Das Energiesparprojekt „Stromspar-Check“ für einkommensschwache Haushalte wurde in Jena begonnen. In einem Pressegespräch, zu dem Caritas und die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck eingeladen haben, wurde der Check vorgestellt.
Jena (jak). Horst Dieter Zink bereitete sich mit seiner Kollegin in einem Kurs auf seine zukünftige Aufgabe als Energieberater vor. Einkommensschwache Haushalte – so Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld – haben in Jena ab sofort die Möglichkeit, sich im „Stromspar-Check“ beraten zu lassen. Sie werden über Flyer und in der Sozialberatung der Caritas auf das Projekt aufmerksam gemacht. Das Ziel der Aktion: Die Haushaltskasse soll entlastet werden und zugleich geht es um die Senkung des Energieverbrauches in der Region insgesamt. Diese, so der Geschäftsführer der Jenaer Stadtwerke Energie, Martin Fürböck, sei hier wie an allen deutschen Orten notwendig, um die Versorgung mit erneuerbaren Energien sicherzustellen. Fürböck: „Bis zum Jahr 2050 müssen wir im Verbrauch mindestens 30 Prozent senken. Daher ist die günstigste und billigste Kilowattstunde die, die nicht gebraucht wird.“
Diözesancaritasdirektor Domkapitular Bruno Heller wies darauf hin, dass Partnerschaften zwischen Caritas und Energieanbietern in Sachen Beratung seit dem Jahr 2008 eingegangen werden. In Thüringen gibt es solche bereits in Suhl, Eisenach und in Gera (Bistum Dresden–Meißen). Nach Jena zog Weimar mit sechs Beraterteams am vergangenen Freitag nach. „Unser Ziel ist es, auf vielfältige Weise Menschen in schwierigen Lebenslagen beizustehen. So auch beim verantwortungsbewussten Umgang mit Energie.
Die Koordination des Projektes hat Gabriele Schroer übernommen. Ihr zur Seite steht Bert Rupprecht, der Stadtwerke-Energiesparberater und Initiator des „Energiespar-Check.“ Er sagt: „Für uns als kommunales Unternehmen, das mitverantwortlich ist für Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist dieses Projekt ein Muss.“ Im Rahmen des „Stromspar-Check“ nehmen acht sogenannte Stromsparhelfer zunächst eine Bestandsaufnahme aller elektrischen Geräte wie Waschmaschinen, Elektroherde, Kühlschränke, Lampen, Computer, Warmwasserbereiter oder Fernsehgeräte vor und messen deren Verbrauchswerte. Anschließend geben sie qualifizierte Tipps, wie man mit einfachen Mitteln den Verbrauch senken kann. Die an dem Programm teilnehmenden Haushalte bekommen kostenlos Energiesparlampen, Wasserperlatoren, TV-Abschalter oder schaltbare Steckerleisten eingebaut. Für die Umsetzung des in Trägerschaft des Caritasverbandes für das Bistum Erfurt durchgeführten Projekts stehen zum einen Mittel aus der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zur Verfügung. Zum anderen stellen Unternehmen der Stadtwerke Jena Sachmittel bereit. Dazu gehören unter anderem ein Büro in Räumen des Vermieters Jenawohnen, Monatskarten zur Nutzung des Jenaer Nahverkehrs sowie Telefone und Computer.
Michael Wenzel, Leiter der Caritasregion Mittelthüringen, freut sich über das Engagement der Stadtwerke und hofft, dass über ein noch wachsendes Netzwerk viele Haushalte von diesem Angebot erfahren und es nutzen. „Bei diesem Projekt gewinnen viele: die teilnehmenden Haushalte, die Stadt Jena, die Umwelt und die Stromsparhelfer.“
Diese sind übrigens selbst Langzeitarbeitslose, die über das Programm „Bürgerarbeit“ der Bundesregierung gefördert werden. Sie führen ihre Hausbesuche in Zweier-Teams eigenständig durch. Voraussetzung dafür ist, dass sich interessierte Haushalte vorher anmelden.
Informationen: Caritasregion Mittelthüringen, Stromsparcheck Jena, Salvador-Allende-Platz 15, Tel: 01 62 / 5 41 74 94, E-Mail ssc-j@caritas-bistum-erfurt.de