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-778-78557--f443697.html#q443697 und Lompscher http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-652-46973--f444789.html#q444789 nicht bereit sind, sich auf die polemische und tendenziöse Fragestellung einzulassen, und eingesehen haben, dass eine Einmischung in innerkirchliche Angelegenheiten nicht angeraten ist. Wenn der neue Erzbischof die Neugestaltungspläne seines Vorgängers zu realisieren wünscht, wird er nicht aufzuhalten sein. Dann sind wir mal gespannt, was der Erzbischof am Donnerstag der Presse verkünden wird.

<p>Vor genauer Prüfung vertrauen Politiker den Aussagen kirchlich Verantwortlicher. Das ist anzuerkennen. Katholiken wissen aber inzwischen, dass liturgische Belange einen Umbau der Kathedrale nicht rechtfertigen können. Der Senat stellte offiziell fest, dass der geplante Umbau dem Siegerentwurf entsprechend eine „Teilzerstörung des Denkmals“ wäre. Staatliche Förderung ist nur rechtmäßig, wenn staatliche Gesetze eingehalten werden. Da ein Umbau gegen das Berliner Denkmalschutzgesetz verstößt, ist er nicht förderfähig. Der bestehende Kirchenraum der Kathedrale ermöglichte von Anfang an neueste Liturgie und bietet auch für die Zukunft in vorhandener Gestalt beste Chancen für lebendige gottesdienstliche Formen. Berlin hat mit der St.-Hedwigs-Kathedrale einen bedeutenden Schatz kirchlicher Baukunst, in seiner Außenwirkung, aber besonders durch die einzigartige Innengestaltung. Anerkannte Theologen, Wissenschaftler und Fachleute bestätigen dies. Mit der neuen Leitung des Erzbistums ist nun Wahrhaftigkeit zu erhoffen.</p> <p>W. Joachim</p>

Innenraumsanierung vs. Neugestaltung = 16,8 Mio. EUR vs. 43 Mio. EUR - Dürfte die Entscheidung dann nicht klar sein?!?

<p>Der Evangelische Pressedienst zitiert Erzbischof Koch auf der Pressekonferenz mit den Worten, dass es nach wie vor massiven Widerstand unter den Berliner Katholiken gegen die umfassende Neugestaltung des Innenraums der St.-Hedwigs-Kathedrale gebe, dass allerdings die Zahl derjenigen wachse, die zum Einlenken bereit seien.</p> <p>Ich frage mich, wie dieser Eindruck der Resignation entstehen kann. Es hat seit der Ausschreibung des Wettbewerbs keinen Dialog gegeben, in dem die Gegner von der Sinnhaftigkeit des Umbaus hätten überzeugt werden können.</p> <p>Auch das Symposium im Dezember soll nicht öffentlich stattfinden, so dass die Vox Populi kein Gehör finden kann. Ich frage mich selbstkritisch: Lassen wir uns in unserer Leidenschaft für unsere Kathedrale ermüden von einer Bistumsleitung, die die Sache einfach auszusitzen versucht? Lassen wir uns zur Bequemlichkeit bezüglich unserer eigenen Anstrengungen verführen, weil jetzt die Freunde der Hedwigs-Kathedrale in den Medien zu Wort kommen?</p> <p>Wir müssen uns doch auch äußern, damit die Gruppe um Herrn Meyer nicht als Einzelstimmen dargestellt werden können!</p>

<p>Früher haben wir Briefe an den „Tag des Herrn“ geschrieben, um unser Unverständnis für die Pläne des Erzbischofs für eine Neugestaltung unserer Kathedrale und unser Plädoyer für den Erhalt des Innenraums zum Ausdruck zu bringen.</p> <p>Jetzt will der Erzbischof Voten der Gremien einholen. Darum müssen wir in den kommenden Wochen und Monaten an die Mitglieder des Diözesanvermögensverwaltungsrates schreiben, mit unseren Mitgliedern im Diözesanrat sprechen, uns an die Akteure im Priesterrat wenden, die Mitglieder der Domgemeinde in ihren Bestrebungen um den Erhalt der Kathedrale bestärken und die Domkapitulare an ihre Verantwortung erinnern. Packen wir es an!</p> <p>M. Koch</p>

<p>Ich habe aus dienstlichen Gründen drei Jahre in Berlin gewohnt. Da war die St.-Hedwigs-Kathedrale mein Anlaufpunkt für die heilige Messe.</p> <p>Wenn ich den Entwurf nun sehe und dazu die immense Summe höre, kann ich nur sagen: Schade um die Kathedrale!!!</p> <p>Monika Brudlewsky, Oschersleben</p>

Augen auf! In der Pressemitteilung des Erzbistums zur Zukunft der St. Hedwigs-Kathedrale vom 12.11.2015 war Erstaunliches über einen vermeintlichen Sinneswandel von Gläubigen zu lesen. Sie würden mit dem Erzbischof und der Kathedrale verbunden bleiben, auch wenn deren Innengestaltung zerstört wird und an Plänen mitwirken, die darauf abzielen. Aber es ist nichts als ein „frommer“ Wunsch, dass die Kritik an den sinnlosen Umbauplänen nachließe. Wer die Augen schließt, meint womöglich, dass es dunkel würde. Doch die Sonne scheint weiterhin. Alle, die nicht die Augen verschließen, können deutlich sehen, dass das Erzbistum auf fachlich zweifelhaftem und moralisch fragwürdigem Weg ist. Deshalb Augen auf! Das Erzbistum will 43 Millionen Euro ausgeben, die es gar nicht hat. Wofür? Aus der funktionierenden, mit Leben erfüllten und traditionsreichen Kathedrale will man einen Steinbruch machen, damit daraus eine x-beliebige Arena werden kann. Direkt neben der Kathedrale soll mit dem Umbau auch eine acht Meter tiefe riesige Grube für Nebenräume entstehen. Die historischen Fundamente der Bischofskirche würden beim Bau vier Meter höher frei liegen. Die evangelische Friedrichswerdersche Kirche ist bei ähnlicher Gefahrenlage abgerutscht. Will man beim Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale testen, ob Gott katholisch ist oder Millionen regnen lässt für teure Maßnahmen gegen den Einsturz. Versuch oder Versuchung? Die Schildbürger lassen grüßen. Doch wir Katholiken möchten uns nicht wieder blamieren. Hat man nichts aus dem Limburger Skandal gelernt?

