16.11.2017

Herbstvollversammlung des Dresdner Katholikenrates

„Andere für Gott begeistern“

Bei seiner Herbstvollversammlung in Schmochtitz diskutierte der Katholikenrat über die Zukunft des Bistums. Insbesondere ging es um die künftige Rolle der Christen in Gesellschaft und Politik.


Im Gespräch mit Akademiedirektor Thomas Arnold.


„Großartig, was die Bischöfe hier zur Zukunft der Kirche geschrieben haben – fortschrittlich, modern, auf Beteiligung aller ausgerichtet. Doch wie können wir diese Vision von Kirche am besten zu den Gläubigen in unseren Dekanaten, Verbänden und Gemeinden tragen?“ Angelika Pohler aus Leipzig ist beeindruckt vom 2015 veröffentlichten Dokument „Gemeinsam Kirche sein“ der Deutschen Bischofskonferenz. Gemeinsam mit Bischof Heinrich Timmerevers und rund dreißig weiteren Delegierten aus den Gemeinden, christlichen Gemeinschaften und Verbänden diskutierte sie bei der Herbstvollversammlung des Katholikenrates am vergangenen Wochenende im „Bischof-Benno-Haus“ in Schmochtitz das Schreiben zur Erneuerung der Pastoral.
Für Bischof Timmerevers liegt die Antwort auf Angelika Pohlers Frage ganz nahe. Er ermutigte die Mitglieder der Kirchenvolksvertretung, selbst aktiv zu werden und zu bleiben, jede und jeder an seinem oder ihrem Ort: „Um es mit Papst Franziskus zu sagen: ,Ich bin eine Mission‘ - dieser Gedanke sollte uns allen in Fleisch und Blut übergehen. Wer glaubwürdig lebt, kann andere mitreißen und für Gott begeistern. In unseren Gemeinden, aber und gerade auch darüber hinaus.“
In der Diskussion über die Zukunft des Bistums Dresden-Meißen überraschte der Bischof mit seiner Antwort auf die Frage, ob er sich eine gemeinsame Synode von Kirchenleitung und Kirchenvolk vorstellen könne. „Ja, kann ich. Allerdings nicht jetzt. Derzeit laufen in unserem Bistum so viele wichtige Dinge wie etwa der Erkundungsprozess oder die Überarbeitung der Räteordnung, da würde eine ,Synode obendrauf‘ alle überfordern und verunsichern – mich eingeschlossen.“
Weiteres Schwerpunktthema der Herbstvollversammlung war die Rolle der Christen in Gesellschaft und Politik, besonders im Blick auf die Ergebnisse der diesjährigen Bundestagswahl. Hierzu lieferte Thomas Arnold, Leiter der Katholischen Akademie des Bistums, Impulse und Analysen. Martina Breyer, Vorsitzende des Katholikenrates, berichtete außerdem vom Treffen des Ratsvorstandes mit Ministerpräsident Stansilaw Tillich; ebenso informierte der ratsinterne Ausschuss „Familie und Soziales“ über seine Arbeit.

Neuer Trägerverein für das Engagement der Katholiken im Bistum
Den Delegierten wurde auch ein neuer Kommunikationsleitfaden präsentiert; außerdem stellte der neu gegründete Verein „engagiert-katholisch.de – Trägerverein für das Engagement von Katholiken im Bistum Dresden-Meißen in Kirche und Gesellschaft“ sich und seine zukünftigen Arbeitsfelder vor.
In einer letzten großen Arbeitseinheit erörterten die Delegierten schließlich den aktuellen Arbeitsstand der „AG Räteordnung“. Dieses vom Bischof im vergangenen Jahr einberufene Gremium erstellt derzeit Vorschläge für die künftigen Strukturen der Räte auf Gemeinde-, Dekanats- und Bistumsebene. Hierbei wurde besonders über das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen und die künftige Rolle der Dekanate diskutiert.

Von  Daniel Heinze