05.10.2017

Erste Wallfahrt der pastoralen Mitarbeiter des Erzbistums Berlin

Auf dem Weg zur Mitte

Erstmals unternahmen die pastoralen Mitarbeiter des Erzbistums eine gemeinsame Wallfahrt. Der Tag im Kloster Chorin stand unter der Überschrift „Er wird in ihrer Mitte wohnen“.


Das Kloster Chorin bot einen guten Rahmen für die Begegnung ... | Fotos: Cornelia Klaebe


„Soll ich euch mal was Schönes sagen?“, fragt eine der Frauen, die Gruppe, die gemeinsam von Britz nach Chorin läuft. Sie liest vor: „Gott wohnt bei den Menschen, schon bevor wir ihn verkündigen.“ Kurz diskutieren die pastoralen Mitarbeiter über den Satz, der über der zweiten Station ihres Wallfahrtswegs steht, dann singen sie das Lied „Du bist da, wo Menschen leben“. Es ist die zweite Station, die sie im Schatten eines Baumes etwa nach der Hälfte der 7,5 Kilometer miteinander beten.

Viele Wege – eine Wallfahrt
Laufen ist nur eine der Möglichkeiten, wie die Priester, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferenten zum Kloster kommen. Andere fahren mit dem Zug bis Chorin und gehen nur den kurzen Weg zum Kloster, wieder andere fahren ab Bernau mit dem Fahrrad oder von der Kathedrale aus mit dem Motorrad, oder sie reisen individuell an. Gemeinsam ist allen das Wallfahrtsheft, aus dem sie Psalmgebet, Lieder und Meditationstexte zum Thema des Tages „Er wird in ihrer Mitte wohnen“ entnehmen.
Angekommen im Kloster, ist Gelegenheit zur Begegnung bei Mittagessen und Kaffee. Die wird auch ausgiebig genutzt, sehen sich doch die Kollegen und Mitbrüder aus den verschiedenen Regionen des Bistums nicht oft. 190 nehmen die von Seelsorgeamt und Personaldezernat angebotene Wallfahrt an, die an die Stelle des früheren Recollectio-Tages der Priester und Diakone tritt.
„Wir wollten einmal etwas anderes machen“, erzählt Seelsorgeamtsleiterin Uta Raabe. Es habe auch nicht Berlin sein sollen, und Chorin habe als Ort schnell festgestanden. Trotz individueller Anreise gemeinsam auf dem Weg zu sein, sorgte bei den Teilnehmern für allgemein große Zufriedenheit über das „schöne Konzept“.
Auch das Wetter spielte mit, und so konnten die 12 Personen, die beim Loseziehen das „Meditative Bogenschießen“ als Workshop gewonnen hatten, den Sonnenschein genießen. Auch die anderen gingen nicht leer aus und konnten zwischen eucharistischer Anbetung in der Klosterkapelle, Information über die Fazenda da esperança oder die zisterziensische Spiritualität – letztere durch die Mönche, die im September das Kloster Neuzelle neu besiedelt haben –, Bibelteilen und Bibliolog, einem geistlichen Filmangebot und einem Musik-Workshop wählen.

... und die Gottesdienstfeier der Mitarbeiter im pastoralen Dienst.

Für eine Kirche der offenen Türen
Letzterer beinhaltete die Mitgestaltung der abschließenden Eucharistiefeier, der Erzbischof Heiner Koch vorstand. In seiner Predigt sprach Koch darüber, wie die Mönche im einstigen Zisterzienserkloster Chorin ihre Wohnung geöffnet hätten für die Menschen – und dass die durch das Fehlen der Seitenwand halboffene Kirche ein sprechendes Zeichen sei für eine Kirche der offenen Türen, in der gelte: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“

Von Cornelia Klaebe