<p>Sanierung Ja, Umbau Nein!</p> <p>Die baldige und gründliche Sanierung der Kathedrale findet meine volle Zustimmung, nicht aber ein kostspieliger Umbau. Er ist weder aus baulichen noch liturgischen Gründen erforderlich.</p> <p>Die Kirche muss in unserer Zeit andere Schwerpunkte setzen, als in Stahl und Beton zu investieren. Papst Franziskus weist die Richtung. Ich hoffe, das Domkapitel folgt diesen Spuren.</p> <p>Wolfgang Heßler</p>

<p>Offener Brief zur Pressekonferenz des Erzbistums vom 12.11.2015</p> <p>An dieser Stelle sollte auf einen Brief hingewiesen werden, der am 14.11.2015 an den Erzbischof gesandt wurde. Es ist die Reaktion einer Gläubigen auf die Presseerklärung des Erzbistums "St.-Hedwigs-Kathedrale Nächste Schritte".</p> <p>Es geht um die Zukunft der St.-Hedwigs-Kathedrale. Da der Inhalt des Briefes zur Veröffentlichung freigegeben ist, sei der Text hier zitiert:</p> <p>&nbsp;</p> <p>Sehr geehrter Herr Erzbischof,</p> <p>nach der Herausgabe der Pressemitteilung vom 12.11.2015 (in Anführungsstriche gesetzte Wörter sind dieser Pressemitteilung entnommen) ist es höchste Zeit, sich als katholischer Christ an Sie zu wenden, um klar zu sagen, dass es nicht der beliebigen Auswahl unterliegt, was mit der St.-Hedwigs-Kathedrale geschieht. Es geht hier nicht um die Entscheidung zwischen zwei Gestaltungsentwürfen!</p> <p>Deshalb – Es ist kein Beleg für die Richtigkeit des Handelns, wenn „viele (Christen) geschrieben haben“, und egal was geschieht, Ihnen ihre „Verbundenheit“ versichern. Es ist kein Beleg für die Richtigkeit des Handelns, „Empfindungen, Vorerfahrungen, Lebenswege mit ihrer jeweiligen Geschichte“ mit den Motivationen zum anstehenden Baugeschehen zu verquicken. Es ist kein Beleg für die Richtigkeit des Handelns, eine Bischofskirche passend zur „Hauptstadtrolle“ vorweisen zu können, wenn man dieser zeitgeistigen Idee überhaupt nachgehen möchte, und sich dadurch gestärkt zu fühlen glaubt.</p> <p>Es ist kein Beleg für die Richtigkeit des Handelns, die „theologische Konzeption und Botschaft des Kirchenbaus“ in Frage zu stellen, und die „Öffnung des Kirchenraumes zur Unterkirche als nicht zentral“ anzusehen. Das zeigt, welchem Unverständnis das tiefdurchdachte Konzept Schwipperts ausgesetzt ist. Es ist kein Beleg für die Richtigkeit des Handelns, wenn man „die Umgestaltung durch Hans Schwippert als massiven Eingriff in die Architektur und Substanz der Kathedrale“ diffamiert.</p> <p>Es gibt ein entscheidendes Argument, das in Ihrem Papier völlig fehlt. Es gibt nur einen „schwerwiegenden Grund“, der der Realisierung des Wettbewerbs entgegen steht. Sie entscheiden über ein Denkmal.*) Ein Denkmal jedoch unterliegt dem Gesetz zum Schutz von Denkmalen (DSchG Bln 24.April 1995). Der Umgang mit einem Denkmal verpflichtet und ist nicht verhandelbar. Eine Auseinandersetzung mit diesen Gesetzen ist zwingend erforderlich.</p> <p>Wahlmöglichkeiten – Denkmal oder Umbau – sind nicht vorgesehen. Dazu gibt es in Ihrem Papier kein Wort. Ein echter Mangel!</p> <p>&nbsp;</p> <p>Mit besten Grüßen (Unterschrift)</p> <p>&nbsp;</p> <p>*) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/liste_karte_datenbank/de/denkmaldatenbank/daobj.php?obj_dok_nr=09065001 " (Die Denkmalsliste enthält sowohl die Innengestaltung, als auch die Gebäudehülle)</p>

<p>Gunnar Schupelius hat dieser Tage eine sehr gute Kolumne zur St.-Hedwigs-Kathedrale in der BZ verfasst: https://t.co/ls6X9Rd0lW</p>

<p>Befragung der Gläubigen zu Sanierung oder Umbau</p> <p>&nbsp;</p> <p>Die Katholiken müssten sagen dürfen, welche Verwendung ihrer Kirchensteuern und Spenden sie für richtig halten. Darüber sollte nicht nur hinter verschlossenen Türen gesprochen werden.</p> <p>Die Anregung in der Kolumne der BZ von Gunnar Schupelius am 24.11.2015 ist bedenkenswert:</p> <p>„Herr Erzbischof, verzichten Sie auf den teuren Umbau der St.-Hedwigs-Kathedrale.“</p> <p>Unter diesem Titel findet sich im Internet sein lesenswerter Beitrag auf „http://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/herr-erzbischof-verzichten-sie-auf-den-teuren-umbau-der-hedwigs-kathedrale" (www.bz-berlin.de)</p> <p>Jeder Leser kann sich seine Meinung bilden und dazu seine Stimme abgeben. Das offene Gespräch über die Notwendigkeit enormer Bauausgaben in schwierigen Zeiten sollte aber auch in den Gemeinden geführt werden.</p>

<p>Ich bin gegen jeden "Rückbau"! Das Geld sollte allein für die Sanierung der Kirche in ihrer jetzigen Form, wie sie nach dem Krieg errichtet wurde, gesteckt werden. Diese Form ist nunmehr nach fast 70 Jahren HISTORISCH, ist das so schwer einzusehen? Kann jeder neue (und nunmehr sogar gewesene) Bischof eine eigene Variante fordern?</p> <p>Ist der Fall von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nicht abschreckend genug?</p> <p>Außerdem stinkt diese Änderungswut bei der St.-Hedwigs-Kathedrale sehr nach einem Ost-West-Konflikt: alles muß weg!</p> <p>Heidi Bochnig, Berlin-Pankow</p>

<p>Mich bewegt die Frage, was treibt den Dompropst an, die Zerstörung des Denkmals zu wollen und mit allen Mitteln zu fördern?</p> <p>Mit der Frauenkirche in Dresden ist ein Denkmal wiedererstanden, das sollte der Erzbischof in Dresden eigentlich gesehen haben. Die ev. Kirche Berlin/Brandenburg/Schlesische Oberlausitz ringt um den Erhalt von über 1600 kirchlichen Denkmälern und hat mit der Friedrichswerderschen Kirche schmerzliche Erfahrungen machen müssen!</p> <p>Und in Berlin soll ein nationales Denkmal, unsere Bischofskirche, ohne Not zerstört und für über 45 Millionen Euro eine Scheußlichkeit geschaffen werden?</p> <p>Sanierung, technische Verbesserung etc.: JA - Umbau: NEIN!</p> <p>Jörg-Michael Susa</p>

<p>Liebe Kirchengemeinde der St.-Hedwigs-Kathedrale!</p> <p>&nbsp;</p> <p>Berlin hat viele Alleinstellungsmerkmale. Eines davon ist ihr Gotteshaus. Die äußere Schale ein antiker Tempel (Pantheon), der Innenraum in seiner architektonischen Sprache, eine überwältigende spirituelle Aussage.</p> <p>Dieses Gotteshaus berührt mich seit meinem ersten Besuch zutiefst.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Im Oktober, anlässlich unseres letzten Berlin-Aufenthaltes, besuchten meine Frau und ich die Hedwigs-Kirche am Nachmittag und zu einem abendlichen Konzert. Meine Frau erging es wie mir. Sie war sofort in den Bann dieser sakralen Raumstruktur gezogen.</p> <p>Wir haben viele Kirchen in Berlin besichtigt, doch keine hat sich in unsere Seele und in unsere Erinnerung so eingeschrieben, wie die St.-Hedwigs-Kathedrale.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Jedem Menschen, mit dem ich über Berlin spreche, erzähle ich von diesem Kirchenraum. Der Blick schwenkt durch das weite Rund des Feierraumes, wird nach unten in die Krypta, hin zum Allerheiligsten gezogen, wandert über den Hauptaltar hinauf zum Kreuz im Zentrum der Kuppel.</p> <p>Schöner und sichtbarer kann man das Mysterium unseres christlichen Glaubens, mit den Möglichkeiten der Architektur kaum ausdrücken:</p> <p>Gott ist in Christus für uns Mensch geworden und hat mitten in unserem Kreis, mit uns, gelebt. Er ist für uns in das Reich der Toten hinabgestiegen, von dort ist er wieder auferstanden und hat sich uns gezeigt, damit wir glauben. Und er ist als unser Erlöser hinaufgenommen worden in die Liebe seines Vaters, die auch uns versprochen ist.</p> <p>Wenn der Priester in der Hedwigs-Kirche die Heilige Messe liest, passiert genau das: Er erzählt vom Leben und Wirken Jesu und stellt ihn in unser Leben. Er steigt die Stufen hinab in die untere Welt, um den Leib des Herrn in unsere Mitte zu bringen, damit wir IHN sehen und im Teilen empfangen können. Er segnet uns und ruft den Geist Gottes auf uns herab, und wir dürfen unseren Blick getrost nach oben richten, zum Kreuz des Erlösers, denn wir sind im Leben nicht verloren und auch nicht im Sterben. Wir sind emporgehoben und getragen, hinein in die Liebe Gottes.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Genau das vermittelt meiner Frau und mir dieser Kirchenraum. Soll das wirklich zerstört werden? Wenn „das Loch“ zugemacht wird, wird der Tod aus unserem Leben ausgegrenzt und damit auch das heute so aktuelle Beispiel des Märtyrerbischofs, der dort in der Krypta seine Grabesstätte hat.</p> <p>Wenn die räumliche Verknüpfung des Unten mit dem Hier und dem Oben unterbrochen wird, werden das Leben Jesu, sein Sterben und sein Auferstehen symbolisch gebrochen. Die St.-Hedwigs-Kathedrale würde damit der Symbolik ihrer zentralen Achse beraubt und damit auch ihrer spirituellen Aussagekraft.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Beliebige Versammlungsräume gibt es in Berlin weiß Gott genug.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Ing. Johannes Enzendorfer</p> <p>Feldstraße 7g</p> <p>4400 Steyr</p> <p>Österreich</p>

<p>Gunnar Schupelius, Chefredakteur der BZ, scheint – sehr zum Unmut des Pressesprechers des Erzbistums – Gefallen an der St.-Hedwigs-Kathedrale und ihrer gegenwärtigen Gestaltung zu finden:</p> <p>https://t.co/hOo90aQhrL</p>

<p>Der RBB meldet, dass selbst Erzbischof Koch unzufrieden mit dem Siegerentwurf ist:</p> <p>https://t.co/9Uu0Zhf3Wq (ab Minute 1:37).</p> <p>Jetzt wird an einem schlechten Entwurf weiter herumgedoktert, obwohl die maßgeblichen Richtlinien für Planungswettbewerbe die unveränderte Realisierung des prämierten Entwurfs vorsehen.</p> <p>Daran sieht man doch, dass in der ganzen Sache von Anfang an der Wurm drin war und es Zeit ist, das mangelhafte Verfahren abzubrechen!</p>

Die „Jahrtausendchance“? Vorsicht ! Ein österreichischer Künstler (L. Zogmayer) schreibt von einer „Jahrtausendchance“ *. Er möchte die St. Hedwigs-Kathedrale zu Berlin vollständig verändern. Doch großspurige Ankündigungen sind gottlob in der Geschichte kaum Realität geworden. Was er als „Kathedrale des 21. Jahrhunderts“ ** anpreist, ist lediglich die Entleerung und Nivellierung der bestehenden traditionsreichen Bischofskirche. Die kostspielig und erschöpfend ausgebreitete Phantasie sollte das bleiben, was sie ist: Eine flüchtige Erscheinung des Jahres 2014, die bald vergessen sein wird. W. J. Kohl, Berlin Zitate von Zogmayer: * s. Hedwigsbote 10-11/2014 ** s. Herder-Korrespondenz 5/2015

St. Hedwig und die Umbaupläne Im rbb-Interview des InfoRadios vom 20.12.2015 spricht der an der Planung des Totalumbaus der Kathedrale mitarbeitende Künstler Zogmayer von einer zukünftigen Kathedrale des 21. Jahrhunderts, die neue Anforderungen erfüllen würde. Zitat aus dem Interview: "Im 21. Jh., das ist inzwischen klar, wird die Fähigkeit zum Dialog zur Überlebensfrage (…) Und das ist unser Kontext. Also hier muss sich Religion, auch Kult und Liturgie positionieren. Und wir sagen als ersten Punkt, die Kathedrale des 21. Jhs muss für Dialog stehen.“ Zum Umbauentwurf sagt Prof. H. J. Meyer von den „Freunden der St. Hedwigs-Kathedrale" im selben Interview, Zitat: „Ich sag's mal in einer gewissen polemischen Zuspitzung: Was sie bieten, ist ein Stuhlkreis in einer Kuppelhalle. Nun ist ein Stuhlkreis für eine Diskussion geeignet, ein so großer Stuhlkreis dagegen nicht. So kann man nicht diskutieren und so kann man auch nicht Gottesdienst feiern. So kann man auch nicht von vorne predigen und die Gemeinde erreichen.“ Aber die Leitung der Erzbistums, die Zogmayers Arbeit unterstützt, verweigert im jetzigen 21. Jh. seit Sommer 2014 einen echten Dialog mit denen, die sich für den Erhalt und die notwendige Sanierung der denkmalgeschützten Innengestaltung der Kathedrale einsetzen. Damit würde diese umgebaute Kathedrale des 21. Jh. nicht für Dialog stehen. J. Manderla, Berlin

<p>Umbau der St.-Hedwigs-Kathedrale</p> <p>Unsere St.-Hedwigs-Kathedrale muß saniert werden und das ist gut so. Aber wer kommt auf die Idee, eine denkmalgeschützte Kathedrale umzubauen? Wer kann so etwas zulassen?</p> <p>Niemand käme auf die Idee, den Berliner Dom umzubauen. Wer soll das Geld für die utopischen Pläne unserer Kirchenoberhäupter aufbringen? Es ist noch nicht lange her, dass wir Bettelbriefe vom damaligen Kardinal erhalten haben, um die Finanzen unseres Bistums aufzubessern.</p> <p>Wenn dieses umfangreiche Bauvorhaben durchgeführt werden sollte, wird es Jahre dauern bis zur Fertigstellung. Bestes Beispiel ist die Staatsoper und die sollte wirklich nur saniert und modernisiert werden.</p> <p>In dieser Zeit werden noch einige tausend Katholiken aus der Kirche austreten, weil sie diese Verschwendung nicht mittragen wollen. Wer will sich bei diesem Vorhaben profilieren? Bischof Tebartz van Elst sollte ja allen in Erinnerung sein. In allen Berliner Gemeinden muss gespart werden, alle sollen ehrenamtlich tätig sein, weil das Geld nicht reicht. Ich glaube in unserem Ordinariat hat man den Blick für das Wesentliche verloren.</p> <p>Eine Berliner Katholikin</p>

Danke für diese Worte. Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Ein Katholik von Rügen

<p>Dieser Tage schickte mir der Deutsche Caritasverband die Spendenbescheinigung für 2015 zu, immerhin für eine stattliche Summe von ca. 8o% einer Monatsrente. Meine Frau schaut manchmal auch in meine Post. Diesmal war sie empört:</p> <p>"Mir rechnest Du jeden Euro vor und hier, allein bei der Caritas, soviel ... Und bei der St.-Hedwigs-Kathedrale wollen sie das Geld haufenweise und unnötig zum Fenster rauswerfen, unser Geld!"</p> <p>Was soll man dazu sagen? Äpfel mit Birnen verwechselt? Sie hat wohl wieder mal recht, mindestens im Sinne des Papstes Franziskus, der das Geld der Kirche als Geld der Armen betrachtet.</p> <p>Da werde ich wohl morgen gleich meine Bank-Einzugsermächtigung für die Caritas zurückziehen. Und auch ansonsten gegenüber den Spendenaufrufen der kirchlichen Hilfsorganisationen mein Herz hart machen. Die Caritasdirektoren werden schon wissen, wo die vielen Millionen für die eigentlichen Anliegen der Kirche deponiert sind. Und es scheint Überfluss zu herrschen.</p> <p>Oder Misswirtschaft?</p>

<p>Meine erste Assoziation zu dem abgebildeten Modell war: Eine interessante, vielleicht sogar moderne Raum- und Platz-Gestaltung eines Plenarsaals. Der Plenarsaal ist in seiner Funktion eine soziale Einrichtung, er ist auf das soziale Leben einer Gemeinschaft ausgerichtet. Hier stehen die Redner im Mittelpunkt, die Persönlichkeiten und die Gestaltung sozialer Strukturen.</p> <p>Eine Kirche – welcher Größe und Form auch immer – ist auf das Höchste, ist auf das Göttliche ausgerichtet. Hier geht es nicht um menschliche Gemeinschaft, hier ist letztlich jeder allein – mit sich und dem Höchsten. Ein spiritueller Raum sollte dementsprechend unmittelbar ausdrücken, dass es sich um einen geistlichen Raum handelt; er sollte unmerklich das Meditative, die Versenkung unterstützen, schon beim Betreten ...</p> <p>Es gibt die klare Unterscheidung von Priesterschaft und Sozialdienst: Der Sozialarbeiter hat das Menschliche im Fokus, der Priester das Göttliche. Die Kirche ist kein sozialer, sondern ein spiritueller Raum.</p> <p>Mit freundlichen Grüßen, Nirmalo J. Schröder</p>

Die Kathedrale gleicht dann der Pfarrkirche St. Stefan in Karlsruhe (Bau von Friedrich Weinbrenner). Ich kann dieser runden Form nichts abgewinnen.

Der Hinweis auf St. Stefan in Karlsruhe ist aufschlussreich für St. Hedwig in Berlin. Im Internet findet man die Bilder des Innenraums der Karlsruher Pfarrkirche. 2011 wurde St. Stefan neu gestaltet. Das Wettbewerbsergebnis für St. Hedwig von 2014 weist dazu eine verdächtige Ähnlichkeit auf. Aber das Original in Karlsruhe ist wesentlich besser. Die Pfarrkirche hat kleinere Ausmaße, dennoch liegt der Altarbereich außermittig und wurde angehoben. Kirchenbänke, die auch das Knien ermöglichen, umgeben asymmetrisch den Altar. Worin besteht nun das Neue im Entwurf zum teuren Totalumbau der St. Hedwig-Kathedrale? Für Berlin ist die „Nachschöpfung“ zur Abwechslung ganz in weiß gehalten mit Milchglasfenstern. Radikale Reduktion ließe eine Versammlungshalle entstehen, wo bislang eine Kirche erkennbar war. Eine banale Raumwirkung entstünde, durch das Muster der Aufstellung von Stühlen gebildet. Doch eine Lösung für die Erfordernisse einer Bischofskirche ist nicht in Sicht.

Dieser Bau hat nichts mehr mit einer Kirche zu tun, sondern mit einem politischen Versammlungsraum. Wir hier schon richtig kommentiert wurde: der Redner steht im Mittelpunkt. Gott sollte aber immer an der Spitze stehen den höchsten Platz haben. Nicht umsonst waren die Kirchen so gebaut, dass alles, vom Volk angefangen, über den Prister als Hirte und Führer des Volkes in eine Richtung, nämlich zum Herrn ausgerichtet auf den Hochaltar schaut. Bereits nach dem II. Vatikanum wurde das "umgebaut" und mit dem Volksaltar die Richtung verändert, obwohl das so im Vatikanum nie gefordert war - wenn man es ehrlich liest. Das hier jetzt ist der Gipfel an Abwendung von Gott - entspricht genau dem heutigen Zeitgeist: wir Menschen drehen uns nur noch um un selbst in unserem maßlosen Egoismus und drängen Gott aus unserem Leben.

Durchsichtige Lösung: Demut Sehr geehrte Exzellenz Dr. Koch, uns ist allen bewußt, daß der Umbau der Kathedrale einerseits eine haustechnische Notwendigkeit ist und die Wellen schlagen auch hier hoch, wenn es um die Ausformung der Lösung in concreto geht, was man additiv daraus noch machen könnte. Gerne kann man mir Feigheit vorwerfen, Exzellenz, Stimmen können laut werden, ich versuche Sie. Trüge die Versuchung an Sie heran, Sie von einen "großen Wurf der Kirchenarchitektur" abzubringen. Man mag mir vorwerfen, eine Gelegenheit zu einer schönen, großartigen, repräsentativen Kathedrale in der Hauptstadt kleinzumachen. Da wäre es gut, sich auf die Technik (Heizung & Lüftung) zu konzentrieren und einem "Großen Wurf" keinen Raum zu geben. Vielleicht sollte wir die Radikalismen in der Debatte aus dem Blick lassen und uns einer Mittellösung zuwenden - belassen was wir haben und einsetzen, was uns fehlt. Der Mittelpunkt auf der Strecke zwischen Resignation und Hochmut heißt Demut – die Resignation des Hände-in-den-Schoß-legens und der Hochmut Millionen für Ästhetisierung in die Hand zu nehmen, um die wir bei anderen Diözesen bettel müssen… Jesus sprach nicht mit „Fundraising-Managern“, der sprach mit Bettlern. Bleiben wir auf dem Teppich - nach Limburg ist das Auge der Presse in einer säkularisierten Welt schärfer denn je auf uns gerichtet. Zugegeben ich bin kein Jnnenarchitet kann also nur eine Jdee anbieten, einen Mittelweges eröffnen: Neben den liturgischen Aspekten rückt die dauerhafte Kostenposition, die sich aus der Energieeffizienz heraus sich ergibt, dräuender denn je in den Fokus. Die Unterkirche zu heizen, bedeutet wohl auch immer auch die Katherdale von der Kuppel an abwärts zu beheizen. Da heraus rührt stets der Verschluß der Unterkirche in den Entwürfen wohl her. Wenn man die Rundung der Öffnung der Unterkirche mit einem flachen „gläsernen“ Polygon abdeckt. So fügte man dem Bau eine kleine Veränderung zu, der die Formensprache der Kuppel der Kathedrale in gesenkter Form aufgreift. Wieder ein selbsttragendes Element, daß ein Symbol der Kirche selber ist. Eine Leichtkonstruktion aus Kunststoff ermöglicht eine geringes Gewicht (denken wir an unsere Brillen"gläser" aus Kunststoff) und verschmälerte das notwendige tragende Gestell - vielleicht läßt sich dieses durch ein geschickte Konstruktion sogar auf den Bereich der Öffnung um den Zugang verringern. Ein marginaler Eingriff in den Raum schafft eine ästhetische Lösung und enthebt uns von großen Eingriffen in die Bausubstanz, die die Metropolitankirche auf lange Zeit zu einer Baustelle degradieren würde und den Metropoliten seiner Wirkungsstätte berauben.. Somit bliebe der Zugang zur Unterkirche vorhanden – der Blick hinein auch - das vorhandene Glasgeländer der Umrandung würde in der Lösung aufgegriffen und eine flache Kuppel störte nicht den Blick der Gemeinde auf Altar und Chorraum. Wäre es da nicht sinnvoller die Wärmeeffizienz zu verbessern durch neue Fenster, die die Nachkriegstristess des „sich wiederholenden Kacheldesigns“ ablösen und zu den Besuchern und Gläubigen wieder sprechen. Bilder, die auch den touristischen Besuchern erzählen von der Botschaft Jesu – gerade als missionierendes Element eines Sakralbaus. Solches finden wir in der kleinsten Dorfkapelle, ein reicher Erfahrungsfundus auf den wir uns getrost stü[r]zen können. Und vergessen wir nicht: Kinder betrachten die leuchtenden Bilder eingehend, wenn sie der Predigt nicht folgen können – gemahnt uns das nicht an Mt 18,3? Die Themenmenge für die Fenster ist derart reichhaltig, daß Sie einen neuen Streit bei der Auswahl vom Zaune brechen werden, egal ob sie 8/9 Seligpreisungen, zwei Quadrotychons, acht Heiligenbilder oder einen AT und NT-zyklus ausloben – die Anzahl von acht zentralen Fenstern ist etwas schwierig... wie unser ganzes Bistum. Aber das macht ja auch seinen Charme aus. Jn tiefer Dankbarkeit hier einen kleinen Beitrag leisten zu können verbleibe ich mit Segenswünschen für Sie. Gelobt sei Jesus Christus! Jhr Christian Pichmann

Die Idee eines Stuhlkreises in einer Kuppelhalle ist weder originell noch praktisch. Wenn man unbedingt diese unter Denkmalschutz stehende Kirche für viel Geld umbauen muss, dann doch bitte so, dass Priester und Gemeinde sich in die Augen schauen und kommunizieren oder sich gemeinsam zum Hochaltar, zu Gott wenden können. Ein zentraler Altar eignet sich eher für Brandopfer. rolfruessmann@arcor.de

<p>Gerade habe ich die Kommentarseite zur Umgestaltung der St.-Hedwigs-Kathedrale entdeckt und möchte als einfache Gläubige alle Beteiligten darum bitten, zusammen inne zu halten! Es gibt berechtigten Einspruch gegen den Siegerentwurf und es ist hoffentlich noch nicht zu spät, um, wie bei St. Stephan in Karlsruhe, gemeinsam aufzubrechen!</p> <p>Der Denkmalschutz eines wichtigen Gebäudes macht nur Sinn, wenn er bei Veränderungen beachtet wird! Nachhaltige Weiterentwicklung ist daher angesagt! Denkmalschutz bewahrt auch die Geschichte eines Gebäudes und "Tante Hedwig", wie diese Bischofskirche gerne genannt wird, hat eine besondere Geschichte! Sie gilt es zu bewahren! Es ist für mich nicht erklärbar, warum gerade hier so sichtbar diese Geschichte "gelöscht" wird! Dies ist heute eher nicht mehr der Fall!</p> <p>Es gilt, all die guten Gedanken der Kommentare auf dieser Seite mit einzubeziehen, um "Tante Hedwig" behutsam zu erneuern! Gerne begleite ich diesen Weg mit meinem täglichen Gebet aus weiter Entfernung vom Niederrhein und hoffe auf ein kleines Wunder in der Osterzeit!</p> <p>Der Weg der Erneuerung dieser bedeutenden Kirche sollte vor allem auch ein gemeinsamer geistlicher Weg sein! Der Auferstandene ist unser Wegbegleiter! In der orthodoxen Kirche lautet der Ostergruß: Jesus Christus ist auferstanden, ja, er ist wahrhaft auferstanden!</p> <p>Das Friedensgebet des Hl.Franz von Assisi möge allen Beteiligten dieser Erneurung eine gute Hilfe sein, um gemeinsam das Beste für "Tante Hedwig" zu tun! In diesem Sinne wäre es schön, bald erfreuliche Nachrichten zu hören!</p>

Großspurigkeit statt Mitmenschlichkeit? Mit der Reduzierung auf die Frage der Finanzierbarkeit eines Kathedralumbaus kann der Erzbischof vom Hauptproblem nicht ablenken. Natürlich hat die Katholische Kirche genug Geld. Die Bilanz des Erzbistums Köln belegt das deutlich. Da stehen mehrere Milliarden Euro zu Buche. Aber soll das Geld tatsächlich für einen baulich nicht notwendigen Umbau der weitgehend intakten Hedwigskathedrale in Berlin ausgegeben werden? Was würde das über die Haltung der Katholischen Kirche in der aktuellen gesellschaftlichen Situation aussagen? Zusätzlich will das Erzbistum Berlin für diese Teilzerstörung eines Baudenkmals noch staatliche Förderung verlangen. Von Barmherzigkeit reden und egoistisch handeln - wie sollen Katholiken mit dieser Doppelmoral Bedürftigen gegenübertreten? Angesichts derartiger Pläne sollte notwendige Scham zu echtem karitativen Handeln führen. Nächstenliebe besteht nicht darin, lediglich den Rest weiterzugeben, der nach dem Eigenverbrauch für einen nur formal zu begründenden, teuren Umbau übrigbleibt. Durch den Umbau würde die Kathedrale zu einem Monument des Egoismus der Katholischen Kirche.

Verein oder Kirche Im Osterbrief für 2016 stellt der Erzbischof uns und sich selbst die Frage: „Unterscheiden wir uns in unserer Lebenspraxis von denen, die nicht an die Auferstehung glauben können oder wollen?“ Nach gründlicher Betrachtung können wir seine Skepsis nur teilen. Nein, wir unterscheiden uns als Christen zu wenig, wenn wir wirklich an die Auferstehung glauben. Der Fußballverein Herta BSC Berlin wünscht sich eine neue Arena, obwohl man im Olympiastadion spielen kann. Die Verantwortlichen des Erzbistums Berlin möchten die Bischofskirche für viel Geld, das sie nicht haben, radikal umbauen, obwohl sie mit der einzigartigen St. Hedwigs-Kathedrale über ein weltweit bewundertes, intaktes Gotteshaus verfügen. In der Tat, wir verlieren wohl die Botschaft Jesu aus den Augen. Auch die eindringlichen Worte von Papst Franziskus, der zu Bescheidenheit und Barmherzigkeit mahnt, verhallen bei diesem Thema ohne Wirkung.

„Haltet den Dieb“ schreit der ertappte Spitzbube, dem es gelungen ist, sich unter die Schar seiner Verfolger zu mischen, um damit sich und seine Beute in Sicherheit zu bringen. Seit Kardinal Woelki mit seinem „Das Loch muss weg“ die Debatte und erste Fakten zur Teilzerstörung der Berliner Kathedrale in Gang gebracht hatte, verstummen nicht die besorgten Mahnungen vieler Berliner Katholiken, statt eines radikalen Umbaus lediglich eine behutsame Sanierung vorzunehmen. Seit Bekanntwerden der Umbaupläne durch die Bistumsleitung warnen – erschrocken ob des beabsichtigten Kulturfrevels – namhafte Denkmalschützer, Architekten und Kulturwissenschaftler vor der Teilzerstörung, ohne dass die Bistumsleitung öffentlich zur Sache reagiert. Im Gegenteil, es werden genehme Voten durch meinungsabhängige Gremien produziert und präsentiert. Es überrascht fast, dass nun, nachdem am 21. März 2016 ein offener Brief in drängender Situation zum Erhalt dieses einzigartigen Kirchenbaus, unterzeichnet von einer großen Zahl renommierter Kunstwissenschaftler in europaweitem Maßstab, veröffentlicht wurde, die Bistumsleitung sich doch noch öffentlich dazu äußert. Man versichert den Lesern, dass man von Anfang an die Bereiche Architektur, Denkmalschutz und Kulturerbe hochrangig bedacht habe und es weiter tun werde. Das klingt beruhigend, als ob Kritik von Außen gar nicht notwendig sei. Bei Lichte besehen ist es jedoch nur das bewährte „ Haltet den Dieb“, in der Gewissheit, sich und die Beute bereits in Sicherheit gebracht zu haben. Bernhard Schymalla

Warum gibt es keine Umfrage bei den Berlinern Katholiken? Dies wäre sicherlich eine gute Entscheidungshilfe für den Erzbischof. Für die gelebte, tägliche Barmherzigkeit benötigen wir Christen keinen Umbau in Millionenhöhe. Christus hätte das Geld unter den Armen und Bedürftigen verteilt! "das habt ihr mir getan...!" G. Engelmann, Berlin-Lichterfelde

Den Stein vor das Grab rollen? Im Ostergruß des Erzbischofs ist zu lesen: „Wir können die Gräber unseres Unglaubens und unserer Trägheit verlassen, denn auch der Stein vor unserem Grab ist weggerollt.“ Doch gelingt uns das dadurch, dass wir den Zugang zu den Gräbern vorbildhafter Märtyrer in der Kathedrale mit Beton verschließen – den Stein davor rollen? Wir lesen von dem Zeugnis, das „die Menschen gerade in unserer Gesellschaft“ bräuchten. Gleichzeitig trägt man sich im Erzbistum mit dem Gedanken, das Zeugnis des seligen Bernhard Lichtenberg der unmittelbaren Aufmerksamkeit zu entziehen, in den „Keller“ zu verbannen. Als Christen hoffen wir auf die erweckende Kraft der österlichen Heilsbotschaft und vertrauen der erhellenden Wirkung des Hl. Geistes.

Skonto für den lieben Gott Bei einer Pressekonferenz des Erzbistums Berlin im November 2015 war zu erfahren, dass die gründliche Reinigung der St. Hedwigs-Kathedrale (Wände, Fenster etc.) ca. 50.000 Euro kosten würde, die man sich angesichts der bevorstehenden „Sanierung“ doch sparen könne. Mit dem gleichen Argument hat aber schon vor 3 Jahren Kardinal Woelki den Umbauwettbewerb begründet. Seitdem sind 2,3 Millionen Euro für eben diesen Wettbewerb und die Vorbereitungen eines Umbaus ausgegeben worden. Die Gegenüberstellung der Kosten ergibt folgendes: Zwei Prozent dessen, was Planer und Berater erhielten, hätte genügt, dem Haus des Herrn seit drei Jahren einen würdigeren Rahmen für Gottesdienste zu geben. War von den bisherigen Vorbereitungskosten eines Kathedralumbaus nicht wenigstens dieser Skontobetrag zur Ehre Gottes übrig?

Hat denn noch niemand bemerkt, dass sogar im Petersdom in Rom eine Treppe vom Hochaltar in die Krypta führt? Vielleicht hat der Architekt Schwippert das als Anregung für die Gestaltung unserer St.-Hedwigs-Kathedrale aufgenommen! Lasst doch die Treppe und das "Loch" bestehen. Franz Michalke, Berlin

„Herr Präsident! Meine Damen und Herren!“ Das höre ich, wenn ich den Entwurf zum Umgestaltung des Berliner Hedwigsdoms sehe. Ein weiterer parlamentarischer Plenarsaal in der Hauptstadt. Mit einem Unterschied: im Bundestag schwebt der Bundesadler unübersehbar über der Versammlung: das Zeichen Christi, das Kreuz, ist nach dem Entwurf der Umgestaltung der Kathedrale in einer Nische abgestellt, für einen Teil der Versammlung im Rücken. Der Soziologe Eugen Rosenstock-Huessy sagt: „Der Unterschied zwischen Heidentum und Christentum ist der Unterschied von Kreis und Kreuz“. Im Kreis steht das sich selbst unaufhörlich reflektierende Ich im Mittelpunkt. Das Kreuz steht für die auf Andere geöffnete Existenz. Christen versammeln sich nicht in geschlossenen Kreisen, sie erwarten ja jemanden: Christus: im Bruder, in der Schwester und IHN selbst am Ende der Zeit. „Bewahre und vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Herrn Jesus Christus erwarten“, heißt es im Nachgebet zum Vaterunser ... diese Ausrichtung sollte in einer christlichen Versammlung einen Ausdruck finden. Und noch etwas ganz Praktisches: Wo findet denn der geplagte und leidende Mensch hier ein Ort der Geborgenheit, wenn er kommt um an der Messe teilzunehmen. Von allen Seiten wird er angeschaut. Kein Ort für Weinende - nur für Gutgelaunte und Erfolgreiche. Ein zu viel an Gemeinschaft schließt aus. Ich darf auch einer Kirche Menschen nicht zwingen, ihre Not öffentlich zu machen. Hier kommen Menschen zusammen, die nicht auf dem gleichen Level sind, die aber die aber die gleiche Sehnsucht verbindet, hier ein Ort zu haben im Angesicht Gottes. Unser Mütter und Vater im Glauben wussten, dass zum Beten ein Orientierung gehört, die über den eigenen Kreis und das eigene Leben hinausführt… „ins Weite“ ( Psalm 18,20).

Appell an Verantwortung, Vernunft und Bistumstradition Mit dem Vorschieben vermeintlicher Änderungsnotwendigkeit wird nun schon seit 2011 eine Reinigung der Kathedrale abgelehnt, die zu verantwortungsvoller Gebäudepflege gehören würde. Die liturgisch unbegründeten und baulich unnötigen Umbauvorschläge sollten endlich ad acta gelegt werden. Eine denkmalgerechte Sanierung und behutsame Weiterentwicklung der Kathedrale wird ohnehin von der theologisch-liturgisch informierten und kulturell interessierten Öffentlichkeit erwartet. Mit einem Bekenntnis zur Pflege lebendiger Tradition und Erhaltung ererbter Werte würde sich Erzbischof Dr. Koch in die bewusste Nachfolge seiner verdienstvollen Amtsvorgänger Weskamm, Döpfner, Bengsch, Meisner und Sterzinsky stellen. So wäre auch das würdige Gedenken an den Märtyrer Bernhard Lichtenberg bewahrt, der vor 20 Jahren selig gesprochen wurde. Die Grabkapelle des Seligen ist durch die besondere Gestaltung der Kathedrale sichtbarer und leicht zugänglicher Bestandteil des permanent genutzten Kirchenraums. Diese Verbindung sollte nicht durch Stahlbeton getrennt werden. Würden die kostspieligen und gestalterisch fragwürdigen Umbaupläne weiter vorangetrieben, sind neben der Spaltung der Gemeinde auch die baulichen Gefährdungen und Kostensteigerungen durch die riskanten Tiefbauten im Grundwasserbereich zu erwarten. Die Untersuchungsberichte zur Staatsoper und zum BER können als Beispiele lehren, einen weiteren Skandal durch die Abkehr von dem geplanten abenteuerlichen Umbau zu vermeiden. Viele Fachleute hoffen auf die Einsicht der Verantwortlichen und die kluge Entscheidung des Erzbischofs zur Sanierung ohne radikalen Umbau.

<p>Hallo,</p> <p>ich bin gespannt, ob unser Erzbischof sein Versprechen wahr macht und seine Entscheidung zur Zukunft der Innengestaltung zum Sommerbeginn verkündet.</p> <p>Wie wird er wohl entscheiden? Er hat sich ja schon vor längerer Zeit seine Meinung zur Zukunft der Kathedrale gebildet, wie offiziell zu lesen war.</p> <p>Wird er autonom entscheiden können oder werden die Menschen, die für die Schließung der Bodenöffnung zur Unterkirche sind, starken Einfluss auf die Entscheidung des Erzbischofs nehmen?</p> <p>Was wird werden, wenn der Erzbischof den Umbau verkündet?</p> <p>Hoffentlich wird sich die Presse dann nicht an den vielen Millionen Euro stören, die die Katholische Kirche ohne triftigen Grund für einen Totalumbau ausgeben würde.</p>

<p>Es ist schon eine Schande, wie mit diesem geschichtsträchtigen Berliner Bauwerk durch den Umbau umgegangen werden soll! Der eigentliche Skandal besteht jedoch darin, dass ein zweistelliger Euromillionenbetrag, über den das Bistum nicht verfügt, in Form von Beton für Keller - bzw. Funktionsräume im Berliner Untergrund versengt werden sollen!</p> <p>Jörg Michael Susa</p>

<p>Welche „Entscheidung“ wird erwartet? Die „Entscheidung“ eines, der nichts entscheiden kann,</p> <p>– von Bischofskonferenz und Kirchenlobby gedrängt,</p> <p>– wortlos hinter Gremien versteckt,</p> <p>– nach gültigem Gesetz keinesfalls befugt, ein Baudenkmal und Zentrum der Bistumstradition zu zerstören?</p> <p>Werner Kohl, Berlin</p>

In der katholischen Wochenzeitschrift"Christ in der Gegenwart" Nr.30 findet sich ein Kommentar zur Neuinszenierung des "Parsifal" am 25.07.2016 in Bayreuth. Im Hinblick auf das drohende Schicksal unser Hedwigskathedrale darf ich daraus den letzten Abschnitt zitieren: " Über seinen eignen Glauben sagt Laufenberg in der "Frankfurter Rundschau", er sei katholisch aufgewachsen, doch im Alter von 49 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Grund sei die "Politik" des Kölner Kardinals Joachim Meisner "und seiner Mitstreiter" gewesen,"weil ich die Heuchelei, das Machtgehabe, diesen Reichtum, mit dem sie nichts Barmherziges anfangen, nicht mehr ertragen konnte." Eine persönliche Erfahrung des Regisseurs Uwe Eric Laufenberg, nicht maßgeblich, doch auch nicht zu übersehen. Eine von vielen Erfahrungen, wo Menschen ob mangelnder Glaubwürdigkeit der Kirchenleitung enttäuscht werden und Konsequenzen ziehen. B.Schymalla,Berlin

Es ist einige Zeit seit dem 1.4.2016 vergangen. Es gibt immer noch keine öffentliche Bekanntmachung, wie es mit "unserer Tante Hedwig" weitergehen soll! Es wird wohl seine Gründe haben! Hoffentlich liegt es nicht an den Gründen, die Regisseur Uwe Eric Laufenberg aus unserer Kirche "heraus getrieben" haben!!! Es wäre sehr, sehr schade, wenn unsere Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen immer noch nicht weiter wäre!!! Der Blick auf Jesus Christus selber, der in dieser Kathedrale gerade durch das beeindruckende Glaubenszeugnis der Hl.Hedwig von Schlesien und des Seligen Bernhard Lichtenberg zu uns sprechen möchte, kann uns alle zu einer guten gemeinsamen Entscheidung geleiten!!! Es gibt dazu keine andere Wahl!!! Dieser Weg wird sehr, sehr mühselig, aber in der Nachfolge unseres Herrn Jesus Christus dürfen wir auf seine Wegbegleitung vertrauen!! Seine Begleitung bringt uns an ein gutes gemeinsames Ziel! Alle anderen Wege gründen auf allzu Menschliches, was zutiefst traurig wäre!!! Wir sollen keine "Sofa-Christen" sein, hat Papst Franziskus in Krakau nicht nur den Jugendlichen zugerufen!!! Es wird Zeit, dass wir alle gemeinsam "unsere Tante Hedwig" auf einen guten Weg in die Zukunft bringen!!! Das Gebet gibt mir die Kraft all diese Vorgänge auszuhalten und zu hoffen und zu hoffen......!!!!!!

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